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TTZ Donauwörth erhält Millionen-Förderung für grüne Rechenzentren
Künstliche Intelligenz

TTZ Donauwörth erhält Millionen-Förderung für grüne Rechenzentren

Von links: Prof. Dr. Björn Häckel und Prof. Dr. Wolfgang Kratsch. Die beiden Forscher sind Teil des FORCE-AI-Projekts an der THA. Foto: Alexander Lehner / THA
Von links: Prof. Dr. Björn Häckel und Prof. Dr. Wolfgang Kratsch. Die beiden Forscher sind Teil des FORCE-AI-Projekts an der THA. Foto: Alexander Lehner / THA

Mit dem Projekt „FORCE-AI“ will das Forschungszentrum energieeffiziente Rechenzentren entwickeln und damit die digitale Souveränität stärken. Bezuschusst wird das Vorhaben mit 1,25 Millionen Euro durch einen Fonds der EU.

Um die europäische Dateninfrastruktur wettbewerbsfähiger zu machen, startet am Technologietransferzentrum in Donauwörth ein neues Forschungsprojekt mit dem Namen „FORCE-AI“. Gemeinsam mit regionalen Unternehmen wollen Wissenschaftler der Technischen Hochschule Augsburg eine Methode entwickeln, um die Stromkosten von Rechenzentren zu senken. Die Europäische Union bezuschusst das Vorhaben mit knapp 1,25 Millionen Euro.

„FORCE-AI“ ist ein Akronym und steht auf Deutsch übersetzt für „Flexibilisierung, Optimierung und Ressourcenmanagement des Energieverbrauchs von KI-Anwendungen“.

Digitale Souveränität statt US-Abhängigkeit

Im Fokus des Projekts stehen Künstliche Intelligenz und die dadurch entstehenden Abhängigkeiten. Das Training sowie die Nutzung von KI‑Anwendungen erfordern in der Regel enorme Mengen an Rechenleistung. Die dazu notwendigen Server liegen meist in den Händen großer US‑Konzerne wie Google oder Amazon. Europäische Cloud-Anbieter gelten dagegen aufgrund hoher Strompreise oftmals als nicht wettbewerbsfähig. „Damit wir aber selbstbestimmt über unsere Daten entscheiden können und im globalen KI-Wettbewerb nicht ins Hintertreffen geraten, brauchen Europa und Deutschland eigene, wettbewerbsfähige Rechenzentren. Regional, bezahlbar und sicher“, erklärt Prof. Dr. Björn Häckel, Leiter des KI-Produktionsnetzwerks an der THA. 

Gordon Rohrmair, der im Mai 2026 als Präsident der THA bestätigt wurde, bewertet die Forschungsarbeit vor diesem Hintergrund als strategisch wichtig: „International wettbewerbsfähige Rechenzentren in EU-Regionen sind eine Notwendigkeit. Auf lange Sicht sichert das THA-Projekt FORCE-AI also die unabhängige Infrastruktur Europas und Bayerns als KI-Innovationsstandort.“

Lesen Sie hier: KI ‚Made in Augsburg‘: Wie Open Hippo Datensouveränität und Klimaschutz vereint

Schwankende Strompreise gezielt ausnutzen

Um die Betriebskosten der europäischen Rechenzentren zu senken, wollen die Wissenschaftler deren Energieverbrauch an die Schwankungen des Strommarktes koppeln. Der Ansatz sieht vor, rechenintensive KI-Prozesse primär dann durchzuführen, wenn aufgrund günstiger Wetterlagen viel und somit billiger Strom aus Wind oder Sonne im Netz verfügbar ist. In einem ersten Schritt analysieren die Forscher dafür die komplexen Zusammenhänge zwischen Energiebedarf sowie Rechenleistung. Darauf aufbauend sollen spezielle Algorithmen entwickelt werden, die den Betrieb der Server automatisch an das vorhandene Stromangebot anpassen.

EU fördert Forschungsprojekt mit 1,25 Millionen Euro

Das Projekt wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert, konkret über das Programm „Strategische Technologien für Europa“, kurz STEP. Neben der reinen Grundlagenforschung strebt das TTZ einen direkten Transfer der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis an. Die entwickelten Methoden sollen künftig breit anwendbar sein, sodass auch kleinere Cloud-Anbieter oder mittelständische Unternehmen davon profitieren können sollen.

Als Kooperationspartner aus der Wirtschaft seien bereits Unternehmen wie Xitaso, LEWTelNet oder OpenHippo an der Forschungsarbeit beteiligt.

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