Interview mit Rüdiger Maas

Was die Generation Z von der Arbeitswelt erwartet

Die Generation Z strömt gerade auf den Arbeitsmarkt – und sie ist anders als ihre Vorgänger. Doch was erwartet diese Generation von ihrem Chef? Das verrät Rüdiger Maas, Geschäftsführer der Maas Beratungsgesellschaft mbH, im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Maas, gerade beschäftigt die Unternehmen in der Region noch die Generation Y, jetzt kommt schon die Generation Z ums Eck. Wie genau wird diese definiert?

Rüdiger Maas: Die Jugendlichen der Generation Z sind zwischen 1994/95 und 2009/10 geboren. Sind also jetzt unsere Bacheloranten, Auszubildenden oder werden es in den nächsten Jahren werden. Deshalb lohnt es sich, die Eigenheiten der Generation Z etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Und das haben Sie in Ihrer aktuellen Studie getan. Wie kam's?

Viele meiner Kunden kamen mit demselben Problem auf mich zu. Sie verstünden die jungen Leute nicht mehr: „Meine Azubis sind gar nicht mehr dankbar“, „Viele unterschreiben einen Arbeitsvertrag und sagen kurz vorher ab“ oder „Sobald die Anforderungen in der Ausbildung höher werden, gehen sie“ . Dinge, die wir von der Generation Y so noch nicht kannten.

Nun helfen Sie Unternehmen dabei, die Generation Z zu verstehen.

Richtig. Wir haben sogar das Institut zur Generationenforschung gegründet. Wir wollten die Sache gleich wissenschaftlich anpacken. Deshalb haben wir über 2.000 Jugendliche zwischen 17 und 23 befragt, die alle kurz vor dem Berufseinstieg stehen. Wir wollten wissen: Was interessiert euch? Was wünscht ihr euch von eurem späteren Arbeitsplatz? Wie stellt ihr euch die Arbeitswelt vor? Mit dem so gewonnenen Wissen vermitteln wir nun zwischen Unternehmen und den Jugendlichen.

Und welche Erkenntnisse haben Sie aus der Studie gezogen? Wie unterscheidet sich die Generation Z von den anderen?

Die Jugendlichen sind teils sehr behütet aufgewachsen und haben nicht gelernt, selbstständig Probleme zu lösen – immer sind die Eltern greifbar und sofort hilfsbereit. Sie sehen ihre Eltern als beste Freunde und Berater und grenzen sich dadurch im Regelfall nicht wie früher von ihnen ab.

Die neue Generation lehnt mittlerweile viele Dinge ab, die ihre Vorgänger-Generation noch von ihren Arbeitgebern forderten, wie zum Beispiel Home-Office und Work-Life Balance. Die Generation Z will eine strikte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, das nennen wir  vom Institut schlicht Work-Life-Separation. Sie wollen keine Überstunden machen oder außerhalb der Arbeitszeit noch Anrufe annehmen. Auch mit Benefits oder einem hohen Gehalt können sie die Jugendlichen nicht mehr locken. Alles, was sie finanziell beziehungsweise materiell haben wollen, bekommen sie üblicherweise von ihren Eltern. 

Was wünscht sich die Generation Z von ihrem Chef?

Die Generation Z wünscht sich im Arbeitsleben ein Weiterführen wie zu Hause, eine Art „Ersatzfamilie“ mit Ersatzvater und -mutter, die nahbar und nett sind. Sie können dadurch auch schlechter mit negativem Feedback umgehen. Das haben sie nie erlebt und somit auch nie gelernt. Die Atmosphäre im Unternehmen ist daher von enormer Bedeutung für die Z-ler. Hier können vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen punkten. Wie innovativ und kreativ das Unternehmen ist, interessiert die Z-ler kaum noch. Im Gegenteil, unsere Studie zeigt, dass sich viele Z-ler nach „Normalität“, Struktur und Halt in der Offline-Welt sehnen. 

Was raten Sie den Unternehmern?

Die Arbeitgeber müssen insgesamt lernen, in verschiedenen Generationen zu denken und infolge einfach die Z-ler mal fragen, was sie wollen. Die aufgesetzte „Kumpel-Tour“ finden Z-ler nicht authentisch und oft eher peinlich. Sie wollen auf keinen Fall ihren Chef in den sozialen Medien sehen oder von ihm in ihrer Sprache angesprochen werden. Das Unternehmen muss sich weiterhin seriös verkaufen, da Authentizität einen viel höheren Stellenwert bei der Generation Z hat. Wer sich den Jugendlichen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren will, kann ruhig auch auf Konventionelles zurückgreifen, wie Messe oder Börsen, jedoch bitte keine Offline-Zeitschrift.

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Und welche Erkenntnisse haben Sie aus der Studie gezogen? Wie unterscheidet sich die Generation Z von den anderen?

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Die neue Generation lehnt mittlerweile viele Dinge ab, die ihre Vorgänger-Generation noch von ihren Arbeitgebern forderten, wie zum Beispiel Home-Office und Work-Life Balance. Die Generation Z will eine strikte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, das nennen wir  vom Institut schlicht Work-Life-Separation. Sie wollen keine Überstunden machen oder außerhalb der Arbeitszeit noch Anrufe annehmen. Auch mit Benefits oder einem hohen Gehalt können sie die Jugendlichen nicht mehr locken. Alles, was sie finanziell beziehungsweise materiell haben wollen, bekommen sie üblicherweise von ihren Eltern. 

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Die Generation Z wünscht sich im Arbeitsleben ein Weiterführen wie zu Hause, eine Art „Ersatzfamilie“ mit Ersatzvater und -mutter, die nahbar und nett sind. Sie können dadurch auch schlechter mit negativem Feedback umgehen. Das haben sie nie erlebt und somit auch nie gelernt. Die Atmosphäre im Unternehmen ist daher von enormer Bedeutung für die Z-ler. Hier können vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen punkten. Wie innovativ und kreativ das Unternehmen ist, interessiert die Z-ler kaum noch. Im Gegenteil, unsere Studie zeigt, dass sich viele Z-ler nach „Normalität“, Struktur und Halt in der Offline-Welt sehnen. 

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Die Arbeitgeber müssen insgesamt lernen, in verschiedenen Generationen zu denken und infolge einfach die Z-ler mal fragen, was sie wollen. Die aufgesetzte „Kumpel-Tour“ finden Z-ler nicht authentisch und oft eher peinlich. Sie wollen auf keinen Fall ihren Chef in den sozialen Medien sehen oder von ihm in ihrer Sprache angesprochen werden. Das Unternehmen muss sich weiterhin seriös verkaufen, da Authentizität einen viel höheren Stellenwert bei der Generation Z hat. Wer sich den Jugendlichen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren will, kann ruhig auch auf Konventionelles zurückgreifen, wie Messe oder Börsen, jedoch bitte keine Offline-Zeitschrift.

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