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Handwerkskammer Ulm fordert weiteren Ausbau des ÖPNVs
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Neun-Euro Ticket

Handwerkskammer Ulm fordert weiteren Ausbau des ÖPNVs

 PM_28_Handwerkskammer Ulm fordert weitern Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum
Die Handwerkskammer Ulm fordert weiteren Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum. Bild: pixabay.com

Viele Menschen nutzen seit Beginn des Monats das Neun-Euro-Ticket. Noch bis Ende August können auch Handwerker sowie Azubis den öffentlichen Personennahverkehr zum deutlich reduzierten Preis nutzen. Warum das Neun-Euro Ticket besonders für den ländlichen Raum dennoch zu kurzfristig gedacht ist.

Wer aufgrund der gestiegenen Benzinpreise darüber nachdenkt, das Auto stehen zu lassen, tut sich gerade in den ländlicheren Regionen zwischen Ostalb und Bodensee schwer. Denn oftmals gibt es keine direkten Verbindungen zum Arbeitsplatz oder der Bus fährt nur sporadisch.


„Was hilft der günstige Fahrschein, wenn kein Bus fährt?“

Hier braucht es ein merklich attraktiveres Nahverkehrsnetz mit besserer Taktung und flexibler gestalteter Anbindung. Dafür setzt sich die Handwerkskammer schon länger ein. Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Das Neun-Euro-Ticket ist ein guter Auftakt. Aber es ist auf die Interessen und die Lebenssituation der Stadtbevölkerung ausgelegt. Dort hilft es, weil es bereits die nötige Infrastruktur gibt. Die Menschen in ländlicheren Gebieten profitieren dagegen kaum. Was hilft der günstige Fahrschein, wenn kein Bus fährt?“

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Handwerker sind auf funktionierendes ÖPNV-Netz angewiesen

Nicht nur aufgrund der gestiegenen Energiepreise gilt es den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum langfristig zu begünstigen, auszubauen und so zukunftsfest zu machen. Sind Menschen mobil, kommen sie leichter zu ihrem Handwerks- und Ausbildungsbetrieb. Qualifizierte Fachkräfte werden auch in kleineren Städten und Gemeinden gebraucht, um Kundenaufträge vor Ort abzuarbeiten. Sie benötigen attraktive Angebote, um günstig zur Arbeit und Ausbildungsstelle zu kommen und ihren Beitrag zur Energie- und Klimawende leisten zu können. So werden ländliche Regionen bei der Versorgung nicht abgehängt.

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Das landesweite 365-Euro Ticket für Azubis

Auch für Jugendliche, die darüber nachdenken, eine Ausbildung zu beginnen, spielt die Anbindung von Betriebs- und Wohnort eine Rolle. Die Handwerkskammer Ulm hat sich deshalb auch für das flächendeckende, landesweite 365-Euro-Ticket für Azubis stark gemacht, das im September 2022 starten soll. „Wir bauen darauf, dass dieses Ticket in allen Landkreisen umgesetzt wird und kommt. Regionalen Netzen darf jetzt nicht das Geld entzogen werden. Viel wichtiger ist es, dass die Infrastruktur und das Angebot gerade in ländlichen Regionen jetzt ausgebaut werden. Wenn uns das nicht gelingt, bleibt das Neun-Euro-Ticket ein Strohfeuer“, ergänzt Mehlich.


Das neun-Euro Ticket ist zu kurzfristig gedacht

Die Verkehrspolitik müsse die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen außerhalb der Ballungsräume stärker berücksichtigen. Das Neun-Euro-Ticket ist ein einschneidender Schritt und guter Einstieg, um das Problem zu benennen. Langfristig ist es aber zu wenig und ungeeignet, um eine bessere Nutzung des ÖPNV insbesondere in ländlichen Regionen zu fördern.

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