Interview

Ist Buzil aus Memmingen ein Krisengewinner?

Auf den ersten Blick muss die Firma Buzil – sie produziert in Memmingen Reinigungs- und Desinfektionsmittel – ein Gewinner der Krise sein. Doch ganz so eindeutig ist es nicht. Weshalb trotzdem auch in diesem Jahr weiter investiert wird, erklärt im Interview die Buzil-Geschäftsführerin Isabell Janoth.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Desinfektionsmittel waren selten so stark nachgefragt wie 2020 und 2021. Heißt das, dass die Corona-Krise einen Bogen um Buzil macht?

Isabell Janoth: Ganz und gar nicht. 2020 war für uns ein erfolgreiches aber auch ein sehr turbulentes Jahr: Innerhalb kürzester Zeit war der Bedarf an Desinfektionsmitteln enorm groß. Dadurch gab es viele Herausforderungen. So gab es zum Beispiel auf dem Beschaffungsmarkt zeitweise keine Rohstoffe mehr für die Produktion von Desinfektionsmitteln.  

War trotzdem schon bald absehbar, dass Buzil gut durch das Jahr kommt?

Das war bereits Mitte 2020 klar. Wir haben eine Jahresprognose aufgestellt, die wir stets angepasst haben. Im Grunde waren wir von so vielen äußeren Einflüssen betroffen wie noch nie. Und diese Einflüsse und Gegebenheiten änderten sich immer wieder und plötzlich. Dazu zählten unter anderem die Lockdowns, die in vielen von uns belieferten Länder ganz unterschiedlich ausgeprägt waren.

Wo machten sich die größten Schwierigkeiten bemerkbar?

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Im südeuropäischen Raum brach der Tourismusbereich nahezu komplett ein, wodurch weniger Reinigung in Hotels, Unterkünften, Restaurants und so weiter notwendig war. Andernorts war wiederum ausschlaggebend, ob etwa die Schulen und Kindergärten geöffnet waren: Wenn diese nicht täglich besucht werden, müssen sie auch nicht täglich gereinigt werden. Das gilt folgerichtig auch für Unternehmen, deren Mitarbeiter im Home-Office sind.

Dennoch konnten Buzil mit Desinfektionsmitteln viel ausgleichen. Wird das auch 2021 funktionieren?

Die Pandemie und die Ausnahmesituation auf den Märkten dauern an. Daher ist ein erfolgreiches Jahr 2020 nicht gleichbedeutend damit, dass Buzil gut durch die Krise kommen wird. Einmaleffekte wie in 2020 mit den Desinfektionsmitteln wird es in 2021 nicht mehr geben, da sich die Märkte auf Hersteller und Verbraucherseite angepasst haben. Wie die Wirtschaft –  und damit auch Buzil –  durch das begonnene Jahr kommt und die Krise gemeistert werden kann, ist nicht abzusehen. Wahrscheinlich aber wird es für Buzil ein schwieriges Jahr und es bleibt abzuwarten, ob wir insgesamt als Gewinner aus der Krise gehen.

Dennoch zahlen Sie Ihren Mitarbeitern eine Corona-Prämie im Gesamtwert von rund 180.000 Euro aus und spendeten zudem an Humedica. Wie passt das mit der unsicheren wirtschaftlichen Gesamtlage zusammen?

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Wir konnten mit dem Verkauf der Desinfektionsmittel den Nachfragerückgang nach der üblichen Reinigungschemie kompensieren und 2020 als ein erfolgreiches Jahr abschließen. Wir leisten uns als Unternehmen diese Prämie in Höhe von bis 1.500 Euro pro Mitarbeiter ganz einfach, weil wir damit unseren Mitarbeitenden für ihr großes Engagement und ihren Einsatz danken wollen. Nur durch sie wurde 2020 ein erfolgreiches Jahr.

Investiert Buzil auch an anderer Stelle Geld?

Um als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir natürlich investieren. Wir haben in 2020 unsere Investitionen wie geplant durchgeführt und konnten sogar Projekte früher starten als gedacht. Auch für 2021 haben wir Investitionen geplant, bei denen wir bereits in der Planungsphase stecken. Es wäre falsch einen Investitionsstau zu verursachen, der uns nach der Pandemie und der damit verbundenen Krise hinderlich sein könnte. Wir investieren deshalb in nächster Zeit vor allem in den Ausbau der  Kundenservices, in Digitalisierung mit dem Ziel der besseren Ressourcennutzung beziehungsweise Einsparung und in diverse Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in der Produktion.

Kann also schon eine Prognose für 2021 gestellt werden?

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Eine Prognose für 2021 abzugeben ist ähnlich wie ein Blick in die Glaskugel. Wer hätte Anfang 2020 gedacht, dass sich das Jahr so entwickelt, wie es das tat. Wir gehen davon aus, dass 2021 kein einfaches Jahr wird. Jedoch hängt dies sehr stark von den äußeren Einflüssen ab, wie Lockdowns, Wirtschaftskrise, Impffortschritt etc. Dennoch bin ich positiv gestimmt, da ich weiß, was wir, das Buzil-Team, gemeinsam zu leisten im Stande sind.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Desinfektionsmittel waren selten so stark nachgefragt wie 2020 und 2021. Heißt das, dass die Corona-Krise einen Bogen um Buzil macht?

Isabell Janoth: Ganz und gar nicht. 2020 war für uns ein erfolgreiches aber auch ein sehr turbulentes Jahr: Innerhalb kürzester Zeit war der Bedarf an Desinfektionsmitteln enorm groß. Dadurch gab es viele Herausforderungen. So gab es zum Beispiel auf dem Beschaffungsmarkt zeitweise keine Rohstoffe mehr für die Produktion von Desinfektionsmitteln.  

War trotzdem schon bald absehbar, dass Buzil gut durch das Jahr kommt?

Das war bereits Mitte 2020 klar. Wir haben eine Jahresprognose aufgestellt, die wir stets angepasst haben. Im Grunde waren wir von so vielen äußeren Einflüssen betroffen wie noch nie. Und diese Einflüsse und Gegebenheiten änderten sich immer wieder und plötzlich. Dazu zählten unter anderem die Lockdowns, die in vielen von uns belieferten Länder ganz unterschiedlich ausgeprägt waren.

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Die Pandemie und die Ausnahmesituation auf den Märkten dauern an. Daher ist ein erfolgreiches Jahr 2020 nicht gleichbedeutend damit, dass Buzil gut durch die Krise kommen wird. Einmaleffekte wie in 2020 mit den Desinfektionsmitteln wird es in 2021 nicht mehr geben, da sich die Märkte auf Hersteller und Verbraucherseite angepasst haben. Wie die Wirtschaft –  und damit auch Buzil –  durch das begonnene Jahr kommt und die Krise gemeistert werden kann, ist nicht abzusehen. Wahrscheinlich aber wird es für Buzil ein schwieriges Jahr und es bleibt abzuwarten, ob wir insgesamt als Gewinner aus der Krise gehen.

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Investiert Buzil auch an anderer Stelle Geld?

Um als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir natürlich investieren. Wir haben in 2020 unsere Investitionen wie geplant durchgeführt und konnten sogar Projekte früher starten als gedacht. Auch für 2021 haben wir Investitionen geplant, bei denen wir bereits in der Planungsphase stecken. Es wäre falsch einen Investitionsstau zu verursachen, der uns nach der Pandemie und der damit verbundenen Krise hinderlich sein könnte. Wir investieren deshalb in nächster Zeit vor allem in den Ausbau der  Kundenservices, in Digitalisierung mit dem Ziel der besseren Ressourcennutzung beziehungsweise Einsparung und in diverse Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in der Produktion.

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