proAllgäu GmbH & Co.KG

Interview: Investitionen in Bergbahnen allein reichen nicht

Dirk Schoppmann. Foto: proAllgäu GmbH&Co.KG

Vom Ausbau der Bergbahnen profitieren auch die Hotelbetriebe im Allgäu. Doch das allein ist nicht genug. Dirk Schoppmann von den Allgäu TopHotels erklärte im Interview mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN, was sich die Hoteliers wünschen würden.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Rund 29 Millionen Euro fließen derzeit in die Ski-Anlagen in Oberstdorf und im Kleinwalsertal. Was versprechen sich die Hotels vor Ort davon?

Dirk Schoppmann: Grundsätzlich ist jede Investition eine Verbesserung in die Infrastruktur vor Ort sowie die Serviceleistung. Als eine der Top-Destinationen für Ski-Tourismus in Deutschland ist es immer gut, wenn hier investiert wird. Es ist hilfreich bei der Vermarktung beider Leistungsträger, also sowohl der Hotels wie der Bergbahnen. Sie sitzen beide auf einer Schaukel. Und das Zusammenspiel gelingt seit Jahren auf einem hohen Niveau.

Das Geld wird zum großen Teil für die Modernisierung und den Ausbau der Lifte ausgegeben. Reicht das, um den Tourismus weiter zu beleben?

Nicht mehr ganz. Diese Arbeiten stellen eine erste Ausbaustufe dar. Die zweite erfolgt bereits punktuell. Dazu zählen Investitionen in Immobilen und Neubauten, wie zum Beispiel der Bergstation auf dem Nebelhorn. Dies ist ein entscheidender Schritt, um international voran zu kommen. Bauten wie diese sind architektonisch wegweisend und tun dem gesamten Skiangebot gut – und damit auch den Hotels.

Inwieweit sind Hotel-Betreiber an den Investitions-Plänen der Bergbahnen beteiligt?

Im Allgäu sind sie nicht direkt mit eingebunden. Natürlich kommt es zum gedanklichen Austausch zwischen ihnen und den Bergbahnen. Doch anders als beispielsweise in Österreich sind die Hoteliers hier nicht gelichzeitig Eigentümer der Bahnen. So können sie nur bedingt Einfluss nehmen.

Nur Bedingt? Was meinen Sie damit?

Die Bergbahnen greifen gerne auf das gastronomische Wissen der Hoteliers zurück. Hier können die Hotels einen großen Beitrag leisten. Diese orientieren sich dafür an den Benchmarks, die außerhalb Deutschlands gesetzt werden. Bei der gehobenen Küche besteht vor Ort nämlich noch immer ein kleines Defizit. Das liegt auch daran, dass das Angebot hier sehr zielgruppenspezifisch ist. Eine gehobene Kulinarität braucht also das entsprechende Klientel und noch fahren „Super-Skifahrer“ eher nach Österreich. Wenn wir hier jedoch ein entsprechendes Angebot schaffen, könnten wir von der Treiberfunktion profitieren: Warum weitere 100 Kilometer fahren, wenn dasselbe Angebot auch im Allgäu verfügbar ist?

An welchen Stellen würden die Hotels gerne noch weitere Investitionen sehen?

Nach Möglichkeit bei der Infrastruktur. Ein spannender architektonischer und technischer Ausbau kann einer Region Aufschwung geben. Das beginnt schon bei den Ein- und Ausstiegsstationen, den Gondeln und der Aussicht bei der Auf- und Abfahrt. Ein Austausch der alten Substanzen der Bergbahnen ist gut, sollte aber von der Art her tendenziell einen spektakulären Charakter erhalten. Architektur ist ein touristisches Werbemittel.

Neben dem Ski-Tourismus zielen viele Hotels auch auf Wellness-Gäste ab. Was wird für diese geschaffen?

Im Lauf der letzten Jahre konnten die Hotels hier bereits viel umsetzen. Das lag auch daran, dass die Umsatzsteuer reduziert wurde. Gerade die Hotels im fünf und vier Sterne Bereich haben viel geleistet. Dabei handelt es sich teilweise um Millionen-Investitionen. Aber nicht nur die Wellness-Bereiche wurden qualitativ und quantitativ erweitert, auch bei den Restaurants und Bars wurde Hand angelegt. Der größte Schub ist somit schon erfolgt. Doch Hotels stehen immer unter dauerhaftem Investitionszwang. Die Erwartungshaltung der Touristen wird durch den innovativen Charakter der Städte in die Höhe getrieben. Da muss die Ferienhotellerie nun mithalten.

Das Interview führte Iris Zeilnhofer

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
proAllgäu GmbH & Co.KG

Interview: Investitionen in Bergbahnen allein reichen nicht

Dirk Schoppmann. Foto: proAllgäu GmbH&Co.KG

Vom Ausbau der Bergbahnen profitieren auch die Hotelbetriebe im Allgäu. Doch das allein ist nicht genug. Dirk Schoppmann von den Allgäu TopHotels erklärte im Interview mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN, was sich die Hoteliers wünschen würden.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Rund 29 Millionen Euro fließen derzeit in die Ski-Anlagen in Oberstdorf und im Kleinwalsertal. Was versprechen sich die Hotels vor Ort davon?

Dirk Schoppmann: Grundsätzlich ist jede Investition eine Verbesserung in die Infrastruktur vor Ort sowie die Serviceleistung. Als eine der Top-Destinationen für Ski-Tourismus in Deutschland ist es immer gut, wenn hier investiert wird. Es ist hilfreich bei der Vermarktung beider Leistungsträger, also sowohl der Hotels wie der Bergbahnen. Sie sitzen beide auf einer Schaukel. Und das Zusammenspiel gelingt seit Jahren auf einem hohen Niveau.

Das Geld wird zum großen Teil für die Modernisierung und den Ausbau der Lifte ausgegeben. Reicht das, um den Tourismus weiter zu beleben?

Nicht mehr ganz. Diese Arbeiten stellen eine erste Ausbaustufe dar. Die zweite erfolgt bereits punktuell. Dazu zählen Investitionen in Immobilen und Neubauten, wie zum Beispiel der Bergstation auf dem Nebelhorn. Dies ist ein entscheidender Schritt, um international voran zu kommen. Bauten wie diese sind architektonisch wegweisend und tun dem gesamten Skiangebot gut – und damit auch den Hotels.

Inwieweit sind Hotel-Betreiber an den Investitions-Plänen der Bergbahnen beteiligt?

Im Allgäu sind sie nicht direkt mit eingebunden. Natürlich kommt es zum gedanklichen Austausch zwischen ihnen und den Bergbahnen. Doch anders als beispielsweise in Österreich sind die Hoteliers hier nicht gelichzeitig Eigentümer der Bahnen. So können sie nur bedingt Einfluss nehmen.

Nur Bedingt? Was meinen Sie damit?

Die Bergbahnen greifen gerne auf das gastronomische Wissen der Hoteliers zurück. Hier können die Hotels einen großen Beitrag leisten. Diese orientieren sich dafür an den Benchmarks, die außerhalb Deutschlands gesetzt werden. Bei der gehobenen Küche besteht vor Ort nämlich noch immer ein kleines Defizit. Das liegt auch daran, dass das Angebot hier sehr zielgruppenspezifisch ist. Eine gehobene Kulinarität braucht also das entsprechende Klientel und noch fahren „Super-Skifahrer“ eher nach Österreich. Wenn wir hier jedoch ein entsprechendes Angebot schaffen, könnten wir von der Treiberfunktion profitieren: Warum weitere 100 Kilometer fahren, wenn dasselbe Angebot auch im Allgäu verfügbar ist?

An welchen Stellen würden die Hotels gerne noch weitere Investitionen sehen?

Nach Möglichkeit bei der Infrastruktur. Ein spannender architektonischer und technischer Ausbau kann einer Region Aufschwung geben. Das beginnt schon bei den Ein- und Ausstiegsstationen, den Gondeln und der Aussicht bei der Auf- und Abfahrt. Ein Austausch der alten Substanzen der Bergbahnen ist gut, sollte aber von der Art her tendenziell einen spektakulären Charakter erhalten. Architektur ist ein touristisches Werbemittel.

Neben dem Ski-Tourismus zielen viele Hotels auch auf Wellness-Gäste ab. Was wird für diese geschaffen?

Im Lauf der letzten Jahre konnten die Hotels hier bereits viel umsetzen. Das lag auch daran, dass die Umsatzsteuer reduziert wurde. Gerade die Hotels im fünf und vier Sterne Bereich haben viel geleistet. Dabei handelt es sich teilweise um Millionen-Investitionen. Aber nicht nur die Wellness-Bereiche wurden qualitativ und quantitativ erweitert, auch bei den Restaurants und Bars wurde Hand angelegt. Der größte Schub ist somit schon erfolgt. Doch Hotels stehen immer unter dauerhaftem Investitionszwang. Die Erwartungshaltung der Touristen wird durch den innovativen Charakter der Städte in die Höhe getrieben. Da muss die Ferienhotellerie nun mithalten.

Das Interview führte Iris Zeilnhofer

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben