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Multivac eröffnet Smart Factory in Wolfertschwenden
Investition

Multivac eröffnet Smart Factory in Wolfertschwenden

Das Werk 2 von Multivac in Wolfertschwenden. Foto: Multivac
Das Werk 2 von Multivac in Wolfertschwenden. Foto: Multivac

Multivac hat sein neues Werk 2 offiziell eröffnet. Mit einer Investition von rund 100 Millionen Euro baut das Unternehmen damit seine Fertigungs- und Logistikkapazitäten aus. Das steckt hinter der Smart Factory.

Die Multivac Group hat ihr Werk 2 am Stammsitz in Wolfertschwenden im Unterallgäu offiziell eingeweiht. Nach rund zwei Jahren Bauzeit entstand auf 27.500 Quadratmetern ein neuer Produktions- und Logistikstandort, der eine Fertigungshalle, ein Logistikzentrum, Büroflächen, Sozialräume und eine Kantine umfasst.

Insgesamt investierte das Unternehmen rund 100 Millionen Euro. Etwa 60 Millionen Euro flossen in den Neubau, weitere 40 Millionen Euro in Technik und Prozesse. Das Logistik- und Ersatzteilzentrum ging bereits im September 2025 in Betrieb. Die Fertigungshalle folgte im Februar 2026. Die offizielle Eröffnung fand nun im Rahmen eines Sommerfestes statt.

Smart Factory setzt auf Automatisierung

Im neuen Werk sollen automatisierte Abläufe eine zentrale Rolle spielen. Fahrerlose Transportsysteme und Industrieroboter übernehmen weite Teile der Fertigung, vollautomatisierte Prozessketten steuern Einlagerung, Produktion und Warenausgang. Dadurch sollen manuelle Arbeitsschritte reduziert, Prozesse standardisiert und die digitale Vernetzung verbessert werden. Nach Unternehmensangaben führe das zu weniger Fehlern, kürzeren Durchlaufzeiten und mehr Transparenz in der Fertigung. Gleichzeitig soll die Automatisierung helfen, dem zunehmenden Arbeitskräftemangel zu begegnen.

Digitale Steuerung für individuell gefertigte Produkte

Kernstück der neuen Smart Factory ist ein „One-Piece-Flow" für individuell gefertigte Produkte. Eine eigens entwickelte Software soll jedem Rohmaterial-Zuschnitt ein eigenes Behältnis zuordnen. Dieses begleitet das Bauteil durch den gesamten Fertigungsprozess. Alle Warenbewegungen werden dadurch digital erfasst und im Extended Warehouse Management System dokumentiert. So entsteht nach Unternehmensangaben eine vollständige Kontrolle über den Materialfluss.

Zum Werk gehört ein 9.500 Quadratmeter großes Logistikzentrum. Es übernimmt die Ersatzteilversorgung für Multivac, TVI und künftig auch Fritsch. Dort lagern zwischen 50.000 und 60.000 verschiedene Materialien. Das Zentrum verfügt über rund 10.000 Palettenstellplätze und 48.000 Behälter. 

Ausbau schafft Kapazitäten für Wachstum und grüne Energie

Mit dem Neubau erweitert Multivac seine Kapazitäten für Slicing- und Automatisierungslösungen. Nach Angaben des Unternehmens gehöre diese Bereiche zu den wichtigsten Wachstumsmärkten. Gleichzeitig entstehen im Stammwerk zusätzliche Flächen, um bestehende Projekte umzusetzen und künftige Kundenanforderungen besser erfüllen zu können. Auch bei der Energieversorgung setze Multivac auf neue Technologien. Das Werk nutze Grundwasserkühlung, Geothermie, Bio-Fernwärme und eine unternehmenseigene Photovoltaikanlage. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht diese Kombination eine vollständig klimaneutrale Energieversorgung des neuen Standorts.

Dr. Christian Lau, Geschäftsführender Direktor der Unternehmensgruppe, erklärt: „Diese Investition ist nicht nur ein strategischer Schritt, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein, sondern auch ein Bekenntnis zur Förderung und Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Allgäu."

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