Kommentar

E-Mobilität in Augsburg: Macht endlich Platz für die Zukunft!

Symbolbild: Es ist Zeit für etwas Neues. Foto: iStock / GummyBone
Die zu hohe Feinstaubbelastung in Großstädten wird zum wachsenden Problem. Hier sollen unter anderem Elektrofahrzeuge Abhilfe schaffen. Doch ist Augsburg überhaupt bereit für E-Mobilität?

Schon jetzt gibt es in der Fuggerstadt viele Elektroladesäulen. Doch oftmals haben Besitzer von Elektroautos nichts davon: Häufig blockieren Autos mit Verbrennungsmotoren die Parkplätze. Die Ladestationen werden zwar deutlich als solche gekennzeichnet, doch das übersehen scheinbar viele Fahrzeughalter – oder wollen es gar nicht sehen. Denn auch wenn Elektroautos immer mehr im Vormarsch sind, fehlt in großen Teilen der Gesellschaft weiterhin die Akzeptanz für schadstofffreies Fahren. Bei der breiten Bevölkerung ist die Notwendigkeit schlichtweg nicht angekommen.

Verschiedene Projekte wie beispielsweise eine Prämie beim Kauf eines E-Autos sollen neue Befürworter ins Boot holen. Doch ist es tatsächlich der teure Anschaffungspreis, der potenzielle Käufer von der Investition in ein E-Auto abhält? Wohl kaum. Er ist sicher einer davon, aber bei weitem nicht der einzige: So lassen gerade die kurzen Reichweiten und die langen Ladezeiten kritische Stimmen laut werden. Aber auch wenn diese Punkte ausreichend verbessert werden, gibt es noch Zweifler. Wie kann beispielsweise das Fahrzeug geladen werden, wenn man nicht im Verbundgebiet des eigenen Stromanbieters unterwegs ist?

Genau hier kommen die Augsburger Energieversorger ins Spiel. So treiben die Lechwerke Augsburg gemeinsam mit Partnern voran, dass das öffentliche Laden und Bezahlen standardisiert wird – ein entscheidender Erfolgsfaktor. Damit soll erreicht werden, dass nicht nur Vertragskunden Ladesäulen nutzen können. Sondern beispielsweise auch E-Auto-Fahrer, die auf der Durchreise spontan ihren Akku laden wollen, sollen uneingeschränkten Zugang haben. Ladeverbunde der verschiedenen Energieversorger und E-Ladesäulenanbieter sind hier das entscheidende Stichwort.

Aber auch wenn alle Faktoren entsprechend optimiert werden, gibt es ein Problem. Zwar wird durch Elektroautos neben der Feinstaubbelastung auch die Lärmbelastung deutlich gesenkt, doch das bringt wiederum neue Risiken im Straßenverkehr. Hat beispielsweise ein Fußgänger oder Radfahrer ein Auto beim schnellen Schulterblick übersehen, können Fahrzeuggeräusche Leben retten. Mit moderner Warntechnologie kann aber auch hier Abhilfe geschaffen werden.

Die Voraussetzungen sind bereits geschaffen. Der Zukunft der E-Mobilität in der Fuggerstadt steht theoretisch nichts mehr im Weg. Klar ist: Mit dem Zuspruch der Bevölkerung steht und fällt die Elektromobilität und die Frage, wie schadstoffarm Augsburg künftig sein wird. Was im Moment noch fehlt, ist vor allem ein Umdenken in der Gesellschaft. Dabei gilt es, statt nach Problemen nach Lösungen zu suchen und offen zu sein für Neues – auch wenn der eingeschlagene Weg manchmal unkonventionell scheint.

Wie hier in Rom erfordert das Beschreiten neuer Wege oftmals kreative Lösungen. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN Wie hier in Rom erfordert das Beschreiten neuer Wege oftmals kreative Lösungen. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

 

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