Allgäuer Holztag

Holzforum auf Allgäuer Festwoche 2018: Hochhaus-Bau aus Holz

Der Holzforum Allgäu e.V. war auch dieses Jahr wieder auf der Allgäuer Festwoche vertreten. Experten informierten zum Einsatz von Holz im Bau.

Knapp 200 Gäste waren anwesend, als um 10 Uhr der Holztag im Kornhaus Kempten begann. Erste Vorstand Hugo Wirthensohn begrüßte die Teilnehmer und schlug dann die Brücke zum Tagesthema: dem Holzbau im Allgäu.

Holzbauquote im Allgäu bei 30 Prozent

Der natürliche Baustoff kehrt mit großem Erfolg zurück, so das Forum. Der Baustoff sei ein Alleskönner und auch im Hochhaus-Bau einsetzbar. Aktuell werden in Bayern schon über 20 Prozent der Gebäude in Holz gebaut, so der Verein. Das Allgäu weißt sogar eine Holzbauquote von fast 30 Prozent auf.  Dennoch könnte es gerade in den großen Städten aufgrund ihrer Vorbildfunktion deutlich mehr sein, wie der Verein findet. In Kempten, Kaufbeuren und Memmingen seien es derzeit rund 15 Prozent.

OB Kiechle: Holz-Prestigebau in Kempten fehlt noch

Zum Thema Holz im Bau wurden Thomas Kiechle, Oberbürgermeister der Stadt Kempten und Anton Klotz, Landrat des Landkreises Oberallgäu, auf die Bühne geholt. Sie verwiesen auf bereits verwirklichte Projekte, wie die alte König-Ludwig Brücke in Kempten oder der Anbau des Landratsamts in Sonthofen. Gleichzeitig gab Kiechle aber zu, dass ein Prestigebau in Kempten fehle. Dazu müssten zunächst noch einige Hürden und Rahmenbedingungen aus dem Weg geschafft werden. Man sei in Kempten mit Unterstützung der richtigen Fachkompetenz aber grundsätzlich offen, neue Wege einzuschlagen.

Zukunft bei vier bis acht Geschossen aus Holz

Im Anschluss daran betrat Univ.-Prof. DDipl.-Ing. Michael Flach, Leiter Arbeitsbereich Holzbau an der Uni Innsbruck, die Bühne. Sein Vortrag „Neue Wege des Holzbaus“ zeigte auf, was bereits im Holzbau möglich ist und was bereits umgesetzt wurde. Flach ging unter anderem auch auf das Thema ein, wie hoch Bauen, auch mit Holz, Sinn macht. Zwar wäre hoch und sicher heute auch mit Holz möglich, dennoch müsse in den Städten seiner Ansicht nach auf andere Lösungen zurückgegriffen werden. Die Zukunft bestehe im Sanieren und in Gebäuden mit Mehrfach-Nutzung. Im Allgäu sieht Flach die Zukunft in vier bis acht Geschossen aus Holz. Allzu hoch sei gar nicht nötig, wichtiger sei die Schnelligkeit.

Herausforderung: Feuer und Feuchtigkeit

Dr.-Ing. Michael Merk, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an der TU München und Geschäftsführer von fire&timber, sprach über die Herausforderungen, die Holzbau mitbringt. Die vorherrschenden Vorurteile wie Holz brennt, glimmt und fault kämen zwar nicht von ungefähr, doch dem könne viel entgegengesetzt werden. Holz schütze sich selbst vor dem Feuer durch die Bildung einer Kohleschicht und mit der richtigen Planung fäule Holz auch nicht.

Diskussion: Holzbau im Allgäu

Bei der anschließenden Diskussionsrunde zum Thema „Nachhaltige Großprojekte im Allgäu“ stellten sich Prof. Dr.-Ing. Anette Hafner (Lehrstuhl Ressourceneffizientes Bauen an der Ruhr-Universität Bochum), MdL Angelika Schorer (stellvertretende Landrätin des Landkreises Ostallgäu), MEP Ulrike Müller (Mitglied im Europäischen Parlament) und die Referenten den Fragen der Moderatoren. Anette Hafner erläuterte die verschiedenen Fördersysteme.

Angelika Schorer sprach sich für Maßnahmen aus, um die freiwilligen Leistungen voranzutreiben. Soweit es möglich sei, müsse der Landkreis eine Vorbildfunktion übernehmen und den Bau vorantreiben. Ulrike Müller betonte, dass Forstpolitik auf europäischer Ebene nicht unmittelbar vorkomme. Um dies zu ändern, müssten vorher aber die Hemmnisse für Kommunen bei den bautechnischen Anforderungen geregelt werden.

Die Allgäuer Festwoche

Die Allgäuer Festwoche fand vom 11. bis 19. August in Kempten statt. Zum Allgäu Tag besuchte auch Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Stadt.

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Zukunft bei vier bis acht Geschossen aus Holz

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