Prämierung

HWK Ulm lobt Ehrenamt und fordert Gleichberechtigung

Die Handwerkskammer Ulm möchte sich nicht nur für das Ehrenamt innerhalb der Handwerker einsetzen. Es soll außerdem die berufliche Ausbildung im Vergleich zum Studium aufgewertet werden.

Die Politik bewegt sich und gleicht finanzielle Förderungen für die berufliche Ausbildung an. In seiner 180. Vollversammlung hat das Parlament des regionalen Handwerks deshalb innerhalb der Handwerkskammer Ulm die aktuellen, politischen Vorstöße hin zu mehr Gleichwertigkeit begrüßt. Gleichzeitig wurde auch ehrenamtliches Engagement innerhalb des Handwerkes belohnt.

HWK vergibt silberne und goldene Nadeln

Knapp 2.100 Handwerker engagieren sich derzeit ehrenamtlich bei der Handwerkskammer. Sie arbeiten beispielsweise in Fachbeiräten für die berufliche Bildung oder in den Prüfungsausschüssen für die Gesellen- und Meisterprüfung. Dafür wurden einige nun sogar geehrt. „Ohne dieses Engagement gäbe es die Selbstverwaltung des Handwerks nicht. Das handwerkliche Ehrenamt spart dem Staat bares Geld – und gibt uns Handwerkern die Möglichkeit mitzugestalten und reinzusprechen“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer, bei der Verleihung der silbernen und goldenen Ehrennadeln der Handwerkskammer Ulm. Eine silberne Ehrennadel der Handwerkskammer Ulm erhalten Handwerker, die während ihrer mindestens 15-jährigen, ehrenamtlichen Tätigkeit besondere Verdienste um ihren Berufsstand erworben haben.

Die goldene Ehrennadel der Handwerkskammer Ulm kann durch Beschluss des Vorstands an selbständige und nicht selbständige Handwerker verliehen werden. Diese müssen sich während einer mindestens 25-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit an führender Stelle in der Handwerksorganisation hervorragende Verdienste um den Berufsstand erworben haben. Voraussetzung für die Verleihung der Goldenen Ehrennadel ist allerdings in jedem Fall, dass der zu Ehrende bereits im Besitz der silbernen Ehrennadel der Handwerkskammer Ulm ist.

Joachim Krimmer: Weiterbildung muss anerkannt werden

„Wenn ein junger Mensch sich engagiert, viel Zeit und Geld in die Hand nimmt, um sich weiterzubilden, muss das auch anerkannt werden. Es passt nicht, wenn er teilweise doppelt so viel für den Nahverkehr bezahlen muss, wie ein Student an der Uni - nur weil er in eine andere  Bildungseinrichtung fahren möchte“, so Krimmer. Die Unterschiede in der Preisgestaltung zwischen akademischer und beruflicher Bildung sind vorhanden. So zahlt ein akademischer Student im Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben 238 Euro im Jahr für sein Nahverkehrsticket, während der Meisterstudent knapp 560 Euro dafür bezahlen muss. Ebenso im Nahverkehrsverbund Donau-Iller. Akademische Studenten fahren für nur knapp 21 Euro im Monat, während der Meisterstudent im günstigsten Fall 49 Euro zu zahlen hat.

Berufsbezeichnungen sollen zukunftsorientiert sein

Die von der Bildungsministerin geplanten Ergänzungen zu den traditionellen Berufsbezeichnungen Meister und Geselle können die Handwerker nachvollziehen. International verständliche Berufsbezeichnungen wie „Bachelor Professional“ (Meister) oder „Master Professional“ (Betriebswirt) sollen ergänzt werden, aber Meister und Geselle nicht verdrängen. „Die Schülerinnen und Schüler sind heute schon früh von akademischen Titeln geprägt und orientieren sich an Begriffen wie Bachelor oder Master. Mit der Einführung dieser internationalen Bezeichnungen können wir zeigen, dass man im Handwerk gleichwertig seine Zukunft finden kann“, so Krimmer.

Zukunftsorientiertes Lernen und Weiterbilden ist an den Bildungsakademien der Handwerkskammer Ulm möglich. Nach der Eröffnung der neugebauten Hallen als „Lernende Gebäude“ steht in den kommenden Jahren die Sanierung der bestehenden Hallen in Ulm und Friedrichshafen im Fokus. „Das Handwerk ist gefragt. Die Erwartungen der Kunden, aber auch die der Handwerker selbst an ihre Tätigkeit steigen. Insofern sind Investitionen in unsere Bildungsstätten richtig, wichtig und weiterhin nötig“, stellte Krimmer außerdem fest.

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