Ludwig Leuchten GmbH & Co. KG

Ludwig Leuchten: Sanierung in Eigenregie

Ludwig Leuchten musste am 1. August 2014 Insolvenz anmelden. Foto: Ludwig Leuchten

Ludwig Leuchten, einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Aichach-Friedberg, legte Anfang August den angekündigten Insolvenzplan bei Gericht vor. Mit dem beantragten Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung soll das Unternehmen wieder auf Kurs kommen.

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Anfang Mai wurde bekannt, dass die Ludwig Leuchten GmbH & Co. KG in eine finanzielle Notlage geraten ist. Wirtschaftlich ist das Meringer Unternehmen zum Stillstand gekommen, einen vorläufigen Ausweg brachte der Antrag auf  ein Schutzschirmverfahren mit Eigenverwaltung. Drei Monate gab das Amtsgericht Augsburg dem Leuchtenspezialisten Zeit, um ein zukunftsfähiges Sanierungskonzept auszuarbeiten und vorzulegen. Die Mitarbeiter wurden von der Geschäftsführung umgehend über die finanziellen Probleme informiert.

Grünes Licht für die Sanierung von Ludwig Leuchten

Nun  hat der vorläufige Gläubigerausschuss ein positives Signal zur Sanierung des Unternehmens gegeben. Florian Möckel, Vorsitzender der Geschäftsführung ist zuversichtlich: „Unsere Chancen stehen gut, Ludwig Leuchten erfolgreich durch die Sanierungsphase zu führen und strategisch so auszurichten, dass das Unternehmen wieder nachhaltig rentabel arbeiten kann.“

Durch das Schutzschirmverfahren kann die Geschäftsführung, die sich aus Florian Möckel und Erich Ludwig zusammensetzt, weiterhin eigenständig strategische und operative Entscheidungen treffen. Alexander und Günter Ludwig sind inzwischen aus der Firmenleitung ausgeschieden. Zum Sachwalter war Dr. Paul Abel von der Kanzlei anchor Rechtsanwälte bestellt worden. „Die Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung und dem Sachwalter funktionierte bisher sehr gut und ich freue mich, dass das Amtsgericht mit der Anordnung der Eigenverwaltung auch im eröffneten Verfahren die Voraussetzungen für die weitere Restrukturierung im Schutzschirmverfahren ermöglicht“, so Dr. Paul Abel.

Mitarbeiter müssen entlassen werden

Seit der Eröffnung des Schutzschirmverfahrens wurden – wie geplant – Personalanpassungsmaßnahmen in die Wege geleitet. „Durch die Überleitung der betroffenen Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft können soziale Härten weitgehend vermieden werden“, erklärt Sachwalter Dr. Abel. Zum 8. August ist am Standort Mering der Großteil von 67 freigesetzten Mitarbeitern in die Transfergesellschaft übergegangen. Sie erhalten in den nächsten sechs Monaten 80 Prozent des letzten Nettolohns sowie Qualifizierungsmaßnahmen, die ihnen helfen sollen, eine neue Beschäftigung zu finden. 

Für die Mitarbeiter kam die finanzielle Schieflage unerwartet. Nach Aussagen einer ehemaligen Mitarbeiterin gab es zwar schon länger Gerüchte, dass das Unternehmen nicht mehr so gut lief, dennoch war man geschockt, als der Stellenabbau verkündet werden musste. Besonders traurig hätten die Mitarbeiter die Tatsache gefunden, dass dies genau ein Jahr nach dem Tod von Erich Ludwig senior bekannt gegeben wurde. Er hätte bis zuletzt täglich nach dem Rechten in seinem Unternehmen gesehen, das nun um seinen Fortbestand kämpfen muss.

Möckel: „Für unsere Kunden ändert sich nichts“

Nach Annahme des sogenannten Insolvenzplans durch die Gläubiger und Anteilseigner, sowie der Zustimmung von Sachwalter und Insolvenzgericht, erlangt dieser Rechtskraft, womit das Verfahren in Eigenverwaltung beendet ist. Dies wird voraussichtlich im Oktober dieses Jahres der Fall sein – danach kann es unter normalen Bedingungen weiter gehen. 

„Das Geschäft und unsere Projekte laufen ganz normal weiter. Für unsere Kunden ändert sich nichts“, erklärt Möckel, der in den vergangenen Wochen die wichtigsten Geschäftspartner persönlich besucht hat. „In vielen Gesprächen hat man mir bestätigt, dass unsere Produkte und Lösungen innovativ sind und dass wir einen guten Namen im Markt haben. Auch Verbesserungsansätze habe ich mitgenommen, die wir nun Schritt für Schritt abarbeiten werden.“ Zunächst gelte es, die interne Organisation zu optimieren, die Strategie weiter zu entwickeln und das Unternehmen noch konsequenter im Markt zu positionieren.

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Durch das Schutzschirmverfahren kann die Geschäftsführung, die sich aus Florian Möckel und Erich Ludwig zusammensetzt, weiterhin eigenständig strategische und operative Entscheidungen treffen. Alexander und Günter Ludwig sind inzwischen aus der Firmenleitung ausgeschieden. Zum Sachwalter war Dr. Paul Abel von der Kanzlei anchor Rechtsanwälte bestellt worden. „Die Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung und dem Sachwalter funktionierte bisher sehr gut und ich freue mich, dass das Amtsgericht mit der Anordnung der Eigenverwaltung auch im eröffneten Verfahren die Voraussetzungen für die weitere Restrukturierung im Schutzschirmverfahren ermöglicht“, so Dr. Paul Abel.

Mitarbeiter müssen entlassen werden

Seit der Eröffnung des Schutzschirmverfahrens wurden – wie geplant – Personalanpassungsmaßnahmen in die Wege geleitet. „Durch die Überleitung der betroffenen Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft können soziale Härten weitgehend vermieden werden“, erklärt Sachwalter Dr. Abel. Zum 8. August ist am Standort Mering der Großteil von 67 freigesetzten Mitarbeitern in die Transfergesellschaft übergegangen. Sie erhalten in den nächsten sechs Monaten 80 Prozent des letzten Nettolohns sowie Qualifizierungsmaßnahmen, die ihnen helfen sollen, eine neue Beschäftigung zu finden. 

Für die Mitarbeiter kam die finanzielle Schieflage unerwartet. Nach Aussagen einer ehemaligen Mitarbeiterin gab es zwar schon länger Gerüchte, dass das Unternehmen nicht mehr so gut lief, dennoch war man geschockt, als der Stellenabbau verkündet werden musste. Besonders traurig hätten die Mitarbeiter die Tatsache gefunden, dass dies genau ein Jahr nach dem Tod von Erich Ludwig senior bekannt gegeben wurde. Er hätte bis zuletzt täglich nach dem Rechten in seinem Unternehmen gesehen, das nun um seinen Fortbestand kämpfen muss.

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„Das Geschäft und unsere Projekte laufen ganz normal weiter. Für unsere Kunden ändert sich nichts“, erklärt Möckel, der in den vergangenen Wochen die wichtigsten Geschäftspartner persönlich besucht hat. „In vielen Gesprächen hat man mir bestätigt, dass unsere Produkte und Lösungen innovativ sind und dass wir einen guten Namen im Markt haben. Auch Verbesserungsansätze habe ich mitgenommen, die wir nun Schritt für Schritt abarbeiten werden.“ Zunächst gelte es, die interne Organisation zu optimieren, die Strategie weiter zu entwickeln und das Unternehmen noch konsequenter im Markt zu positionieren.

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