Amerikanische Faulbrut

Landratsamt Lindau warnt vor Bienen-Seuche

Seit knapp einem Monat sind Teile des Landkreises Lindau von der Amerikanischen Faulbrut betroffen. Diese Krankheit befällt die Stöcke von Honigbienen. So sollen Verbraucher und Imker nun handeln.

Mitte September 2019 wurde bei einem Bienenvolk in Scheidegg, im Ortsteil Rickenbach, eine Tierseuche diagnostiziert. Dabei handelt es sich um die Amerikanische oder auch Bösartige Faulbrut. Das Landratsamt hatte daraufhin ein Sperrgebiet im Radius von zwei Kilometern um den Ausbruchsbestand festgelegt. Der Faulbrut-Sperrbezirk wurde nun aufgrund von zwei neu bestätigten Fällen in Scheidegg, in den Ortsteilen Bieslings und Ebenschwand, ausgeweitet.

Seuche ist für Menschen harmlos

Es handelt sich bei der Amerikanischen Faulbrut um eine anzeigepflichtige Tierseuche der Bienen. Der Erreger ist ein sporenbildendes Bakterium und damit sehr widerstandsfähig sowie nahezu unbegrenzt ansteckungsfähig. Das Bakterium befällt ausschließlich die Brut der Honigbiene und ist für Menschen harmlos, Honig kann bedenkenlos verzehrt werden.

Betroffene Brutzellen weisen dabei eine veränderte Zellverdeckelung auf. Sie sind eingesunken, rissig oder durchlöchert. Die Farbe ist dunkler. Die Larve ist in sich zusammengesackt und milchig-kaffeebraun verfärbt und weist fadenziehenden Schleim auf. Länger abgestorbene Brut trocknet zu schwarzbraun gefärbten zähen und gummiartigen "Schorfen" ein.

Eine Verbreitung der Seuche ist dabei nicht nur durch die Bienen selbst möglich. Auch der Imker kann die Krankheit ausbreiten: Beispielsweise durch Zukauf von Völkern ohne vorherige Gesundheitsuntersuchung oder Verwendung von Bienenkästen und Waben unbekannter Herkunft ohne vorherige Desinfektion.

Dazu ruft das Landratsamt die Imker jetzt auf

Dem setzte das Landratsamt nun einen Aufruf an all die Imker, die noch nicht beim Veterinäramt gemeldet sind ab. Es bittet die Kontaktdaten den genauen Standort und die Anzahl der Bienenvölker beim Veterinäramt in Lindau zu. Denn unter Umständen müsse im Seuchenfall schnell gehandelt werden, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Für alle Imker gelte außerdem: Bereits im Verdachtsfall der Amerikanischen Faulbrut muss eine Meldung an den Amtstierarzt gemacht werden. Dieser leitet dann die Maßnahmen im Rahmen der gesetzlich geregelten, staatlichen Seuchenbekämpfung ein.

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