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Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar: PEGIDA und PETA? Warum der Nutzer von heute in immer weniger Schubladen passt

 Symbolbild. Foto: Federico Caputo / iStock / thinkstock

Mit einem solchen digitalen Shitstorm hatte Til Schweiger wohl nicht gerechnet: Der Schauspieler hatte dazu aufgerufen, eine Spendenaktion des „Hamburger Abendblatts“ zu unterstützen. Dafür erntete Schweiger viel Zuspruch – und leider auch zahlreiche Kommentare, die jede Menge braunes Gedankengut in den Köpfen unserer Mitmenschen vermuten lassen.

Doch wer sind diese Menschen, die in sozialen Netzwerken gegen Flüchtlinge hetzen? Facebook macht die Recherche einfach: Mit einem Klick liegt das Profil von Carina (Name von der Redaktion geändert) offen dar. Und jetzt die Überraschung: Carina lebt nicht in Sachsen, ohne Schulabschluss und ohne Chance auf Arbeit und hat deshalb eine vermeintlich gute Ausrede für Fremdenhass. Nein, Carina ist unter 30, wohnt in Hamburg, hat studiert, postet Liebesgedichte und engagiert sich für Aktionen von PETA und Avaaz. Nebenbei ist sie auch Frauke Petry- und Otto Waalkes-Fan.

Wie passt das zusammen? Die Antwort: Gar nicht. Profile – braun, weltoffen, links, rechts, konservativ – werden immer weniger eindeutig. Die klaren Kanten fehlen. Vorurteile gibt es weiterhin auf allen Seiten, doch sie entfernen sich noch weiter von der Wirklichkeit als bisher. Wer links ist, engagiert sich nicht mehr automatisch für den Weltfrieden. Wer rechtes Gedankengut hegt, kann problemlos gleichzeitig seine Freizeit dem Tierschutz opfern. Die Konturen, die einst Gesellschaftsschichten und Generationen voneinander trennten, sind aufgeweicht.

Viele lassen sich nicht mehr in eine Schublade stecken. Die einen fühlen sich selbst gleich in mehreren Schubladen wohl und mischen diese bunt. Doch viele nutzen auch die zahlreichen Möglichkeiten, sich wirklich über die Themen, die sie selbst betreffen, zu informieren. Sie denken freier, entscheiden unabhängiger. Auch sie sind gesellschaftlicher Manipulation ausgesetzt, doch sie gehen reflektierter damit um.

Was wir denken, sagen, wie wir handeln: All das prägt uns. Wen das interessiert? Zum Beispiel die, die unser Kaufverhalten analysieren: Konsumforscher, Marketingspezialisten. Profile erstellt schließlich nicht nur der User selbst auf Facebook, sondern auch die Wirtschaft von uns.

Doch was, wenn sich dieser Trend weiterentwickelt? Was, wenn es immer schwieriger wird, Menschen einer klaren Gruppe zuzuordnen? Dann dürfen sich jene, die Angst vor der Daten-Sammelwut der Unternehmen haben, freuen: Die über sie erstellten Profile sind bald keinen Pfifferling mehr wert.

von Rebecca Weingarten

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