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Um die eigene Fertigung klimaschonender aufzustellen, nutzt die Schweiger Straßenbau GmbH Holzstaub als alternativen Brennstoff in ihren Mischanlagen. Dadurch ließen sich bei der Asphaltproduktion enorme Mengen fossiler Energieträger einsparen. Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Konzepts wurde das Unternehmen mit Werk im Landkreis Aichach-Friedberg nun mit zwei Umweltpreisen ausgezeichnet.
Der Umbau des Asphaltmischwerks weg von fossilen Brennstoffen sei bereits 2023 erfolgt. Ihm ging ein Vorläuferprojekt an der Technischen Hochschule Augsburg voraus. Die Masterarbeit von Andreas Augustin zielte darauf ab, einen alternativen Energieträger zu identifizieren, der sich sowohl technisch in die Anlagen integrieren und gleichzeitig wirtschaftlich nutzen ließ. Im Rahmen der Forschungsarbeiten habe sich herausgestellt, dass Holzstaub ähnliche Eigenschaften wie der in der Branche sonst übliche Braunkohlestaub besitze. Auf dieser Erkenntnis aufbauend konzipierte Augustin und Christian Schweiger, Geschäftsführer des Straßenbauunternehmens, die Planungen für eine komplett neue Holzstaubaufbereitungsanlage, inklusive spezieller Lagersilos sowie der entsprechenden Fördertechnik.
Vor der Neuausrichtung habe die Mischanlage von Schweiger rund 570.000 Liter Heizöl pro Jahr verbraucht, um eine Menge von 72.000 Tonnen Asphalt zu produzieren. Dabei wurden rund 1.500 Tonnen CO₂ ausgestoßen. 600.000 Liter Heizöl pro Jahr ließen sich nun durch den alternativen Brennstoff ersetzen.
Diesen Ansatz möchte Christian Schweiger nun verbreiten und für andere Betriebe der Branche zugänglich machen. Hierfür hat er gemeinsam mit seinem Sohn Leon Schweiger die Nature Loop Energy GmbH & Co. KG gegründet. Das Tochterunternehmen soll andere Mischwerke mit Holzstaub versorgen und so die Produktion von grünem Asphalt branchenweit vorantreiben. Eine entsprechende Anlage sei für 2028 geplant.
Das Konzept von Schweiger wurde kürzlich national wie auch international geehrt. Um einen erhielt der Straßenbauer Ende Oktober die Bayerische Staatsmedaille für herausragende Verdienste um die Umwelt. Bei seiner Laudatio hebt der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (CSU) die Vorreiterstellung des Unternehmens hervor: „Schweiger Straßenbau ist das erste Unternehmen in Deutschland, das eine nahezu vollständig CO₂-freie Asphaltproduktion realisiert hat“, und führt weiter aus: „Was Sie besonders auszeichnet, ist Ihr unternehmerischer Mut. Sie sind ein gewisses wirtschaftliches Risiko eingegangen, um die neue Technologie zu etablieren. Das macht Sie zu einem Vorbild unter den Asphaltproduzenten und Impulsgeber für die ökologische Transformation der Baubranche.“
Unmittelbar am Folgetag nahm die Spitze des Asphaltherstellers zudem den europäischen EUSALP Energy Award 2026 entgegen. Diese Auszeichnung würdigt Projekte der Energiewende im gesamten Alpenraum.