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Raumsonde „Rosetta“ erwacht
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tecnotron elektronik gmbh

Raumsonde „Rosetta“ erwacht

Raumsonde "Rosetta" mit Philae-Lander an Bord. Foto: ESA
Raumsonde "Rosetta" mit Philae-Lander an Bord. Foto: ESA

Insgesamt 10 Jahre befindet sich die Raumsonde Rosetta bereits im eiskalten Weltraum. Nun wurde die Sonde aus dem Energiesparmodus geholt. Die Hardware von tecnotron elektronik gmbh in Weißenberg funktioniert immer noch einwandfrei.

Die Raumsonde Rosetta befindet sich seit 10 Jahren im eiskalten Weltraum. Aktuell ist sie 800 Mio. km von der Erde entfernt. Nun wurde die Sonde wieder in Betrieb genommen. Sie war vor zweieinhalb Jahren von der ESA (Europäische Weltraumorganisation) in den Energiesparmodus versetzt worden. Die Hardware der Firma tecnotron elektronik gmbh in Weißensberg funktioniert auch nach dieser langen Zeit noch einwandfrei.

Lander-Kamera der Sonde von tecnotron elektronik gmbh

Die Firma tecnotron elektronik gmbh war für das Design und die Herstellung der Lander-Kamera der Raumsonde „Rosetta“ verantwortlich. Am Montag den 20. Januar um 11 Uhr klingelte der interne Wecker der Raumsonde und „Rosetta“ wurde wieder aktiviert. Gegen Abend um genau 19:18 empfing die 70-Meter-Radioantenne der NASA das erste Lebenszeichen. Die 70-Meter-Radioantenne steht am Goldstone Deep Space Communications Complex in Kalifornien. Im Kontrollzentrum der ESA war Erleichterung und Freude zu spüren. Die Beteiligten und Tausende Zuschauer, die per Livestream zugeschaltet waren, hatten davor gebannt auf die Anzeigen gestarrt und gewartet. Die von DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)-gelieferte Kamera, bei der die tecnotron elektronik gmbh mitgearbeitet hatte, wurde mit Fördermitteln des Bundes unterstützt.

Rosetta erreichte Komet Tschurjumow-Gerasimenko

Die Raumsonde „Rosetta“ startete am 2. März 2004 zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko. Der Komet ist nach seinen Entdeckern 1969 bekannt. Erst nach 10 Jahren und rund 6 Milliarden Kilometern erreicht „Rosetta“ im Herbst dieses Jahres den Kometen. Die Raumsonde wird dort einen Lander absetzen. Dieses Minilabor wird dann den Kometen erforschen. Wissenschaftler sollen dadurch die Geschichte des Sonnensystems besser verstehen können. Mit der Landung auf dem Kern eines Kometen wird raumfahrt-technisches Neuland betreten. Dies war auch vor knapp einem halben Jahrhundert mit der Landung auf dem Mond der Fall. Das Vorhaben wird von Wissenschaftlern mit einer Mondlandung verglichen und als Archäologie im Weltraum beschrieben.

tecnotron elektronik gmbh wurde 2002 mit Auftrag betraut

Die Firma tecnotron elektronik gmbh wurde im Jahr 2002 mit der Konstruktion und Bestückung der Leiterplatten der damals neu entwickelten Kamera vertraut. Elektronikentwicklungen für extreme Umweltbedingungen erfordern den Einsatz besonderer Technologien bei der Leiterplattenkonstruktion. Extreme Umweltbedingungen kommen beispielsweise in der Raumfahrt vor. Die Ingenieure der Firma tecnotron elektronik gmbh sind spezialisiert auf Leiterplatten. Sie sind mit der Konzeption und Herstellung von Leiterplatten für die Elektronik von Spezialkameras vertraut. Diese Spezialkameras kommen in Satelliten zum Einsatz. Satelliten mit tecnotron-Leiterplatten sind bereits seit Jahren erfolgreich im Einsatz.

Herausforderung beim Projekt für die tecnotron

Die größte Herausforderung bei dem Projekt war sicherlich die Befestigung des 15x30 mm großen ungehäusten CCD-Chips. Unterschiedliche thermische Ausdehnungs-Koeffizienten von Chip und herkömmlicher Platte würden eine große mechanische Spannung erzeugen. Diese würde zur Zerstörung des wertvollen Sensors führen. Das bestätigten Temperaturtests im Vorfeld. Aus diesem Grund wurde ein sehr spezieller Multilayer-Verbundaufbau aus Polymid und Molybdän verwendet. Darüber hinaus wurde eine zusätzliche Kompensationsfläche aus Invar zwischen Leiterplatten-Oberfläche und CCD-Chip angebracht. Dadurch gelang es, die mechanische Belastung ins „Innere“ der Leiterplatten zu verlagern, weg vom CCD-Sensor.

Hohe Anforderungen an Klebevorgang

Der Chip wurde auf die speziell ausgesuchte Metallschicht geklebt. Diese hat ein nahezu identisches thermisches Ausdehnungsverhalten. An den Klebevorgang selbst wurden auch sehr hohe Anforderungen gestellt. Die Schichtdicke des Klebers muss absolut homogen und ohne Lufteinschlüsse sein. Des Weiteren muss der Klebstoff in genau vorgegebene Form und Fläche verlaufen.

Stolz im Hause tecnotron elektronik gmbh

Im Hause der Firma tecnotron elektronik gmbh verfolgt man mit Herzklopfen und natürlich ein wenig Stolz den Fortgang des Projektes. Man hofft, dass nach der langen Reise von „Rosetta“ zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko die eingebaute High-Tech-Kamera „Made in Germany“ mit der von tecnotron konzipierten Leiterplatte, tolle Bilder von der Oberfläche des Kometen liefern wird.

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