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Haimer: Vom Ein-Mann-Betrieb zum Global-Player
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Unsere Familienunternehmen | Teil 3

Haimer: Vom Ein-Mann-Betrieb zum Global-Player

Von links: Andreas Haimer, Kathrin Haimer, Claudia Haimer, Franz-Josef Haimer. Foto: Haimer GmbH

Familienunternehmen halten unserer Region über Generationen hinweg die Treue. Was sie erfolgreich gemacht hat und was Bayerisch-Schwaben für sie bedeutet, beantwortet die neue Serie „Unsere Familienunternehmen“. Diesmal: Der Werkzeugtechniker Haimer.

Claudia Haimer  hat gemeinsam mit ihrem Mann Franz Haimer die Haimer GmbH gegründet und ist auch heute geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens. Im Interview erzählt sie, wann der größte Aufschwung für das Unternehmen kam und warum die späten 80er eine schwierige Zeit war.

Wie hat die Geschichte von Haimer begonnen?

Claudia Haimer: Haimer wurde 1977 als Ein-Mann-Unternehmen von Franz Haimer in der elterlichen Garage in Igenhausen im Landkreis Aichach-Friedberg gegründet. Auch heute sitzt das Unternehmen noch in Igenhausen, einen Steinwurf vom damaligen Gründungsort entfernt. Aber über die Jahre ist der Standort natürlich stark gewachsen.

In der wievielten Generation wird das Unternehmen geführt?

Das Unternehmen wird derzeit gemeinschaftlich von Gründer Franz Haimer und mir, seiner Frau, sowie unseren drei Kindern Andreas, Kathrin und Franz-Josef geführt.

Wann kam der größte Wachstumsschub?

Mit der internationalen Ausrichtung des Unternehmens wurde auch das Wachstum beschleunigt. 2002 wurde die US-Vertriebstochter nahe Chicago gegründet. Im weiteren Verlauf folgten dann asiatische sowie europäische Vertriebs- und Serviceniederlassungen. Wir konnten damit unsere Zielgruppe deutlich vergrößern und sind seitdem auch näher bei unseren Kunden.

Ein Blick in die Produktionshalle der Haimer GmbH. Foto: Haimer GmbH

Hat sich der Fokus der Produkte seit der Gründung gewandelt?

Haimer wurde 1977 als Auftragsfertiger beziehungsweise verlängerte Werkbank gegründet. Schon damals konnten wir bei großen Unternehmen der Luft- und Raumfahrt mit schnellen Lieferzeiten und Zuverlässigkeit punkten. Seit 1988/1989 haben wir eigene Produkte entwickelt und auf den Markt gebracht. Wir sind unseren Prinzipien und auch in der Präzisionszerspanung treu geblieben, bieten nun aber unsere eigenen Produkte als Systempartner rund um die Werkzeugmaschine an und sind somit nicht mehr so abhängig.

Gibt es eine bestimmte Haimer-Strategie, die zum Erfolg des Unternehmens geführt hat?

Unsere Firmenphilosophie war und ist auch heute noch „Qualität gewinnt.“ Wir sind davon überzeugt, dass man nur in einem entsprechend organisierten Umfeld Qualität auf Dauer und gleichbleibend produzieren kann.

Stehen die Chancen gut, dass die kommende Generation auch bei Haimer einsteigt?

Die zweite Generation ist bereits voll in der Unternehmensführung integriert. Der älteste Sohn Andreas Haimer ist als Geschäftsführer der Haimer GmbH und Präsident der Haimer Group für die Internationalisierung, Recht- und Patentwesen und die Finanzen des Unternehmens verantwortlich. Tochter Kathrin ist als Prokuristin für den Bereich HR zuständig und der jüngste Sohn Franz-Josef hat vor einigen Jahren in eigener Verantwortlichkeit das für uns neue Produktsegment der Vollhartmetallwerkzeuge aufgebaut. Er wird in die Fußstapfen seines Vaters treten und die technischen Bereiche des Unternehmens leiten.

Welche Vorteile haben Familienunternehmen zu fremdgeführten Unternehmen?

In unserem Familienunternehmen, das wir auch operativ führen, gelten für die Mitarbeiter sehr kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien. Wir können damit schnell und flexibel auf sich ändernde Umstände reagieren. Die Wachstumsstrategie ist langfristig ausgelegt und wir ändern diese auch nicht kurzfristig, damit Quartals- und Jahreszahlen Gefallen finden.

Es mag wohl so sein, dass es für die Mitarbeiter durchaus fordernder sein mag in einem Familienunternehmen zu arbeiten. Allerdings bekommen sie bei uns auch direkte Einblicke in die Unternehmensführung und haben so auch Möglichkeiten, sich selbst aktiv einzubringen und damit auch stärker gefördert zu werden.

Wie geht Haimer mit der Coronakrise um?

Auch für uns ist die Coronakrise eine sehr schwierige Zeit, da einige Branchen, in denen unsere Kunden tätig sind, stark schwächeln. Wir versuchen weiterhin sehr nahe am Kunden zu bleiben und unsere Kommunikation mit dem Kunden über digitale Wege zu führen. Selbstverständlich ersetzt nichts den persönlichen Kontakt, aber wir verstehen das als Chance, um auch hier im Unternehmen Schritt für Schritt Digitalisierungsprozesse einzuläuten.

Wann konnte Haimer schon „Krisen-Erfahrung“ sammeln?

Für uns war es auch eine schwierige Übergangszeit, als wir 1988 mit eigenen Produkten auf den Markt gegangen sind. Wir waren damals nicht etabliert und mussten erst mühsam unsere Vertriebskanäle aufbauen. Dies hat jedoch gut funktioniert: Heute liefern wir in über 100 Länder und haben eine Exportquote von circa 65 Prozent.

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