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Burn-out: Wie beugt man ihm in der Firma richtig vor?
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Dr. Michaela Simon, Dr. Simon & Partner

Burn-out: Wie beugt man ihm in der Firma richtig vor?

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Dr. Michaela Simon, Geschäftsführerin Dr. Simon & Partner. Foto: Dr. Simon & Partner

Geschäftsführer fühlen sich oft verantwortlich für ihre Mitarbeiter. Wie reagieren sie deshalb richtig, wenn ein Verdacht auf Burn-out besteht?

„Wenn man sich in verschiedenen Medien schlau macht, wächst der Eindruck, dass es unendlich viele Varianten von ‚Burnout‘ gibt. Eigentlich wird es dadurch noch schwerer, etwas wirklich zu erkennen. Gibt es drei, vier ernsthafte Merkmale, die einer Führungskraft dabei helfen, Burnout bei Mitarbeitern zu erkennen?“


Unsere Expertin für Gesunde Personal- und Organisationsentwicklung, Dr. Michaela Simon, antwortet: 


Die Antwort auf diese Frage lautet NEIN.

Führungskräfte sollten sich hüten, Burn-out erkennen oder gar feststellen zu wollen. Denn sie sind keine Therapeuten und keine Ärzte. Was Führungskräfte tun sollten, ist gut und gesund führen. Dazu gehört insbesondere Veränderungen bei Mitarbeitern wahrzunehmen, die auf eine Über- oder auch Unterforderung hinweisen könnten.


Burn-out-Symptome sind äußerst vielfältig und individuell

Burn-out Symptome können sich auf körperlicher und psychischer oder beiden Ebenen zeigen. Sie sind ebenso vielfältig wie individuell und gehen sehr oft mit den verschiedensten Krankheiten einher; wobei hier die Frage der Ursache und Wirkung oft schwer feststellbar ist.


Burn-out ist schon fast In bei viel arbeitenden Menschen

Burn-out ist ein leider inflationär verwandter Begriff, der häufig für Zustände verwendet wird, die kein Burn-out sind. Eine Erschöpfung oder Müdigkeit, die nach ein paar Mal ausschlafen oder einem Urlaub vorbei ist, ist kein Burn-out. Und es klingt einfach besser zu sagen „ich habe ein Burn-out“ als „ich habe eine Depression“.


Klassifikation der Krankheiten (ICD 11) definiert Burn-out

Zum ersten Mal wird in der seit 1.1.22 in Kraft getretenen neuen Klassifikation für Erkrankungen ( ICD-11)  auch der Begriff Burn-out definiert, als chronischer Stress, der vom Arbeitsplatz resultiert, der nicht erfolgreich verarbeitet wird. Es wird allerdings immer noch nicht als Krankheit anerkannt.

Als Kriterien werden Energielosigkeit und Erschöpfung, eine zunehmende geistige Distanz, negative Haltung oder Zynismus zum eigenen Job sowie ein verringertes berufliches Leistungsvermögen angeführt.


Burn-Out ist ein Prozess, der sehr oft in Depression mündet

Laut medizinischer Definition ist das Burn-out Syndrom eine prozesshafte Erkrankung. Sie wird dabei als anhaltende und sich aufschaukelnde Hyperstressreaktion bezeichnet, die wiederum häufig einen Auflösungsprozess der psychischen und physischen Selbstregulation (unsere unbewussten Regulationsvorgänge und das vegetative Nervensystem) nach sich zieht und oftmals in eine manifeste Depression mündet (nach Dr. Manfred Nelting, Burn-out, wenn die Maske zerbricht).


Wie entsteht Burn-out?

In die Burn-out Spirale kann man/frau auf unterschiedliche Weise geraten. In der Regel wirken Faktoren von außen wie Druck, mangelnde Anerkennung im Beruf und persönliche Faktoren (zum Beispiel Perfektionismus, hohe Ansprüche, mangelnde Abgrenzung, eigene Ressourcen, privates Umfeld und Hobbies) zusammen.

Häufig erkranken Personen, die stark engagiert sind und viel Idealismus mitbringen oder aber Menschen, die sich einer Aufgabe oder einem Beruf von Anfang an nicht gewachsen gefühlt haben. Sprich die richtige Person am falschen Ort /Arbeitsplatz!


Faktoren im Arbeitsleben, die eine Burn-out Konstellation erhöhen sind:


  • unerfüllbare Vorgaben
  • unklare Erfolgskriterien
  • große Verantwortung unter Zeitdruck
  • langweilige Routinen
  • mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten
  • ständige Unterbrechungen des Arbeitsablaufes
  • schlechte Führung
  • schlechtes Betriebsklima, Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen
  • Angst um den Arbeitsplatz

Was können Führungskräfte tun?

Wie bereits erwähnt, ist das wichtigste die Wahrnehmung der Veränderung bei Ihren Mitarbeitern. Sprechen Sie Ihre Beobachtungen an, fragen Sie beziehungsweise führen Sie ein vertrauliches Gespräch. Falls Sie den Eindruck haben, dass einige Burnout Faktoren sichtbar sind, schlagen Sie externe Hilfe vor (Besuch beim Hausarzt, Psychologen etc.). Und sorgen Sie dafür, dass ihr Unternehmen Strukturen schafft, die Mitarbeiter gesund arbeiten lassen, wozu unter anderem folgendes gehört:


  • Das Thema Burnout enttabuisieren
  • Fürsorgepflicht wahrnehmen und Entlastungen schaffen
  • Gesunde Führung
  • Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Abbau hierarchischer Strukturen
  • Abbau von Überstunden und Überprüfung des Arbeitspensums
  • Familienfreundliche und sozialverträgliche Arbeitszeiten

 

Sie haben Rückfragen an Dr. Michaela Simon, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf. Nähere Informationen finden Sie hier.

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