Startup-Interview

Memomec: Digitales Spiel für medizinische Kommunikation

Leonhard Marx, Jakob Riedel und Pia Fuchs haben das Startup „Memomec“ gegründet und damit den zweiten Platz beim Allgäuer Gründerpreis 2020 belegt. Ihr Ziel: Die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten verbessern. Was genau hinter dem Serious Game steckt, haben die Gründer im Interview verraten.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie kam die Idee für Ihr Startup?

Leonhard Marx: Wir haben bereits im Jahr 2018 im Informatik Game Engineering Studium ein Projekt zum Thema Patientenmanagement mit dem medizinischen Ausbildungszentrum der Technischen Universität München als Kooperationspartner durchgeführt. Danach haben wir das Projekt auch Bekannten vorgestellt, die im medizinischen Bereich tätig sind oder gerade eine medizinische Ausbildung durchlaufen. Als auch von deren Seite durchaus positive Rückmeldung kam, entschlossen wir uns, das Projekt weiterzuentwickeln und uns selbstständig zu machen.

Spiel und Ausbildung – wie passen die zwei Bereiche zusammen?

Jakob Riedel: Bei Memomec handelt es sich um ein sogenanntes Serious Game. Hierbei geht es nicht ausschließlich um den Spielspaß, wie man ihn von herkömmlichen Computerspielen kennt, sondern vielmehr auch um die Vermittlung von Wissen. Ziel unseres Spieles ist demnach der Lerneffekt, den die meisten deutlich leichter spielerisch als durch herkömmliche Methoden wie Bücher oder Vorträge erlernen können.

Medizinische Kommunikation online lernen, ist das ein wichtiger Schritt Richtung Digitalisierung?

Pia Fuchs: Natürlich ist es so, dass man Kommunikation nicht nur alleine online lernen kann. Durch unser Spiel stellen wir aber eine innovative Unterstützung für die medizinische Kommunikation und einen ersten Schritt in Richtung Digitalisierung dar. Gerade in der aktuellen Covid-19-Zeit hat sich gezeigt, dass die bisherigen Lernmethoden nicht mehr stattfinden können. Wir denken, dass das Anbieten von digitalen Lösungen für zuhause und unterwegs auch in Zukunft ein wichtiger Schritt für die Digitalisierung sein wird.

In welcher Phase der Entwicklung steht Memomec?

Leonhard Marx: Derzeit haben wir einen ausgereiften Prototyp und ein dazugehöriges Autorentool. Hiermit können die Nutzer auch ohne wesentliche IT-Kenntnisse eigene Szenarien erstellen und üben. Bis Ende nächsten Jahres wollen wir mit Hilfe des EXIST Gründerstipendiums Memomec zu einem marktreifen Produkt weiterentwickeln. Parallel sind wir auf der Suche nach passenden Investoren, die uns und unser Projekt unterstützen werden.

Wie machen Sie mögliche Interessenten auf Ihr Produkt aufmerksam?

Jakob Riedel: Momentan sind wir dabei, Memomec bei großen medizinischen Ausbildungseinrichtungen zu etablieren. Durch deren Netzwerke hoffen wir, auch weitere medizinische Ausbildungseinrichtungen auf uns aufmerksam zu machen. Zudem haben wir mehrere regionale Netzwerke und Kooperationen aufgebaut, um so unser Projekt auch im Allgäu – zu dem das Digitale Gründerzentrum Allgäu und das Startup Center der Hochschule Kempten gehören – und weit darüber hinaus zu verbreiten. Wir wollen außerdem in Zukunft an verschiedenen Startup-Veranstaltungen sowie Wettbewerben teilnehmen, die uns den Kontakt mit weiteren wichtigen potenziellen Kooperationspartnern und Netzwerken ermöglichen.

Durch die Pandemie wurde die medizinische Versorgung in den Vordergrund gestellt. Ziehen Sie positive Effekte aus der Krise?

Pia Fuchs: Wir haben mit der Entwicklung unseres Serious Games bereits vor der Pandemie begonnen, da auch schon davor ein Bedarf nach digitalen Lösungen für den Gesundheitssektor bestand. Seit Covid-19 merken wir jedoch, dass die Nachfrage nach digitalen Lösungen sowohl im Allgemeinen als auch für die Ausbildung noch stärker angestiegen ist. Viele Institutionen sind auf der Suche nach alternativen Lösungen, um den Unterricht oder die Ausbildung digital zu gestalten. Deshalb haben wir unsere Produktentwicklung auch an die neuen Anforderungen angepasst.

Planen Sie in Zukunft mit der Kombination aus Spiel und Weiterbildung auch weitere Branchen zu unterstützen?

Leonhard Marx: Für die erste Zeit ist es geplant, sich auf die medizinische Arzt-Patienten-Kommunikation zu konzentrieren. Bis Ende nächsten Jahres wird es eine erste Erweiterung für Auszubildende und Personal in Pflegeberufen geben. Indem wir mit weltweit anerkannten Gesprächsstrukturen arbeiten, ist unser Spiel nicht nur auf die deutsche Sprache begrenzt und wird somit in Zukunft problemlos für den internationalen Markt aufbereitet. Das Konzept unseres Serious Games lässt sich jedoch in viele weitere Branchen übertragen, da jede Berufsgruppe eine spezielle Art von Kommunikation erfordert, wie zum Beispiel das Gespräch mit Vorgesetzten, Angestellten, Kunden oder Kollegen.

Wo sehen Sie Memomec in Zukunft?

Jakob Riedel: Unsere Vision ist es, dem Gesundheitssektor eine moderne und innovative Unterstützung für die praktische Ausbildung in Zeiten von Corona und der Digitalisierung anzubieten.

Pia Fuchs: Wir möchten außerdem Auszubildende vom Anfang bis zum Ende ihrer Ausbildung mit Memomec begleiten. Zudem profitieren auch alle zukünftigen Patienten davon, zu denen wir alle einmal gehören werden.

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Leonhard Marx: Wir haben bereits im Jahr 2018 im Informatik Game Engineering Studium ein Projekt zum Thema Patientenmanagement mit dem medizinischen Ausbildungszentrum der Technischen Universität München als Kooperationspartner durchgeführt. Danach haben wir das Projekt auch Bekannten vorgestellt, die im medizinischen Bereich tätig sind oder gerade eine medizinische Ausbildung durchlaufen. Als auch von deren Seite durchaus positive Rückmeldung kam, entschlossen wir uns, das Projekt weiterzuentwickeln und uns selbstständig zu machen.

Spiel und Ausbildung – wie passen die zwei Bereiche zusammen?

Jakob Riedel: Bei Memomec handelt es sich um ein sogenanntes Serious Game. Hierbei geht es nicht ausschließlich um den Spielspaß, wie man ihn von herkömmlichen Computerspielen kennt, sondern vielmehr auch um die Vermittlung von Wissen. Ziel unseres Spieles ist demnach der Lerneffekt, den die meisten deutlich leichter spielerisch als durch herkömmliche Methoden wie Bücher oder Vorträge erlernen können.

Medizinische Kommunikation online lernen, ist das ein wichtiger Schritt Richtung Digitalisierung?

Pia Fuchs: Natürlich ist es so, dass man Kommunikation nicht nur alleine online lernen kann. Durch unser Spiel stellen wir aber eine innovative Unterstützung für die medizinische Kommunikation und einen ersten Schritt in Richtung Digitalisierung dar. Gerade in der aktuellen Covid-19-Zeit hat sich gezeigt, dass die bisherigen Lernmethoden nicht mehr stattfinden können. Wir denken, dass das Anbieten von digitalen Lösungen für zuhause und unterwegs auch in Zukunft ein wichtiger Schritt für die Digitalisierung sein wird.

In welcher Phase der Entwicklung steht Memomec?

Leonhard Marx: Derzeit haben wir einen ausgereiften Prototyp und ein dazugehöriges Autorentool. Hiermit können die Nutzer auch ohne wesentliche IT-Kenntnisse eigene Szenarien erstellen und üben. Bis Ende nächsten Jahres wollen wir mit Hilfe des EXIST Gründerstipendiums Memomec zu einem marktreifen Produkt weiterentwickeln. Parallel sind wir auf der Suche nach passenden Investoren, die uns und unser Projekt unterstützen werden.

Wie machen Sie mögliche Interessenten auf Ihr Produkt aufmerksam?

Jakob Riedel: Momentan sind wir dabei, Memomec bei großen medizinischen Ausbildungseinrichtungen zu etablieren. Durch deren Netzwerke hoffen wir, auch weitere medizinische Ausbildungseinrichtungen auf uns aufmerksam zu machen. Zudem haben wir mehrere regionale Netzwerke und Kooperationen aufgebaut, um so unser Projekt auch im Allgäu – zu dem das Digitale Gründerzentrum Allgäu und das Startup Center der Hochschule Kempten gehören – und weit darüber hinaus zu verbreiten. Wir wollen außerdem in Zukunft an verschiedenen Startup-Veranstaltungen sowie Wettbewerben teilnehmen, die uns den Kontakt mit weiteren wichtigen potenziellen Kooperationspartnern und Netzwerken ermöglichen.

Durch die Pandemie wurde die medizinische Versorgung in den Vordergrund gestellt. Ziehen Sie positive Effekte aus der Krise?

Pia Fuchs: Wir haben mit der Entwicklung unseres Serious Games bereits vor der Pandemie begonnen, da auch schon davor ein Bedarf nach digitalen Lösungen für den Gesundheitssektor bestand. Seit Covid-19 merken wir jedoch, dass die Nachfrage nach digitalen Lösungen sowohl im Allgemeinen als auch für die Ausbildung noch stärker angestiegen ist. Viele Institutionen sind auf der Suche nach alternativen Lösungen, um den Unterricht oder die Ausbildung digital zu gestalten. Deshalb haben wir unsere Produktentwicklung auch an die neuen Anforderungen angepasst.

Planen Sie in Zukunft mit der Kombination aus Spiel und Weiterbildung auch weitere Branchen zu unterstützen?

Leonhard Marx: Für die erste Zeit ist es geplant, sich auf die medizinische Arzt-Patienten-Kommunikation zu konzentrieren. Bis Ende nächsten Jahres wird es eine erste Erweiterung für Auszubildende und Personal in Pflegeberufen geben. Indem wir mit weltweit anerkannten Gesprächsstrukturen arbeiten, ist unser Spiel nicht nur auf die deutsche Sprache begrenzt und wird somit in Zukunft problemlos für den internationalen Markt aufbereitet. Das Konzept unseres Serious Games lässt sich jedoch in viele weitere Branchen übertragen, da jede Berufsgruppe eine spezielle Art von Kommunikation erfordert, wie zum Beispiel das Gespräch mit Vorgesetzten, Angestellten, Kunden oder Kollegen.

Wo sehen Sie Memomec in Zukunft?

Jakob Riedel: Unsere Vision ist es, dem Gesundheitssektor eine moderne und innovative Unterstützung für die praktische Ausbildung in Zeiten von Corona und der Digitalisierung anzubieten.

Pia Fuchs: Wir möchten außerdem Auszubildende vom Anfang bis zum Ende ihrer Ausbildung mit Memomec begleiten. Zudem profitieren auch alle zukünftigen Patienten davon, zu denen wir alle einmal gehören werden.

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