B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
Themen  / 
Wozu brauchen Unternehmen ein Eingliederungsmanagement?
Anzeige
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
Dr. Michaela Simon, Dr. Simon & Partner

Wozu brauchen Unternehmen ein Eingliederungsmanagement?

Dr. Michaela Simon, Geschäftsführerin Dr. Simon & Partner. Foto: Dr. Simon & Partner

Betriebliches Eingliederungsmanagement wird häufig als lästige bürokratische Pflicht verkannt. Aber dem ist nicht so. Dr. Michaela Simon kennt die Gründe.

„Wir sind ein mittelständisches Unternehmen in Augsburg mit 150 Mitarbeitern. Wir wissen, dass Betriebliches Eingliederungsmanagement Pflicht ist, sehen aber den Nutzen noch nicht.“ 

Unsere Expertin für Gesunde Personal- und Organisationsentwicklung, Dr. Michaela Simon, antwortet: 

Ihre Frage spiegelt einen Teil der bundesdeutschen Realität wider:

obwohl BEM bereits seit 2004 gesetzliche Pflicht ist, haben es immer noch viele Unternehmen nicht eingeführt, da es fälschlicherweise nur als lästige Pflicht, denn als sinnvolles Verfahren angesehen wird. Hinzu kommt, dass es bisher von der Seite des Gesetzgebers so gut wie keine Sanktionen gibt. Dabei ist BEM – richtig angewandt und gut umgesetzt – ein hochwirksames Instrument für eine nachhaltige Personalentwicklung und gesunde Transformation im Unternehmen!

Was ist betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)?

Mit der Neufassung des § 167 Abs. 2 SGB IX ist das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) verpflichtend: nach sechs Wochen zusammenhängender oder unterbrochener Arbeitsunfähigkeit innerhalb der letzten zwölf Monate eines Beschäftigten muss der Arbeitgeber nun mehr aktiv werden. Er muss ein BEM-Gespräch anbieten. Mit BEM sollen Mitarbeitende nach langer Krankheit wieder gut in den Arbeitsprozess eingegliedert werden.

Die Ziele eines BEM-Verfahrens sind

  • die Überwindung der Arbeitsunfähigkeit,
  • die Suche nach Leistungen oder Hilfen, mit denen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann und
  • die Entwicklung von Möglichkeiten, wie der Arbeitsplatz erhalten werden kann

Diese gesetzliche Vorschrift gilt für alle Beschäftigten und für alle Betriebe, unabhängig von der Anzahl ihrer Mitarbeiter. Und das ist gut so!

Was bringt BEM?

Zunächst bringt BEM die bewusste Auseinandersetzung mit den Themen Krankheit, Gesundheit und der Rolle der Kommunikation und Führung im Unternehmen. Mittel- und langfristig kann sich dadurch die Kommunikations- und Führungskultur in Ihrem Unternehmen ändern und die Langzeiterkrankungen sinken.

Falls Sie keine Personalabteilung haben, gilt es sich gut beraten zu lassen, bezüglich Verfahren, Prozess und Umsetzung. Denn dies wird vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben und jedes Unternehmen tut gut daran, basierend auf guten Erfahrungswerten ein für sich sinnvolles Verfahren wählen. Dazu gehört auch, nicht nur ein BEM-Team zu etablieren, sondern auch die Führungskräfte einzubeziehen und zu trainieren. 

Führungskräfte haben Einfluss auf Krankheit und Gesundheit

Denn Job der Führungskräfte ist es, durch gute Führung und Kommunikation die Notwendigkeit von BEM, also Langzeiterkrankungen von vorneherein zu verhindern. Das heißt nicht, dass Führungskräfte auf alle Erkrankungen Einfluss haben, aber insgesamt gesehen, sind sie dennoch eine wichtige Stellschraube bzgl. der Gesundheit ihrer Mitarbeiter/innen.

BEM kann als Dienstleistung eingekauft werden

Kleine Unternehmen mit wenigen Mitarbeitenden sollten in jedem Fall und gegebenenfalls mit externer Unterstützung BEM-Gespräche anbieten oder diese von externen Experten durchführen lassen.

Optimales BEM-Verfahren als Beispiel

Lassen Sie mich das Verfahren an einem Beispiel aus der Praxis schildern: Sie haben BEM eingeführt und zwei Mitarbeitende wollen nach einer Langzeit-Erkrankung wieder in den Arbeitsprozess einsteigen.

 

Grafik: Dr. Simon & Partner

 

Information vorab ist wichtig, um Ängste zu nehmen

Die beiden Mitarbeitenden haben, wie alle anderen Mitarbeitenden Ihres Unternehmens schon vor ihrer Erkrankung von BEM, seiner Zielsetzung und dem Nutzen gehört und wissen, dass ihrem Arbeitgeber ihre Gesundheit und damit eine gute Wiedereingliederung sehr am Herzen liegt.

So haben es auch die Vorgesetzen in verschiedenen Teamsitzungen immer wieder kommuniziert. Deshalb löst das Einladungsschreiben, das sie während ihrer Krankschreibung erhalten, keine Angst aus, sondern sie fühlen sich wahrgenommen und wertgeschätzt. Und sie haben auch hier die Option, mitzumachen oder abzulehnen.

Beide haben sich für das erste Gespräch entschieden und wollen sich gerne informieren.

Im Unternehmen wurden bereits vor zwei Jahren freiwillige Mitarbeiter für das BEM-Team gesucht, die sich für die BEM-Gespräche zur Verfügung stellen und schulen lassen. Denn die Gesprächsführung und BEM als Verfahren benötigen Wissen über BEM und die formalen Anforderungen einerseits und kommunikative Fähigkeiten andererseits.

BEM-Ansprechpartner informieren und schaffen Vertrauen

BEM-Ansprechpartner haben die Aufgabe über BEM zu informieren, das Verfahren mit allen wichtigen Formalien wie Datenschutz und Vertraulichkeit zu erklären und Vertrauen in das Verfahren zu schaffen.

Im nächsten Schritt oder bereits in diesem Gespräch hat der Mitarbeitende in der Regel eine Wiedereingliederung seines Fach- oder Hausarztes dabei. Das heißt: hier wird vereinbart, wieviel und in welchem Zeitraum gearbeitet werden kann. Das kann von wenigen Stunden in der Woche bis zum vollständigen Wiedereinstieg variieren. In dieser Wiedereingliederungsphase ist es wichtig, dass BEM-Verantwortliche, Vorgesetze und Betroffene eng miteinander kommunizieren.

Wie viele Gespräche im BEM-Verfahren notwendig sind, hängt immer vom Betroffenen und der Erkrankung ab. In den Gesprächen geht es darum, den Wiedereinstieg gut zu gestalten, gegebenenfalls Maßnahmen von Unternehmensseite zur Verfügung zu stellen, die eine Genesung unterstützen und einen Rückfall vermeiden.

BEM ist ein wirkungsvolles Verfahren, wenn

  • es gut eingeführt und umsetzt wird,
  • den Verantwortlichen ein monetäres und temporäres Budget zur Verfügung gestellt wird und
  • beide Seiten es wirklich wollen.

Sie haben Rückfragen an Dr. Michaela Simon, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie hier.

Artikel zum gleichen Thema