Südwestmetall

Metall- und Elektroindustrie wächst weiter in der Region Ulm

Die Vorsitzende und Geschäftsführer von Südwestmetall Ulm. Foto: Südwestmetall Ulm
Die regionale Metall- und Elektroindustrie konnte ihren Umsatz erneut steigern. Wieso die Stimmung bei den Unternehmen dennoch getrübt ist.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall stellte kürzlich die Ergebnisse seiner jährlichen Wirtschaftsumfrage vor, die er jüngst unter seinen Mitgliedsfirmen durchgeführt hat. Die regionale Metall- und Elektroindustrie hat im vergangenen Jahr mit 10,1 Prozent auf 11,98 Milliarden Euro ein enormes Umsatzwachstum hingelegt und damit das Vorjahr nochmals übertroffen. Auch die Zahl der Beschäftigten steigerte sich nochmals kräftig um 3,3 Prozent auf 54.715.

Haupttreiber ist das Inland

Haupttreiber war bei dem sehr guten Umsatzwachstum im vergangenen Jahr das  Inland. Der Export legte zwar ebenfalls zu, die Exportquote sank aber um zwei Prozentpunkte auf 51,48 Prozent. „Das ist insgesamt eine sehr schöne Entwicklung unserer regionalen M+E-Industrie in 2017, die sich wohl auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Aber nicht alle Unternehmen profitierten davon, deshalb ist die Stimmung nicht ungetrübt“, sagte Mario Trunzer, Geschäftsführer der Liebherr Werk Ehingen GmbH und Vorsitzender der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm. Rund ein Fünftel der Unternehmen musste im vergangenen Jahr zum Teil starke Umsatzeinbußen von teils über zehn Prozent hinnehmen.

„Bekenntnis zur Region“

„Die Firmen haben in 2017 mit 411 Millionen Euro auf stabilem Niveau in die Region investiert – ein Bekenntnis zur Region“, sagte Thomas Handtmann, Geschäftsführer der Albert Handtmann Holding GmbH & Co. KG in Biberach und stellvertretender Vorsitzender von Südwestmetall Ulm. „Allerdings können wir beobachten, dass die Auslandsinvestitionen zunehmen: So werden in diesem Jahr 57,4 Millionen Euro im Ausland investiert, im Vorjahr waren es weniger als die Hälfte“, so Thomas Handtmann weiter.

Hauptsorge ist der Fachkräftemangel

Auch die Personalpläne der Firmen seien für 2018 weiter positiv, so die Vorsitzenden der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm. Fast zwei Drittel aller Unternehmen (genau 61Prozent) wollen Personal aufbauen. Insgesamt sei der Aufbau von fast 600 Arbeitsplätzen geplant. Probleme bereite jedoch immer mehr der Fachkräftemangel. „Es ist deutlich schwieriger geworden, Stellen zu besetzen, obwohl unsere Arbeitsplätze so attraktiv sind“, sagte Götz Maier, „Besonders im Bereich der Facharbeiter, aber auch sehr stark bei Ingenieuren fehlen Arbeitskräfte.“ Aktuell seien rekordverdächtig 806 Stellen in der regionalen M+E-Industrie nicht besetzt, obwohl im vergangenen Jahr wieder eine große Zahl an Zeitarbeitnehmern übernommen worden sei. Die Firmen stellten auch immer mehr Mitarbeiter „über 50 Jahre“ ein – im vergangenen Jahr fast 200, fast ebenso viele wie in 2016.

Personalkostendruck ist weitere Herausforderung

Die Umfrage belege aber auch, dass der Personalkostendruck unvermindert hoch sei, sagte Mario Trunzer: „Der jüngste Tarifabschluss hat die Kosten nochmals kräftig erhöht. Die Unternehmen brauchen aber Luft zum Atmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Geld für Investitionen in die von technischem Wandel geprägte Zukunft zu haben.“ Trunzer betonte: „Unsere Industrie muss auf den Weltmärkten bestehen. Das wird nur mit innovativen Unternehmen mit guten Mitarbeitern funktionieren – und wenn der Staat seinen Teil durch zukunftsgerichtete Investitionen dazu beiträgt.“ Im neunten Wachstumsjahr hintereinander gelte es, so Trunzer, die konjunkturellen Zyklen genau zu beobachten und dem Gesetzgeber bei den vermehrt geplanten Bürokratiegesetzen Kontra zu geben.

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Der Arbeitgeberverband Südwestmetall stellte kürzlich die Ergebnisse seiner jährlichen Wirtschaftsumfrage vor, die er jüngst unter seinen Mitgliedsfirmen durchgeführt hat. Die regionale Metall- und Elektroindustrie hat im vergangenen Jahr mit 10,1 Prozent auf 11,98 Milliarden Euro ein enormes Umsatzwachstum hingelegt und damit das Vorjahr nochmals übertroffen. Auch die Zahl der Beschäftigten steigerte sich nochmals kräftig um 3,3 Prozent auf 54.715.

Haupttreiber ist das Inland

Haupttreiber war bei dem sehr guten Umsatzwachstum im vergangenen Jahr das  Inland. Der Export legte zwar ebenfalls zu, die Exportquote sank aber um zwei Prozentpunkte auf 51,48 Prozent. „Das ist insgesamt eine sehr schöne Entwicklung unserer regionalen M+E-Industrie in 2017, die sich wohl auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Aber nicht alle Unternehmen profitierten davon, deshalb ist die Stimmung nicht ungetrübt“, sagte Mario Trunzer, Geschäftsführer der Liebherr Werk Ehingen GmbH und Vorsitzender der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm. Rund ein Fünftel der Unternehmen musste im vergangenen Jahr zum Teil starke Umsatzeinbußen von teils über zehn Prozent hinnehmen.

„Bekenntnis zur Region“

„Die Firmen haben in 2017 mit 411 Millionen Euro auf stabilem Niveau in die Region investiert – ein Bekenntnis zur Region“, sagte Thomas Handtmann, Geschäftsführer der Albert Handtmann Holding GmbH & Co. KG in Biberach und stellvertretender Vorsitzender von Südwestmetall Ulm. „Allerdings können wir beobachten, dass die Auslandsinvestitionen zunehmen: So werden in diesem Jahr 57,4 Millionen Euro im Ausland investiert, im Vorjahr waren es weniger als die Hälfte“, so Thomas Handtmann weiter.

Hauptsorge ist der Fachkräftemangel

Auch die Personalpläne der Firmen seien für 2018 weiter positiv, so die Vorsitzenden der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm. Fast zwei Drittel aller Unternehmen (genau 61Prozent) wollen Personal aufbauen. Insgesamt sei der Aufbau von fast 600 Arbeitsplätzen geplant. Probleme bereite jedoch immer mehr der Fachkräftemangel. „Es ist deutlich schwieriger geworden, Stellen zu besetzen, obwohl unsere Arbeitsplätze so attraktiv sind“, sagte Götz Maier, „Besonders im Bereich der Facharbeiter, aber auch sehr stark bei Ingenieuren fehlen Arbeitskräfte.“ Aktuell seien rekordverdächtig 806 Stellen in der regionalen M+E-Industrie nicht besetzt, obwohl im vergangenen Jahr wieder eine große Zahl an Zeitarbeitnehmern übernommen worden sei. Die Firmen stellten auch immer mehr Mitarbeiter „über 50 Jahre“ ein – im vergangenen Jahr fast 200, fast ebenso viele wie in 2016.

Personalkostendruck ist weitere Herausforderung

Die Umfrage belege aber auch, dass der Personalkostendruck unvermindert hoch sei, sagte Mario Trunzer: „Der jüngste Tarifabschluss hat die Kosten nochmals kräftig erhöht. Die Unternehmen brauchen aber Luft zum Atmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Geld für Investitionen in die von technischem Wandel geprägte Zukunft zu haben.“ Trunzer betonte: „Unsere Industrie muss auf den Weltmärkten bestehen. Das wird nur mit innovativen Unternehmen mit guten Mitarbeitern funktionieren – und wenn der Staat seinen Teil durch zukunftsgerichtete Investitionen dazu beiträgt.“ Im neunten Wachstumsjahr hintereinander gelte es, so Trunzer, die konjunkturellen Zyklen genau zu beobachten und dem Gesetzgeber bei den vermehrt geplanten Bürokratiegesetzen Kontra zu geben.

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