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Ist es ratsam, Familienvermögen in Stiftungen einzubringen?
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Alexander Katzameyer und Heinz Hielscher, HBplusJuS

Ist es ratsam, Familienvermögen in Stiftungen einzubringen?

 HbPlusBerater
Rechtsanwalt Alexander Katzameyer (r.) und Steuerberater Heinz Hielscher, unsere Experten für Vermögensrecht. Foto: HBplusJuS

Stiftungen sind grundsätzlich sinnvoll, wenn es darum geht, Familienvermögen anzulegen. Doch es gibt auch einiges zu beachten – vor allem was das Einbringen von Immobilien angeht.

„Für eine langfristige Gestaltung von Familienvermögen werden immer wieder Stiftungen empfohlen. Ist das, erstens, ein kluger Rat, und, zweitens, ab welcher Größenordnung ist das überhaupt relevant, und, drittens, wie lassen sich Immobilien darin einbringen?“


Rechtsanwalt Alexander Katzameyer und Steuerberater Heinz Hielscher von HBplusJuS antworten: 

Stiftungen können sinnvolle Gestaltungen der lebzeitigen Erbfolgegestaltung darstellen. Zur ersten Einordnung sind nachstehende Grundkenntnisse bezüglich Stiftungen notwendig.

Die rechtsfähige Stiftung ist eine auf Dauer angelegte und der Verfolgung eines bestimmten Zwecks gewidmete Zusammenfassung von Vermögen mit Rechtspersönlichkeit. Daneben gibt es unselbständige Stiftungen, die auf schuld- oder erbrechtlicher Gestaltung beruhen und eine rechtsfähige Stiftung nachahmen und gerade keine juristischen Personen sind.

Das Vermögen der rechtsfähigen Stiftung darf in seiner Substanz, abgesehen von der Verbrauchsstiftung, nicht angegriffen werden. Es gilt der Grundsatz der Vermögenserhaltung. Das Vermögen ist zugriffssicher festzulegen. 

Familienstiftungen unterliegen der Erbersatzsteuer aus § 1 Nr. 4 ErbStG. Die Steuer fällt wiederkehrend in Zeitabständen von je 30 Jahren seit dem Zeitpunkt des ersten Übergangs von Vermögen auf die Stiftung.


Es gibt typischerweise drei Hauptgruppen von Motiven für die Errichtung von Stiftungen:


  • Gemeinnützige und mildtätige Motive
  • Die Aufrechterhaltung eines (Familien-)Unternehmens und die Sicherung der Unternehmensnachfolge
  • Die langfristige finanzielle Absicherung der Familie

Die Motive spiegeln sich in der Stiftungssatzung wieder. Die Stiftungssatzung ist die Grundordnung der Stiftung und bindet die Stiftungsorgane grundsätzlich unabänderlich und auf ewig an den Stifterwillen.

Stiftungen sind demnach gut geeignet, Familienvermögen und Familienangehörige, auch nachfolgende Generationen, abzusichern. Sie sind allerdings auch aufgrund der Bindungswirkung wenig flexibel und wegen der fortwährenden Besteuerung nicht primär geeignet, um Steuern zu sparen. Die Begünstigten einer Familienstiftung erben kein Vermögen, sondern erhalten wiederkehrende Ausschüttungen


Gibt es eine relevante Größenordnung?

Eine gesetzliche Mindestkapitalausstattung wie beispielsweise bei der GmbH ist bei der Stiftung nicht vorgegeben. Allerdings ist für die Anerkennung der Stiftung notwendig, dass die dauernde und nachhaltige Erfüllung des Stiftungszwecks insbesondere durch eine ausreichende Kapitalausstattung gesichert ist, § 80 Abs.2 Satz 1 BGB. Dies gilt ebenso für die Verbrauchsstiftung, § 80 Abs. 2 BGB. Die Erträge einer Stiftung werden aus ihrem Vermögen erwirtschaftet, beispielsweise aus Mieteinnahmen. Die Behörden fordern regelmäßig ein Mindestkapital von 50.000 Euro.

Die Frage nach der Größenordnung hängt damit maßgeblich vom verfolgten Zweck ab. Ist der Zweck beispielsweise die Absicherung von Familienmitgliedern, ist mindestens ein siebenstelliger Betrag empfehlenswert, um eine nennenswerte Absicherung zu erreichen. 


Das gilt für Immobilien in einer Stiftung

Bei der rechtsfähigen Stiftung erfolgt die Einbringung von Immobilien wie bei der Einbringung in andere juristische Personen. Der Stifter überträgt entweder Vermögen in Form von Immobilien auf die Stiftung oder überträgt lediglich Vermögen, welches anschließend zum Erwerb von Immobilien verwendet wird, §§ 82, 83 BGB. 

Hierbei ist aber eine Besonderheit zu beachten:

Die Grundlage einer Stiftung ist das sogenannte Stiftungsgeschäft. Dies stellt die Willenserklärung des Stifters dar, eine Stiftung errichten zu wollen und ein bestimmtes Vermögen zu stiften und bedarf grundsätzlich der Schriftform, § 81 Abs.1 BGB. Verpflichtet sich der Stifter aber bereits im Rahmen der Stiftungserklärung, bestimmte Immobilien zu übertragen, so ist die notarielle Beurkundung erforderlich, § 311b BGB.

Aufgrund der Komplexität in zivilrechtlicher wie auch in steuerrechtlicher Hinsicht sowie wegen des Umfangs der Gestaltungsmöglichkeiten ist eine anwaltliche und steuerrechtliche Beratung zu empfehlen.

Sie haben Rückfragen an Alexander Katzameyer und Heinz Hielscher, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt gerne direkt Kontakt auf.

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