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Investiert Memmingen trotz Steuerrekord zu wenig in die Bildung
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Haushaltsplanung

Investiert Memmingen trotz Steuerrekord zu wenig in die Bildung

Andrea Thoma-Böck von der Thoma Metallveredelung GmbH und Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen/Unterallgäu. Foto: I
Andrea Thoma-Böck von der Thoma Metallveredelung GmbH und Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen/Unterallgäu. Foto: IHK Schwaben

Die Haushaltplanungen der Stadt Memmingen werden von der IHK Schwaben kritisch beobachtet. Warum zu geringe Investitionen in die Bildung folgenschwer seien.

Mit dem Wort „besorgniserregend“ bewertet die IHK-Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu die anstehenden Haushaltsplanungen für die kommenden Jahre in Memmingen. „Die Stadt hat eine Reihe an kostenintensiven Projekten beschlossen, gleichzeitig nehmen die finanziellen Herausforderungen zu. Unsicherheiten infolge steigender Energiepreise und Inflation treffen nicht nur Unternehmen, sondern auch die kommunalen Haushalte,“ sagt die IHK-Regionalvorsitzende Andrea Thoma-Böck.

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Noch nie so hohe Steuereinnahmen wie in 2022

Das regionale Unternehmerparlament befürchte, dass Kostensteigerungen und hohe Fehlbeträge zur tickenden Zeitbombe für den Memminger Haushalt werden könnten. Konkret sorgen sich die Unternehmer, dass bereits lang geplante Investitionen in die Berufsschulen erneut aufgeschoben werden. „Memmingen erwartet in diesem Jahr Gewerbesteuereinnahmen in Rekordhöhe von circa 40 Millionen Euro. Die Stadt profitiert von der lokalen Wirtschaftskraft, trotzdem müssen wir seit Jahren für längst überfällige Investitionen in die berufsbildenden Schulen kämpfen“, kritisiert Thoma-Böck.

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Kein wirtschaftliches Wachstum ohne ausreichende Bildung

Die 185 IHK-Ausbildungsbetriebe mit ihren fast 1.300 Auszubildenden in Memmingen seien auf attraktive Berufsschulen angewiesen. Fehlende Fachkräfte sollen für 60 Prozent der IHK-Mitgliedsunternehmen ein großes Risiko darstellen. Selbst ausbilden sei für viele die beste Antwort auf den Mangel. Aber bereits heute bleiben in jedem vierten Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen Ausbildungsplätze unbesetzt. „Es trifft die Betriebe in Memmingen und dem Unterallgäu mit voller Wucht, wenn der Berufsschulstandort Memmingen weiter an Qualität verliert und Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können“, betont die IHK-Regionalvorsitzende.

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Memminger Berufsschulen in „schlechtem Zustand“

„Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Schulen versuchen unsere regionalen Ausbildungsbetriebe seit langem auf das Problem des schlechten Zustands der Berufsschulen in Memmingen aufmerksam zu machen. Die Stadtverwaltung hat nun eine mittelfristige Strategie ab 2023 aufgesetzt, da sich die Sanierung der Berufsschulen nicht weiter aufschieben lässt. Jetzt ist der Memminger Stadtrat gefragt, er muss sich bei den anstehenden Haushaltsberatungen 2023 zu den geplanten Investitionen für das Berufsbildungszentrum Jakob Küner und die Johann-Bierwirth-Schule bekennen“, fordert IHK-Vizepräsident Dr. Albert Schultz.

Projekte müssen neu diskutiert und priorisiert werden

Für die anstehenden Haushaltsberatungen wünsche sich die IHK-Regionalversammlung eine ganzheitliche, sachliche und transparente Diskussion.

„Trotz anstehender Kommunalwahlen hoffen wir, dass schließlich die Themen verfolgt werden, die sachliche Priorität genießen. Dazu gehört für die Gewerbesteuer zahlende Wirtschaft die Stärkung der beiden Berufsschulen in Memmingen. Wir müssen es schaffen, den Teufelskreis ausbleibender Schulinvestitionen und fehlender Fachkräfte zu durchbrechen“, fordert Schultz abschließend.

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