Kommentarserie PFAFFI PFEIFT DRAUF

Theater Augsburg: Zur Hölle mit dem Geiz!

Schluss mit dem Jammern und Zetern ums Theater Augsburg! Foto: alexstorn/iStock/thinkstock/ B4B SCHWABEN

Das Gezeter und Gejammer über die Preissteigerungen bei den Augsburger Theaterplänen nervt.

Seit Jahr und Tag drängt das pp Publikum aufgedonnert bis zur letzten Haarsträhne in den Augsburger Opernball. DAS kulturell-gesellschaftliche Ereignis in Stadt und Land schlechthin. Wenn mich meine sehglasverstärkten Augen nicht trügen, habe ich da noch keinen gesehen, der für seinen Auftritt im einen Jahr weniger ausgegeben hätte als in der Saison zuvor.

Aber wenn der Ort des Geschehens, mächtig in die Jahre bekommen, sich frisch aufbrezeln will, dann schauen alle auf einmal aufs klamme Portemonnaie? Und jammern, weil das Vorhaben von Tag zu Tag mehr ins Geld geht? Ja mei: Tut’s doch ned so, als würd‘ euch das überraschen. Gerade diese Woche kam mir eine Pressemitteilung eines Lindauer Schönheitschirurgen ins Haus. Der hat das schön erklärt: So ein Gebäude, das Falten wirft und an dem das eine oder andere unästhetisch rumhängt wieder in Schuss zu bringen – das kostet halt auch etwas.

Ceterum censeo daher: Der Neubau der zentralen Kulturbühne(n) unserer Region kann gar nicht genug kosten. Am besten integrieren wir gleich noch den neuen Konzertsaal für München und zeigen den Gloifis von der Isar, dass die wahre Kultur zwischen Lech und Wertach zuhause ist. Darunter sollten wir uns nicht zufrieden geben. Lässt doch schon der alte Goethe – und der war Staatsbeamter – beim Faustschen „Vorspiel auf dem Theater“ den Direktor in aller Offenheit deklamieren:

„Ihr wisst, auf unsern deutschen Bühnen
Probiert ein jeder, was er mag;
Drum schonet mir an diesem Tag
Prospekte nicht und nicht Maschinen.
Gebraucht das groß’ und kleine Himmelslicht,
Die Sterne dürfet ihr verschwenden;
An Wasser, Feuer, Felsenwänden,
An Tier’ und Vögeln fehlt es nicht.
So schreitet in dem engen Bretterhaus
Den ganzen Kreis der Schöpfung aus
Und wandelt mit bedächt’ger Schnelle
Vom Himmel durch die Welt zur Hölle!“

Billiger als der Flughafen in Berlin wird’s auf jeden Fall.

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Seit Jahr und Tag drängt das pp Publikum aufgedonnert bis zur letzten Haarsträhne in den Augsburger Opernball. DAS kulturell-gesellschaftliche Ereignis in Stadt und Land schlechthin. Wenn mich meine sehglasverstärkten Augen nicht trügen, habe ich da noch keinen gesehen, der für seinen Auftritt im einen Jahr weniger ausgegeben hätte als in der Saison zuvor.

Aber wenn der Ort des Geschehens, mächtig in die Jahre bekommen, sich frisch aufbrezeln will, dann schauen alle auf einmal aufs klamme Portemonnaie? Und jammern, weil das Vorhaben von Tag zu Tag mehr ins Geld geht? Ja mei: Tut’s doch ned so, als würd‘ euch das überraschen. Gerade diese Woche kam mir eine Pressemitteilung eines Lindauer Schönheitschirurgen ins Haus. Der hat das schön erklärt: So ein Gebäude, das Falten wirft und an dem das eine oder andere unästhetisch rumhängt wieder in Schuss zu bringen – das kostet halt auch etwas.

Ceterum censeo daher: Der Neubau der zentralen Kulturbühne(n) unserer Region kann gar nicht genug kosten. Am besten integrieren wir gleich noch den neuen Konzertsaal für München und zeigen den Gloifis von der Isar, dass die wahre Kultur zwischen Lech und Wertach zuhause ist. Darunter sollten wir uns nicht zufrieden geben. Lässt doch schon der alte Goethe – und der war Staatsbeamter – beim Faustschen „Vorspiel auf dem Theater“ den Direktor in aller Offenheit deklamieren:

„Ihr wisst, auf unsern deutschen Bühnen
Probiert ein jeder, was er mag;
Drum schonet mir an diesem Tag
Prospekte nicht und nicht Maschinen.
Gebraucht das groß’ und kleine Himmelslicht,
Die Sterne dürfet ihr verschwenden;
An Wasser, Feuer, Felsenwänden,
An Tier’ und Vögeln fehlt es nicht.
So schreitet in dem engen Bretterhaus
Den ganzen Kreis der Schöpfung aus
Und wandelt mit bedächt’ger Schnelle
Vom Himmel durch die Welt zur Hölle!“

Billiger als der Flughafen in Berlin wird’s auf jeden Fall.

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