
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Seit dem ersten April dieses Jahres befindet sich die Feneberg Lebensmittel GmbH aus Kempten in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Jetzt wurde eine Lösung für die 72 Filialen und rund 3.000 Mitarbeitenden gefunden: Rewe und die Leh Allgäu GmbH wollen alle Feneberg-Filialen übernehmen. Das haben Rewe und Feneberg mitgeteilt.
Rund die Hälfte der Filialen sowie die Landbäckerei Sinz in Durach sollen demnach an Rewe gehen. Die andere Hälfte sowie die Zentrale in Kempten werden von Leh Allgäu übernommen. Sie sollen unter der Marke „Feneberg“ weiterbetrieben werden. Leh Allgäu führt auch das regionale Markenprogramm „Von Hier“ weiter. Amelie Feneberg, bisher Geschäftsführerin bei Feneberg, wird Teil der Geschäftsführung bei Leh Allgäu.
Die Tankstellen werden ebenfalls weitergeführt. Ein Mineralölunternehmen soll sie betreiben. Dafür starten die Investoren einen Bieterprozess.
Rewe-Vorstand Peter Maly spricht von einem wichtigen Schritt für eine langfristige Perspektive im Allgäu. „Die geplante Übernahme soll die Nahversorgung in der Region stärken und den betroffenen Standorten neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen“, sagt Maly.
Ein Großteil der rund 3.000 Mitarbeitenden soll übernommen werden. Laut der Kanzlei Grub Brugger, die Feneberg im Insolvenzverfahren berät, bleiben alle Arbeitsplätze in den Filialen erhalten. In der Zentrale in Kempten werde die überwiegende Zahl der Arbeitsplätze bestehen bleiben.
Rewe und Leh Allgäu teilten mit, dass die Arbeitsverträge in den jeweils übernommenen Filialen unverändert weiter gelten sollen. „Unser Anspruch ist es, aus einer herausfordernden Situation eine stabile und nachhaltige Perspektive für die Standorte zu entwickeln“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Leh Allgäu, Alexander Pade.
Laut dem Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold hat Feneberg 200 Millionen Euro Schulden und Rückstellungen sowie ein negatives Eigenkapital von rund 70 Millionen Euro. Hauptgründe für die Insolvenz seien hohe Pensionsverpflichtungen, strukturelle Defizite im Filialnetz und Verluste. Auch die Insolvenz der ehemaligen Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods wirke nach.
Feneberg hatte sich bereits zwischen 2019 und 2024 mithilfe von Edeka Südbayern restrukturiert. Laut Leibold war die Restrukturierung damals nicht erfolgreich, weil wesentliche Schwächen und Prozesse im Unternehmen nicht konsequent angegangen bzw. verändert wurden. „Es wurde zwar Geld in die Firma gegeben, dies ist aber längst wieder verbraucht“, so Leibold.
Rewe, Feneberg und Leh Allgäu haben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet. „Entscheidend ist, dass wir den Geschäftsbetrieb in den Märkten stabil halten und den Übergang jetzt so organisieren, dass Kundinnen und Kunden weiterhin verlässlich versorgt werden – und die Teams in den Filialen Planungssicherheit erhalten“, sagt Leibold.
Die Investoren müssen jetzt einen Insolvenzplan entwickeln, dem zunächst das Amtsgericht Kempten und dann die Gläubiger von Feneberg zustimmen müssen. Außerdem muss auch das Bundeskartellamt der Übernahme zustimmen.