Kritik

Standort für Fachambulanz in Memmingen ist „problematisch“

Eine Fachambulanz für verurteilte Gewalt- und Sexualstraftäter soll in der Memminger Innenstadt eingerichtet werden. Der Oberbürgermeister stellte den geplanten Standort in der Memminger Innenstadt in Frage.

Nach einer Planung des Bayerischen Justizministeriums soll in der Memminger Hirschgasse eine psychotherapeutische Fachambulanz für verurteilte Gewalt- und Sexualstraftäter eingerichtet werden. Diese Ambulanzen spielen bei der Resozialisierung von Straftätern eine wichtige Rolle, senkt eine Therapie in ihnen das Rückfallrisiko merklich. Doch bisher gibt es nur wenige solcher Einrichtungen, die sich meist in den großen Ballungszentren befinden. Nun sollen auch die bisher unterversorgten Gebiete erschlossen werden. „Unser heutiges Gespräch mit Vertretern des Justizministeriums und des Evangelischen Hilfswerks hat leider zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt“, bedauert Oberbürgermeister Manfred Schilder.

„Der Standort ist sehr problematisch, für Klienten genauso wie für Anlieger“

„Unsere Argumente und die Bedenken der Anwohner, den Standort aus der Memminger Innenstadt heraus zu verlagern, fanden kein Gehör“, berichtet Schilder. Er stellt klar: „Dass derartige Einrichtungen nötig sind, um entlassene Straftäter therapeutisch zu begleiten und so die Sicherheit letztendlich aller Menschen in der Region zu erhöhen, ist zweifellos korrekt und unterstützenswert. Ich halte jedoch die Entscheidung des Justizministeriums, aus fachlichen Gründen am derzeit geplanten Standort festzuhalten, nicht für richtig. Der geplante Standort an dieser zentralen Stelle ist sehr problematisch, für Klienten genauso wie für Anlieger. Eine Anonymität ist in der Innenstadt nicht gegeben.“

„Als Kommune haben wir keinen Einfluss auf die Planung des Ministeriums“

Die Memminger Stadtverwaltung hat erst durch einen Bauantrag von den Plänen des Ministeriums zur Einrichtung der Fachambulanz in der Hirschgasse erfahren. „Als Kommune haben wir keinen Einfluss auf die Planung des Ministeriums“, betonte der Oberbürgermeister. Gegen das Vorhaben des Justizministeriums formierte sich erheblicher Widerstand in der Memminger Bürgerschaft. Gestern übergaben Anlieger eine Liste mit über 1.600 gesammelten Unterschriften, um eine Ansiedlung der psychotherapeutischen Einrichtungen in der Innenstadt zu verhindern.

Justizministerium will mit den Anwohnern ins Gespräch gehen

Das Justizministerium sagte im Rahmen des heutigen Gesprächs zu, in Kürze eine Veranstaltung für die Anlieger abzuhalten, um die Arbeit der Fachambulanz und die Standortentscheidung zu erläutern. Die Kosten werden gänzlich vom Justizministerium übernommen.

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Nach einer Planung des Bayerischen Justizministeriums soll in der Memminger Hirschgasse eine psychotherapeutische Fachambulanz für verurteilte Gewalt- und Sexualstraftäter eingerichtet werden. Diese Ambulanzen spielen bei der Resozialisierung von Straftätern eine wichtige Rolle, senkt eine Therapie in ihnen das Rückfallrisiko merklich. Doch bisher gibt es nur wenige solcher Einrichtungen, die sich meist in den großen Ballungszentren befinden. Nun sollen auch die bisher unterversorgten Gebiete erschlossen werden. „Unser heutiges Gespräch mit Vertretern des Justizministeriums und des Evangelischen Hilfswerks hat leider zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt“, bedauert Oberbürgermeister Manfred Schilder.

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„Unsere Argumente und die Bedenken der Anwohner, den Standort aus der Memminger Innenstadt heraus zu verlagern, fanden kein Gehör“, berichtet Schilder. Er stellt klar: „Dass derartige Einrichtungen nötig sind, um entlassene Straftäter therapeutisch zu begleiten und so die Sicherheit letztendlich aller Menschen in der Region zu erhöhen, ist zweifellos korrekt und unterstützenswert. Ich halte jedoch die Entscheidung des Justizministeriums, aus fachlichen Gründen am derzeit geplanten Standort festzuhalten, nicht für richtig. Der geplante Standort an dieser zentralen Stelle ist sehr problematisch, für Klienten genauso wie für Anlieger. Eine Anonymität ist in der Innenstadt nicht gegeben.“

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