Kommentar

Hat Friedbergs neuer Citymanager eine Chance?

Ein Held für die Friedberger Innenstadt? Bildmontage: iStock/darko_a | vmm | B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Konkurrenz durch den Online-Handel sowie Unstimmigkeiten zwischen den Händlern in der Altstadt und jenen „unterm Berg“: Der Friedberger Einzelhandel ist ein hartes Pflaster. Nun soll ein neuer Citymanager vermitteln. Thomas Alexander David steht vor einer große Aufgabe.

In den meisten deutschen Städten steht der Einzelhandel vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Größtes Feindbild ist dabei sicherlich das Internet. Online lässt sich schließlich (fast) alles bestellen – und das jederzeit bequem vom Sofa aus. Keine Parkplatzsuche, keine Öffnungszeiten und kein warten an der Kasse. Themen wie diese sind auch Friedberg nicht fremd. Mit dem neuen Fachmarktzentrum „unterm Berg“ befürchten die Händler in der Altstadt jedoch noch eine weitere Gefahr: Konkurrenz in der eigenen Stadt.

Mit Schuh Schmid, Saturn, Förg oder auch dem Ihle Bakers haben hier in den letzten zwei Jahren einige starke Marken einen Standort eröffnet – jedoch nicht zentral in der Stadt bei den alteingesessenen Händlern. Konkurrenz mag das Geschäft beleben, durch die räumliche Distanz befürchten die Betroffenen jedoch Umsatzeinbußen. Die Lager in Friedberg sind gespalten.

Auch die Frage nach einer verkehrsberuhigten Innenstadt ist nicht einstimmig geklärt, die Parkplatzsituation immer wieder Thema. Die teilweise geringe Beteiligung des Einzelhandels an verschiedenen Märkten schlägt an mancher Stelle ebenfalls negativ auf. Die Gespräche und Koordination hierzu kosten zudem Zeit und Kraft. Darum entschloss sich die Stadt nun, einen Citymanager einzustellen. Doch auch diesem Schritt gingen zwei Jahre der Diskussion voraus.

Thomas Alexander David wird nun zwei Jahre lang daran arbeiten, ein Citymanagement in Friedberg aufzubauen und zu etablieren. Die Zeit ist knapp, das wissen alle beteiligten Akteure – besonders beim Blick auf den bisherigen Verlauf. Eine Woche ist der Citymanager schon im Amt. Das klingt im ersten Moment nicht nach viel. Insgesamt bleiben ihm jedoch nur 104 Wochen, um seine Pläne umzusetzen. Wenn er sich bis zum Jahreswechsel in drei Wochen allen Partnern vorgestellt hat, kann er ab Neujahr mit seiner eigentlichen Arbeit beginnen. Ab dann müsste er – rein rechnerisch – jede Woche ein Prozent näher an sein Ziel rücken, wenn er Erfolg haben möchte.

Jede Geschichte braucht einen Helden. Ob der Friedberger Einzelhandel seinen gefunden hat, wird sich noch zeigen.

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