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Der Autozulieferer ZF setzt trotz hoher Kostenbelastung weiter auf die eigene Produktion zentraler Komponenten für Elektroantriebe. Nach monatelanger Prüfung entschied der Konzern, E-Motoren und Inverter künftig nicht extern einzukaufen, sondern weiterhin selbst zu entwickeln und zu fertigen. Damit verbindet ZF die Hoffnung, technologisch unabhängig zu bleiben – und die angeschlagene E-Mobilitätssparte wieder wettbewerbsfähig zu machen.
Die Entscheidung fällt in einer schwierigen Phase für den Friedrichshafener Konzern. Die Nachfrage nach Elektroautos entwickelt sich schwächer als erwartet, die Pkw-Antriebssparte rutschte zuletzt in die Verlustzone. Deshalb läuft derzeit ein umfassendes Restrukturierungsprogramm für die intern sogenannte „E-Division“.
Im Zentrum der Debatte stand die Frage, ob ZF Kernkomponenten künftig günstiger bei externen Zulieferern einkaufen könnte. Gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern analysierte der Konzern wirtschaftliche Kennzahlen ebenso wie strategische Faktoren – darunter technologische Souveränität, Lieferkettenrisiken und den Erhalt von Know-how. Das Ergebnis: Die Vorteile der Eigenfertigung überwiegen.
ZF-Chef Mathias Miedreich spricht von einer Entscheidung „im Schulterschluss mit unserer Arbeitnehmervertretung“. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Konzern seine Kosten deutlich senken müsse, um mit Elektroantrieben wieder profitabel zu werden.
Für die Arbeitnehmerseite ist die Entscheidung ein wichtiges Signal. Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich erinnert daran, dass E-Motoren und Wechselrichter im vergangenen Sommer noch auf „Buy“ gestanden hätten – mit entsprechend gravierenden Folgen für Arbeitsplätze und Kompetenzen in Deutschland.
Tatsächlich bleibt der Sparkurs bei ZF dennoch bestehen. Zwar habe der Konzern bereits Fortschritte erzielt – etwa durch höhere Automatisierung, weniger Variantenvielfalt und Einsparungen in der Entwicklung. Doch laut Unternehmen besteht weiterhin eine erhebliche Kostenlücke. Deshalb seien zusätzliche strukturelle Maßnahmen nötig, auch Anpassungen beim Personal. Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden, ausgeschlossen werden sie allerdings nicht mehr.