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Fracking am Bodensee: Die teure Gefahr?
Landratsamt Lindau

Fracking am Bodensee: Die teure Gefahr?

Landrat Elmar Stegmann engagiert sich gegen Fracking in der Bodensee-Region. Foto: Steve Oehlenschlager / Fotolia
Landrat Elmar Stegmann engagiert sich gegen Fracking in der Bodensee-Region. Foto: Steve Oehlenschlager / Fotolia

Der Lindauer Landrat Elmar Stegmann fordert: Kein Fracking am Bodensee. Nicht nur das Trinkwasser könnte verseucht werden. Schätzungen zu Folge würden die Gasvorkommen in der Region den deutschen Gesamtbedarf gerade einmal 5 Stunden decken.

von Martina Lakotta, Online-Redaktion

Schlummern tief unter der Erde des Bodensees möglicherweise wertvolle Gasvorkommen? Einige Konzerne vermuten das. Schätzungen zufolge sollen deutschlandweit 1,3 Billionen bis 2,3 Billionen Kubikmeter Gas im Boden lagern. Diese Bodenschätze ließen sich allerdings nur mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren abbauen. Beim Fracking wird ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien, darunter auch erwiesen toxische Stoffe, in das Erdgestein gepresst. So soll es aufgebrochen werden, um das Gas freizusetzen. Doch diese Methode birgt Gefahren für die Umwelt. Nicht nur das Trinkwasser könnte ungenießbar werden. Auch das Risiko von Erdbeben könnte sich erhöhen.

Landrat Elmar Stegmann gegen Fracking am Bodensee

Wie das Landratsamt Lindau mitteilt, haben sich auf Initiative von Landrat Elmar Stegmann die Landräte des Bodenseekreises, Ravensburg, Konstanz und Sigmaringen gemeinsam gegen Fracking eingesetzt. In einem Schreiben an den Deutschen Bundestag fordern sie ein absolutes Tabu für Fracking in sämtlichen Trinkwassereinzugsgebieten. Davon sei, so das Landratsamt Lindau, in der aktuellen politischen Debatte im Bundestag bislang keine Rede gewesen. Der Bodensee gehört zu den größten Wasserspeichern Europas. Er versorgt 4,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Berichten aus den USA zufolge sind die Trinkwasservorkommen in Nähe von Fracking-Bohrtürmen verseucht und nicht mehr genießbar.

Erste Lizenzen für Fracking am Bodensee bereits vergeben

Grund für das Engagement von Stegmann und den anderen Landräten seien Überlegungen der Großen Koalition, das Fracking noch vor der Sommerpause gesetzlich zu erlauben. Erste Lizenzen für die Gebiete Konstanz und Biberach sind bereits vergeben. Vorerst haben die lizensierten Unternehmen, darunter auch Rose Petroleum, damit allerdings nur das Recht auf Erkundung erlangt.

Fracking am Bodensee nicht gewinnbringend

Nach Angaben des Bunds für Umwelt und Naturschutz wäre Fracking in der Bodenseeregion nicht besonders lukrativ. Laut Berechnungen des niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie im Alpenvorland werden in der Region lediglich 60 Millionen Kubikmeter Erdgas vermutet. Der jährliche Erdgasverbrauch in Deutschland liegt bei etwa 100 Milliarden Kubikmeter. Das Vorkommen am Bodensee würde den Bedarf in Deutschland gerade mal für 5,25 Stunden decken.

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