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Ematec liefert entscheidende Hebetechnik für das höchste Windrad der Welt
Energiewende

Ematec liefert entscheidende Hebetechnik für das höchste Windrad der Welt

Die RBC-D-Traverse von Ematec ermöglichte die sichere Montage der Rotorblätter beim Bau des Gicon-Höhenwindturms. Foto: Sylvio Dittrich / Ematec
Die RBC-D-Traverse von Ematec ermöglichte die sichere Montage der Rotorblätter beim Bau des Gicon-Höhenwindturms. Foto: Sylvio Dittrich / Ematec

In Brandenburg entsteht ein über 300 Meter hohes Windrad – das bis dato höchste der Welt. Der Allgäuer Maschinenbauer steuerte für den Bau eine spezielle Traverse bei. Warum sie für das Projekt entscheidend war.

In der Niederlausitz geht im November mit dem Gicon-Höhenwindturm die voraussichtlich höchste Windenergieanlage der Welt ans Netz. Damit die Rotorblätter der neuartigen, teleskopierbaren Konstruktion direkt an der Nabe montiert werden konnten, kam Spezialtechnik der Ematec AG aus Memmingerberg zum Einsatz.

Das Allgäuer Unternehmen lieferte für das Projekt eine spezielle Rotorblatttraverse. Durch sie sei es erst möglich gewesen, die rund 15 Tonnen schweren Flügel bei schwierigen Platzverhältnissen am 365 Meter hohen Turm sicher zu heben und zu befestigen.

Neigbare Traverse löst Platzproblem

Anders als bei klassischen Windrändern bestehe der Höhenwindturm im Brandenburgischen Schipkau aus einem mehrteiligen Stahl- und Gittergerüst. Nach der Erstmontage auf rund 150 Metern Höhe wird der innere Turm mitsamt den Flügeln teleskopartig auf eine Nabenhöhe von 300 Metern nach oben ausgefahren. Laut Björn Schäfer, Baustellenleiter des Anlagenherstellers Vensys, habe man aufgrund dieser Stahlkonstruktion bei der Installation der Rotorblätter deutlich weniger Platz als bei Rohrtürmen.

Um Zusammenstöße mit dem Mast zu verhindern, nutzten die Monteure das Hebezeug von Ematec. Die Traverse des Typs RBC-D erlaube es, die Rotorblätter in einem flexiblen Winkel von bis zu 30 Grad an die Nabe heranzuführen. „Das Anschlagen der Blätter in unterschiedlichen Winkeln war absolut entscheidend für die erfolgreiche Installation. Das wäre mit keinem anderen Hebezeug der Welt möglich gewesen“, erklärt Schäfer.

Mechanik hält schwere Rotorblätter im Schwerpunkt

Um eine Beschädigung der über 60 Meter langen Bauteile beim Heben zu vermeiden, passe sich die Traverse während des Vorgangs fortlaufend an den Schwerpunkt der Flügel an. Dafür sorgen laut Ematec zwei Gegengewichte an den Enden der Traverse. Zusätzlich sollen integrierte Teleskopgreifer die Rotorblätter auch bei starken Neigungen fest fixieren, um ein Abrutschen zu verhindern. Die finale Installation der drei Flügel habe knapp zwölf Stunden in Anspruch genommen.

Bis zu 4.000 Anlagen denkbar

Das Pilotprojekt für den Höhenwindturm wird im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) umgesetzt. Für Ematec bedeute die Beteiligung an diesem Projekt einen wichtigen strategischen Meilenstein: „Dass Vensys unsere Traverse für den Weltrekord eingesetzt hat, ist wie ein Ritterschlag für uns,“ kommentiert Julian Eberhard, seit Ende 2023 CTO des Allgäuer Maschinebauers.

Nach dem Testlauf strebe Gicon eine schnelle Skalierung an, um den Stromertrag auf gleicher Fläche deutlich zu steigern. Dadurch wäre es denkbar, dass in Deutschland perspektivisch bis zu 4.000 dieser Höhenwindtürme als „zweite Etage“ in bereits bestehenden Windparks nachgerüstet werden.

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