Rüdiger Maas

Generation Z – Generation Greta?

Rüdiger Maas. Foto: Maas Beratungsgesellschaft mbH
Die Fridays for Future Bewegung hat gerade in der Generation Z eine sehr große Anhängerschaft. Viele ältere Generationen tun sich schwer damit. Was die Fachkräfte von Morgen hier bewegt und welches Verhalten negativ bei diesen ankommt, beleuchtet Rüdiger Maas, Geschäftsführer der Maas Beratungsgesellschaft mbH.

Am 20. August 2018 trat die schwedische Schülerin Greta Thunberg in den Schulstreik, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Inzwischen ist sie Vorbild für hunderttausende junge Menschen auf der ganzen Welt, welche sich zu regelmäßigen ‚Fridays for Future’ Demonstrationen zusammentun. Fridays for Future (FFF) ist eine Bewegung, deren Kernforderung darin besteht, die auf dem Pariser Klimagipfel Ende 2015 gesetzten Ziele zur Reduktion der CO2-Emmissionen einzuhalten.

Die Proteste werden überwiegend von jungen Schülerinnen und Schülern getragen, es zeigen sich allerdings auch Erwachsene und ältere Menschen solidarisch, wie sich jüngst am 20. September zeigte. Alle Generationen wurden am 20. September zu einem globalen Klimastreik aufgefordert.

Freitags auf den Straßen herrscht unter den Jugendlichen allerdings ein Gefühl von Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit.

Die Generation Z unterscheidet klar zwischen politischen Inhalten wie Klima und Umwelt und politischen Institutionen, also Politikern und Parteien. Institutionen stehen sie misstrauisch gegenüber, es besteht die Wahrnehmung, Politiker wüssten wenig über die Anliegen der jungen Generation. Sie sind somit irrelevant für sie, da sie sich weder mit ihren Themen noch ihrer Generation beschäftigen. Inhalte sind ihnen jedoch wichtig und mit ihnen beschäftigt sich die Generation Z. Die Trennung zwischen Institutionen und Inhalten wird durch die Art und Weise, wie Politiker auf Fridays For Future reagieren, verstärkt. Politiker bestätigen die Vorurteile der jungen Generation Z: Einen kurzfristigen Fokus auf Wiederwahlen durch die Befriedigung der Interessen der älteren Generationen.

Der Erfolg der Proteste ist vor allem auf die sozialen Netzwerke zurückzuführen. Hier haben die Jugendlichen gelernt, sich selbst darzustellen und zu verkaufen. Meist werden Jugendliche dafür kritisiert, auf sozialen Netzwerken nur die eigene Person zu inszenieren, doch sie haben dort wichtige Fertigkeiten erlernt. Die Generation Z hat zudem eine relativ sichere Ausgangslage, sie wächst in einer Konsumgesellschaft mit unzähligen Freizeitangeboten auf, die nicht nur finanziell erschließbar sind, sondern auch über digitale Plattformen, alles ist per Klick erreichbar. Zudem unterstützen ihre Eltern sie intensiv, die meisten führen ein relativ komfortables Leben. Daher die Vermutung: politisch werden junge Leute dann, wenn sie es sich wirtschaftlich leisten können.

Des Weiteren zeichnet sich die Generation Z durch eine passive, abwartende und absichernde Art aus. Die jungen Menschen suchen Orientierung und ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Die FFF-Bewegung bietet eine solche Orientierung, indem sie konkrete Handlungsempfehlungen gibt. Zudem ist FFF eine unabhängige Bewegung, die sehr authentisch ist. Die Generation Z sucht nach authentischen Botschaften, mit denen sie sich identifizieren kann. Greta als Gesicht der Demonstrationen spielt dabei eine große Rolle. Neben Greta sind auch Luisa Neubauer in Deutschland und Anuna De Wever in Belgien wichtige Einzelpersonen nationaler FFF- Gruppierungen.

Unabhängig von der Frage nach der unmittelbaren Zukunft der Bewegung und der Durchsetzbarkeit der Forderungen ist die gesellschaftliche Wirkung der Kampagne nicht zu unterschätzen. Nie zuvor wurde eine Bewegung international so vernetzt getragen. FFF mobilisiert und politisiert viele junge Menschen, die bisher wenig mit Politik zu tun hatten. Ein derartiges Engagement von jungen Menschen hat ohne Zweifel einen starken Einfluss auf das generelle Interesse an gesellschaftlichen und politischen Themen. Fridays for Future wird seine Spuren hinterlassen, in der Klimabewegung und auch darüber hinaus. Es ist die Frage, wie die Politik auf die Klimaproteste reagiert.

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Rüdiger Maas

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Rüdiger Maas. Foto: Maas Beratungsgesellschaft mbH
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Am 20. August 2018 trat die schwedische Schülerin Greta Thunberg in den Schulstreik, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Inzwischen ist sie Vorbild für hunderttausende junge Menschen auf der ganzen Welt, welche sich zu regelmäßigen ‚Fridays for Future’ Demonstrationen zusammentun. Fridays for Future (FFF) ist eine Bewegung, deren Kernforderung darin besteht, die auf dem Pariser Klimagipfel Ende 2015 gesetzten Ziele zur Reduktion der CO2-Emmissionen einzuhalten.

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Freitags auf den Straßen herrscht unter den Jugendlichen allerdings ein Gefühl von Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit.

Die Generation Z unterscheidet klar zwischen politischen Inhalten wie Klima und Umwelt und politischen Institutionen, also Politikern und Parteien. Institutionen stehen sie misstrauisch gegenüber, es besteht die Wahrnehmung, Politiker wüssten wenig über die Anliegen der jungen Generation. Sie sind somit irrelevant für sie, da sie sich weder mit ihren Themen noch ihrer Generation beschäftigen. Inhalte sind ihnen jedoch wichtig und mit ihnen beschäftigt sich die Generation Z. Die Trennung zwischen Institutionen und Inhalten wird durch die Art und Weise, wie Politiker auf Fridays For Future reagieren, verstärkt. Politiker bestätigen die Vorurteile der jungen Generation Z: Einen kurzfristigen Fokus auf Wiederwahlen durch die Befriedigung der Interessen der älteren Generationen.

Der Erfolg der Proteste ist vor allem auf die sozialen Netzwerke zurückzuführen. Hier haben die Jugendlichen gelernt, sich selbst darzustellen und zu verkaufen. Meist werden Jugendliche dafür kritisiert, auf sozialen Netzwerken nur die eigene Person zu inszenieren, doch sie haben dort wichtige Fertigkeiten erlernt. Die Generation Z hat zudem eine relativ sichere Ausgangslage, sie wächst in einer Konsumgesellschaft mit unzähligen Freizeitangeboten auf, die nicht nur finanziell erschließbar sind, sondern auch über digitale Plattformen, alles ist per Klick erreichbar. Zudem unterstützen ihre Eltern sie intensiv, die meisten führen ein relativ komfortables Leben. Daher die Vermutung: politisch werden junge Leute dann, wenn sie es sich wirtschaftlich leisten können.

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Unabhängig von der Frage nach der unmittelbaren Zukunft der Bewegung und der Durchsetzbarkeit der Forderungen ist die gesellschaftliche Wirkung der Kampagne nicht zu unterschätzen. Nie zuvor wurde eine Bewegung international so vernetzt getragen. FFF mobilisiert und politisiert viele junge Menschen, die bisher wenig mit Politik zu tun hatten. Ein derartiges Engagement von jungen Menschen hat ohne Zweifel einen starken Einfluss auf das generelle Interesse an gesellschaftlichen und politischen Themen. Fridays for Future wird seine Spuren hinterlassen, in der Klimabewegung und auch darüber hinaus. Es ist die Frage, wie die Politik auf die Klimaproteste reagiert.

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