Hermann Schnierle GmbH

50 Jahre Schnierle: Gersthofer Hersteller für Sitzsysteme feiert Jubiläum

Florian Nusser, Leiter Vertrieb und Marketing der Hermann Schnierle GmbH. Foto: Hermann Schnierle GmbH

Vor 50 Jahren wurde Schnierle als handwerkliche Sattlerei gegründet. Heute produziert die Gersthofer GmbH jedes Jahr 50.000 Sitzsysteme für Wohnmobile, Kleinbusse und Ambulanz-Fahrzeuge. Im Interview mit der Redaktion erklärt Florian Nusser, Leiter Vertrieb und Marketing, wie sich das Familien-Unternehmen zu einem europaweit tätigen Industrie-Betrieb entwickelt hat.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Auf welche Höhepunkte blicken Sie in der Geschichte des Unternehmens zurück?

Florian Nusser: Bei 50 Jahren Firmengeschichte gibt es natürlich einige Momente, die uns gleichermaßen bewegt haben. Darunter waren Arbeiten für prominente Kunden wie die Lederausstattung für den Rennfahrer David Couldhard. Die Schnierle GmbH hat außerdem Sitze für einen Kleinbus für den Papst und auch für die Tour-Busse von Angelina Jolie und Brad Pitt, die Spider Murphy Gang, das Steiner Theater sowie die Wildegger Herzbuben produziert. Auch die Inbetriebnahme der eigenen Crashanlage oder der erste Prototyp der RolliBox waren Höhepunkte. Der Prototyp wurde von einem engagierten Team noch über Nacht vor der Präsentation fertiggestellt. Das ist aber nur ein Auszug vieler Highlights in 50 Jahren.

Auf welche Entscheidungen führen Sie das Wachstum der Schnierle GmbH zurück?

Diese Entwicklung beruht auf mehreren Faktoren. Einer davon war und ist auch heute noch unsere langjährige Beziehung zu Mitarbeitern und Kunden. Daneben hat sich auch der Entschluss, eigene Sitztypen für Kleinbusse, Wohnmobile und Sonderfahrzeuge zu entwickeln, als richtig erwiesen. Das wird dicht von mehreren Iso-Zertifizierungen und auch der Implementierung einer Zugversuchsanlage gefolgt.

Neben der Schnierle GmbH gehört auch die Tochterfirma Schnierle Safety Belts zur Gruppe. Warum haben Sie das Unternehmen gekauft?

Das war eine sehr einfache und schnelle Entscheidung. Als Sitzhersteller mit integrierten Gurtsystemen hatten wir einen langjährigen Lieferanten. Unser Partner hat Insolvenz beantragt. Wir haben uns dann dazu entschieden, den Betrieb mit allen Mitarbeitern zu übernehmen und in unser Unternehmen zu integrieren. Das hat sich in den letzten 1,5 Jahren immer wieder bewährt.

Wie haben sich die Veränderungen in der Technik der Autos auf Ihre Sitzsysteme ausgewirkt?

Wir passen unser Unternehmen natürlich dem Wandel der Zeit an. Schnelle Lieferungen, Sonderwünsche, Verlässlichkeit bei hoher Qualität und innovative Neuerungen gehören schon lange zu unserer täglichen Arbeit. Speziell für unsere Sitze gelten natürlich neben hoher Sicherheit auch die Funktionalität und Innovation als wegweisend.

Welche Chancen sehen Sie in neuen Technologien und Materialen, wie zum Beispiel Carbonfaser, für Ihre Sitze?

Selbstverständlich ist Leichtbau in der Sitzentwicklung ein Thema. Momentan werden dazu jedoch eher Aluminium, Spezialstähle oder andere Kunststoffe eingesetzt. Carbonfaser wäre toll, ist aber angefangen von der Entwicklung bis hin zu Fertigung für einen Mittelständler mit geringeren Stückzahlen bisher noch kaum erschwinglich.

Die Schnierle GmbH ist seit ihrer Gründung 1966 in Familienbesitz. Soll das auch weiterhin so bleiben?

Der Firmengründer hat das Unternehmen an seinen Sohn Martin Schnierle übergeben. Dieser hat wiederum selbst zwei Kinder. Demnach ist davon auszugehen, dass diese Tradition aufrechterhalten werden kann.

Was erwarten sie für die Zukunft des Unternehmens?

Wir selbst sind aktuell mit unserem Absatz und der dazu passenden Mannschaft sehr zufrieden. Allerdings haben wir in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum erlebt und es deutet aktuell alles darauf hin, dass dieser Kurs wohl beibehalten wird. Unser Bestreben ist es dabei, dass alle Bereiche relativ gleich stark wachsen damit keine zu große Abhängigkeit von einem Sektor entsteht. Momentan haben wieder die Wohnmobilsitze einen leichten Vorsprung vor den Kleinbussitzen und danach den Ambulanzsitzen. Das kann sich aber schnell ändern. In der Krise 2008/2009 ging der Absatz von Wohnmobilsitzen stark nach unten, dafür stiegen da die Ambulanzsitze. Das ist auch eine Art von Risikomanagement.

Das Interview führte Isabell Walter

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Auf welche Höhepunkte blicken Sie in der Geschichte des Unternehmens zurück?

Florian Nusser: Bei 50 Jahren Firmengeschichte gibt es natürlich einige Momente, die uns gleichermaßen bewegt haben. Darunter waren Arbeiten für prominente Kunden wie die Lederausstattung für den Rennfahrer David Couldhard. Die Schnierle GmbH hat außerdem Sitze für einen Kleinbus für den Papst und auch für die Tour-Busse von Angelina Jolie und Brad Pitt, die Spider Murphy Gang, das Steiner Theater sowie die Wildegger Herzbuben produziert. Auch die Inbetriebnahme der eigenen Crashanlage oder der erste Prototyp der RolliBox waren Höhepunkte. Der Prototyp wurde von einem engagierten Team noch über Nacht vor der Präsentation fertiggestellt. Das ist aber nur ein Auszug vieler Highlights in 50 Jahren.

Auf welche Entscheidungen führen Sie das Wachstum der Schnierle GmbH zurück?

Diese Entwicklung beruht auf mehreren Faktoren. Einer davon war und ist auch heute noch unsere langjährige Beziehung zu Mitarbeitern und Kunden. Daneben hat sich auch der Entschluss, eigene Sitztypen für Kleinbusse, Wohnmobile und Sonderfahrzeuge zu entwickeln, als richtig erwiesen. Das wird dicht von mehreren Iso-Zertifizierungen und auch der Implementierung einer Zugversuchsanlage gefolgt.

Neben der Schnierle GmbH gehört auch die Tochterfirma Schnierle Safety Belts zur Gruppe. Warum haben Sie das Unternehmen gekauft?

Das war eine sehr einfache und schnelle Entscheidung. Als Sitzhersteller mit integrierten Gurtsystemen hatten wir einen langjährigen Lieferanten. Unser Partner hat Insolvenz beantragt. Wir haben uns dann dazu entschieden, den Betrieb mit allen Mitarbeitern zu übernehmen und in unser Unternehmen zu integrieren. Das hat sich in den letzten 1,5 Jahren immer wieder bewährt.

Wie haben sich die Veränderungen in der Technik der Autos auf Ihre Sitzsysteme ausgewirkt?

Wir passen unser Unternehmen natürlich dem Wandel der Zeit an. Schnelle Lieferungen, Sonderwünsche, Verlässlichkeit bei hoher Qualität und innovative Neuerungen gehören schon lange zu unserer täglichen Arbeit. Speziell für unsere Sitze gelten natürlich neben hoher Sicherheit auch die Funktionalität und Innovation als wegweisend.

Welche Chancen sehen Sie in neuen Technologien und Materialen, wie zum Beispiel Carbonfaser, für Ihre Sitze?

Selbstverständlich ist Leichtbau in der Sitzentwicklung ein Thema. Momentan werden dazu jedoch eher Aluminium, Spezialstähle oder andere Kunststoffe eingesetzt. Carbonfaser wäre toll, ist aber angefangen von der Entwicklung bis hin zu Fertigung für einen Mittelständler mit geringeren Stückzahlen bisher noch kaum erschwinglich.

Die Schnierle GmbH ist seit ihrer Gründung 1966 in Familienbesitz. Soll das auch weiterhin so bleiben?

Der Firmengründer hat das Unternehmen an seinen Sohn Martin Schnierle übergeben. Dieser hat wiederum selbst zwei Kinder. Demnach ist davon auszugehen, dass diese Tradition aufrechterhalten werden kann.

Was erwarten sie für die Zukunft des Unternehmens?

Wir selbst sind aktuell mit unserem Absatz und der dazu passenden Mannschaft sehr zufrieden. Allerdings haben wir in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum erlebt und es deutet aktuell alles darauf hin, dass dieser Kurs wohl beibehalten wird. Unser Bestreben ist es dabei, dass alle Bereiche relativ gleich stark wachsen damit keine zu große Abhängigkeit von einem Sektor entsteht. Momentan haben wieder die Wohnmobilsitze einen leichten Vorsprung vor den Kleinbussitzen und danach den Ambulanzsitzen. Das kann sich aber schnell ändern. In der Krise 2008/2009 ging der Absatz von Wohnmobilsitzen stark nach unten, dafür stiegen da die Ambulanzsitze. Das ist auch eine Art von Risikomanagement.

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