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B4BSCHWABEN.de: Welches Potenzial sehen Sie für die Bauindustrie durch das neue Technologietransferzentrum (TTZ) in Aichach?
Frank Danzinger: Das TTZ ist eine Möglichkeit, neue Verfahren auszuprobieren und mitzuentwickeln – sodass wir mit anderen, besseren Baustoffen bauen können und zum Beispiel weniger Beton brauchen. Dadurch können wir es schaffen, besser, effizienter und nachhaltiger zu bauen. Denn die Ressourcen sind, gerade in diesem Fall, nicht unendlich. Das ist gelebte Nachhaltigkeit, die sehr wirksam ist. Vielleicht viel wirksamer als andere Punkte, über die wir sonst bei Nachhaltigkeit diskutieren.
Wie wichtig ist dabei die Kooperation mit den Unternehmen in der Region?
Die Kooperation mit den Unternehmen ist der Kern von einem TTZ. Das heißt, hier sollen und müssen Dinge passieren, die wir als Hochschule als „Transfer“ bezeichnen. Transfer ist, wenn sich Wissenschaft auf den Weg in die Umsetzung macht. Das ist ein Bereich, in dem wir in Deutschland nicht schlecht sind. Dennoch müssen wir noch deutlich schneller und besser werden, zum Beispiel mit Blick auf die Entwicklungszeiten von Robotern: Dort verdoppelt sich die Kapazität teilweise jährlich. Da müssen wir schneller werden und unsere Tools anpassen. Dafür eignet sich dieses Instrument eines TTZs, weil Forschung und Wirtschaft näher zusammen sind.
Lesen Sie hier:Eröffnung TTZ in Aichach: So kann Bauen schneller und günstiger werden
Die Transformation des Mittelstands ist ein großes Thema. Wie kann das TTZ dazu beitragen, damit sich der Mittelstand leichter und schneller transformieren kann?
Es sind zwei Dinge: Zum einen kann der Mittelstand diese Angebote einfacher nutzen. Während man dafür früher relativ weit in die nächste größere Stadt fahren musste, hat man jetzt mit dem TTZ etwas vor Ort. Zum anderen kann der Mittelstand, das, was hier gemacht wird, einsetzen. Wir haben zum Beispiel Roboter für den Holzbau: Roboter werden mittlerweile kostengünstiger und auch in kleineren Räumen sinnvoll einsatzfähig. Das hilft auch beim Fachkräftemangel, wenn Roboter zum Beispiel Wände zusammenzubauen oder drucken. Diese Möglichkeiten kann der Mittelstand jetzt nach und nach gut einsetzen. Das ist nicht mehr nur in der Großindustrie oder der Autoindustrie möglich.
Gibt es für Unternehmen, die bislang im TTZ Aichach nicht hier kooperieren, die Möglichkeit, mitzumachen?
Klar, das ist kein geschlossener Kreis. Das TTZ ist eine Anlaufstelle vor Ort. Unternehmen können mit ihren eigenen Ideen zu uns kommen. Wir kooperieren hier auch insbesondere mit der Handwerkskammer. Unternehmen können bei uns aber auch die Materialien, die sie entwickeln, prüfen. So müssen sie sich keine eigene Prüfmaschine anschaffen. Man muss untereinander in den Austausch kommen. Das ist ein beidseitiger Prozess. Wissenschaft kann viel skizzieren, was sein könnte. Die Umsetzung passiert aber in den Unternehmen.