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Der Aufsichtsrat von ZF Friedrichshafen fordert einem Bericht des Manager Magazins zufolge Schadensersatz von zwei ehemaligen Vorstandsmitgliedern. Das Magazin berichtet unter Berufung auf vier voneinander unabhängige Quellen, dass sich die Forderungen gegen den früheren Leiter der Antriebssparte, Stephan von Schuckmann, sowie den ehemaligen Finanzvorstand Konstantin Sauer richten.
Dem Bericht zufolge wirft das Kontrollgremium den beiden Managern vor, ihre Sorgfaltspflichten als Vorstände fahrlässig verletzt zu haben. Eine konkrete Summe für mögliche Schadensersatzforderungen sei bislang nicht bekannt.
Im Fokus stehen mehrere Aufträge im Bereich Elektromobilität, die für ZF hohe Verluste verursacht haben sollen. Nach Informationen des Magazins soll von Schuckmann die betreffenden Projekte verantwortet haben. Sauer wiederum habe deren Umsetzung trotz mangelnder Wirtschaftlichkeit unterstützt.
Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen im Detail gibt es von Unternehmensseite nicht. Auf Anfrage von B4BSCHWABEN.de erklärte ein ZF-Sprecher: „Zu Aufsichtsratsangelegenheiten und internen Vorgängen können wir uns nicht äußern.“ Die beiden ehemaligen Vorstände haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.
Konstantin Sauer war von 2010 bis 2022 Finanzvorstand des Friedrichshafener Konzerns. Stephan von Schuckmann verantwortete von Januar 2021 bis Juli 2024 das Ressort für elektrifizierte Antriebe.
Ansprüche gegen ehemalige Vorstandsmitglieder verjähren grundsätzlich nach fünf Jahren. Für die Durchsetzung möglicher Forderungen ist daher entscheidend, wann die mutmaßlichen Pflichtverletzungen erfolgt sein sollen.
Der Vorgang fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen bei ZF. Der Zulieferer steht angesichts der Transformation der Automobilindustrie, hoher Investitionen in Zukunftstechnologien und eines schwierigen Marktumfelds unter erheblichem Druck.
Zuletzt belasteten milliardenschwere Wertberichtigungen und Restrukturierungsmaßnahmen die Bilanz des Unternehmens. Mit einem umfangreichen Sparprogramm arbeitet der Konzern an einer Stabilisierung seiner wirtschaftlichen Lage.