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EU AI Act: Die beste KI-Schulung, die der Mittelstand nie selbst gebucht hätte
Frank Stadler, KIVOREX GmbH

EU AI Act: Die beste KI-Schulung, die der Mittelstand nie selbst gebucht hätte

Frank Stadler ist Experte für Künstliche Intelligenz, Data Strategy, Governance und die Umsetzung der EU KI-Verordnung (AI Act). Foto: KIVOREX
Frank Stadler ist Experte für Künstliche Intelligenz, Data Strategy, Governance und die Umsetzung der EU KI-Verordnung (AI Act). Foto: KIVOREX

Der EU AI Act zwingt Unternehmen zu Transparenz, Risikokompetenz und klarer KI-Strategie. Wieso das die beste KI-Schulung für den Mittelstand ist, erklärt B4B-Experte Frank Stadler.

Der Reflex ist vertraut: Neues Gesetz, neue Pflichten, neue Bürokratie. Viele Geschäftsführer im Mittelstand sehen den EU AI Act genau durch diese Brille – als zusätzliche Fessel in ohnehin anspruchsvollen Zeiten.

Das ist kurzsichtig. Wer genauer hinschaut, erkennt: Der EU AI Act ist faktisch ein Pflicht-Programm für genau die Themen, die die meisten Unternehmen seit Jahren vor sich herschieben – eine strategische KI-Schulung auf Unternehmensebene, die sie aus freien Stücken vermutlich nie in dieser Konsequenz beauftragt hätten.

Und genau darin liegt die Chance.

KI ist längst da – ob Sie wollen oder nicht

Der Mittelstand nutzt heute schon KI – oft ohne es so zu nennen. Empfehlungslogik im Onlineshop, automatische Bonitätsprüfung, Bewerber-Ranking im HR-Tool, Chatbots im Support, klassische Forecasting-Modelle oder embedded KI in Cloud-Software: All das fällt unter den Anwendungsbereich der Verordnung.

Dabei ist es völlig egal, ob ein Unternehmen „offiziell“ KI-Projekte gestartet hat oder nicht. Entscheidend ist:

  • Wird KI in Produkten, Services oder internen Prozessen eingesetzt?
  • Kommen EU-Bürger mit diesen Systemen in Berührung?

Wenn ja, sind Sie im Spiel – unabhängig von Umsatz, Branche oder Mitarbeiterzahl.

Was der EU AI Act wirklich erzwingt

Der AI Act ist keine Technologie-Vorschrift, sondern eine risikobasierte Rahmenordnung. Er zwingt Unternehmen im Kern zu drei Dingen, die sich wie das Curriculum einer unternehmensweiten KI-Schulung lesen:

1. Transparenz und Bestandsaufnahme

  • Welche Software mit KI wird eingesetzt?
  • In welchen Geschäftsprozessen?
  • Mit welchen Auswirkungen auf Kunden, Mitarbeitende und Geschäftspartner?

2. Risikobewertung statt Hype

  • Einordnung der Anwendungsfälle in Risikoklassen (verbotene Praktiken, Hochrisiko, geringes Risiko).
  • Klärung der eigenen Rolle: Anbieter, Betreiber, Importeur, Integrator.
  • Verständnis dafür, wo besondere Pflichten entstehen – z. B. bei Personalentscheidungen, Kreditvergabe, Sicherheitssystemen oder regulierten Produkten.

3. Aufbau von KI-Kompetenz im Unternehmen

  • Der Act fordert ausdrücklich „ausreichende KI-Kompetenz“ bei allen, die KI entwickeln, betreiben oder nutzen.
  • Das trifft Mitarbeitende ebenso wie Führungskräfte – und wird oft komplett unterschätzt.

Kurz gesagt: Der EU AI Act zwingt Unternehmen, genau das zu tun, was sie für eine sinnvolle, risikoarme und wirtschaftlich tragfähige KI-Nutzung ohnehin bräuchten.

Vom KI-Wildwuchs zur strategischen Ressource

In vielen Organisationen sieht die Realität heute so aus:

  • Mitarbeitende experimentieren mit ChatGPT & Co. nach Gutdünken.
  • Lizenzen für Copilot & Co. werden eingekauft – in der Hoffnung auf „irgendwie“ mehr Produktivität.
  • Die Geschäftsführung hat keinen klaren Überblick, wo überall KI im Einsatz ist.
  • Datenschutz, Geheimnisschutz und Haftungsfragen werden bestenfalls nebenbei mitgedacht.

Das Ergebnis: Viele KI-Initiativen bleiben ohne echten Return on Investment. Es entstehen Insellösungen, Schatten-IT und im Zweifel zusätzliche Risiken.

Der EU AI Act unterbricht diesen Wildwuchs:

  • Er zwingt zur Inventur statt Aktionismus.
  • Er lenkt den Blick auf Kernprozesse, statt auf Spielereien.
  • Er verknüpft KI-Einsatz mit Verantwortung, Fairness und Sicherheit.

Wer das ernst nimmt, kommt automatisch vom „wir probieren halt mal was“ zu einer klaren Fragestellung: Wie unterstützt KI konkret unser Kerngeschäft – und wo tut sie das besser nicht?

„Die Schulung“, die niemand gebucht hätte – aber jeder braucht

Wenn man den Act entkernt, bleibt genau das übrig, was eine gute KI-Schulung für den Mittelstand leisten sollte:

  • Grundverständnis: Was ist KI jenseits von ChatGPT? Wo steckt sie heute schon in unseren Tools?
  • Risikokompetenz: Welche Anwendungsfälle sind unkritisch, welche hochsensibel, welche schlicht tabu?
  • Rollenbewusstsein: Wo tragen wir als Unternehmen Produkt-Verantwortung, wo „nur“ Betriebs-Verantwortung?
  • Governance: Wer im Unternehmen hat den Hut auf? Wie stellen wir sicher, dass Experimente nicht in Rechts- oder Reputationsrisiken enden?
  • Strategischer Fokus: Welche 3–5 Kernprozesse sind die richtigen Ansatzpunkte, um mit KI messbaren Mehrwert zu heben – statt 20 lose Ideen zu verfolgen?

Der Unterschied:

  • Eine klassische Schulung bleibt oft im Seminarraum.
  • Der EU AI Act zwingt dazu, diese Fragen am konkreten Unternehmen zu beantworten – mit Dokumentation, Verantwortlichkeiten und Nachweisbarkeit.

Genau deshalb ist er so wirksam.

Wer sollte das im Unternehmen treiben?

Rein formal schreibt der Act keine konkrete Rolle wie den „Datenschutzbeauftragten“ vor. Praktisch funktioniert es aber nur, wenn jemand das Thema verantwortet – nah an der Geschäftsführung und interdisziplinär vernetzt.

Typischerweise braucht es:

  • eine zentrale Koordinationsrolle (z. B. „KI-Verantwortlicher“, Center of Excellence, Governance-Funktion),
  • Mitwirkung von IT, Fachbereichen, HR und ggf. Legal/Compliance,
  • und eine Geschäftsführung, die klar signalisiert: KI ist kein Bastelthema, sondern Teil der Unternehmensstrategie.

Wer diese Rolle ernsthaft besetzt, hat nicht nur regulatorisch weniger Stress, sondern baut gleichzeitig eine zentrale Kompetenz für die nächsten Jahre auf.

Externe Unterstützung: Worauf es ankommt

Früher oder später stößt man intern an Grenzen – sei es bei Regulatorik, Methodik oder technischer Umsetzung. Der Markt ist voll von „KI-Beratern“. Die Spreu vom Weizen trennt sich aus Unternehmenssicht an ein paar einfachen Punkten:

  • Hat der Partner langjährige Erfahrung mit Software, Daten und KI – oder nur mit Marketing-Buzzwords?
  • Versteht er Regulierung und Normung (EU AI Act, ISO-Umfeld) – oder verkauft er nur Tools?
  • Schaut er zunächst neutral auf Ihr Unternehmen, statt sofort ein Standardprodukt zu pushen?
  • Kann er auch klar sagen, wo KI nicht sinnvoll ist?

Wer hier sorgfältig auswählt, spart sich teure Lernkurven und Beschaffung von „bunter Folie ohne Substanz“.

Fazit: Pflicht, die sich wie ein Privileg nutzen lässt

Der EU AI Act kommt – ob man ihn mag oder nicht. Man kann ihn als lästiges Regulierungsprojekt abheften. Oder als das sehen, was er bei kluger Nutzung ist:

  • ein strukturierter Anlass, den eigenen KI-Wildwuchs zu ordnen,
  • ein Katalysator für echte, messbare Wertschöpfung,
  • und eine unternehmensweite KI-Schulung mit Tiefenwirkung, die man freiwillig niemals in dieser Konsequenz umgesetzt hätte.

Wer jetzt anfängt, gewinnt zwei Dinge gleichzeitig: Rechtssicherheit und Wettbewerbsvorteil.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie den EU AI Act genau so nutzen können – als strategische KI-Schulung für Ihr Unternehmen statt als reines Compliance-Projekt – dann lohnt sich ein Gespräch.


Sie haben Rückfragen an KI-Experte Frank Stadler oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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