Investor zahlt nicht

Es steht fest: Kein Skibetrieb am Grünten in dieser Saison

Der Grünten im Allgäu im Schneemantel. Foto: Uwe Weber  / pixelio.de
Ein Schweizer Investor wollte eigentlich einen zweistelligen Millionen-Betrag am Grünten investieren. Doch das Geld kam nie bei den Betreibern an. Der Skibetrieb der insolventen Grüntenlifte Betriebs-GmbH in Rettenberg/Kranzegg kann in der laufenden Wintersaison deshalb nicht stattfinden.

Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Florian Zistler von PLUTA am Donnerstagnachmittag, den 14. Dezember, mit. Der Rechtsanwalt führte in den vergangenen Wochen Gespräche mit mehr als fünf Investoren. Diese verfügten alle sowohl über das Know-how als auch den finanziellen Background. Für einen Investor macht jedoch nur eine Gesamtlösung Sinn, die sich derzeit nicht umsetzen lässt.

Einzelfirma Prinzing und Grüntenlifte Betriebs-GmbH müssen zusammenarbeiten

Damit diese gelingen kann, ist ein Mitwirken der Familie Prinzing notwendig. Denn Eigentümer der Liftanlage ist die Einzelfirma der Familie. Wichtige Dienstbarkeiten, also beispielsweise das Recht, einen Skibetrieb am Grünten zu führen, und weitere Assets liegen bei der Grüntenlifte Betriebs-GmbH. Nur wenn die Einzelfirma Prinzing und die Grüntenlifte Betriebs-GmbH zusammenarbeiten, ist ein weiterer Betrieb für die Grüntenlifte möglich. Florian Zistler wird nun versuchen, eine Gesamtlösung für die kommende Wintersaison zu finden.

20 Pisten-Kilometer bleiben diese Saison ungenutzt

„Wir haben alles Mögliche getan, um kurzfristig eine Fortführungslösung für die Grüntenlifte zu erzielen. Eine solche Lösung ist derzeit leider nicht realisierbar“, bestätigte Florian Zistler nochmals. Am Grünten bleiben die Lifte daher in dieser Saison stillstehen. Eine Doppelsesselbahn, sechs Schlepplifte, ein Übungslift sowie ein Förderband sind es, die die Grüntenlifte Betriebs-GmbH betreiben. Diese erschließen eigentlich ein Skigebiet mit rund 20 Kilometer Pisten.

Hintergrund: Schweizer Investor sichert Millionen zu

Im vergangenen Jahr hatte ein Schweizer Geschäftsmann Gregor Wallimann eine millionenschwere Investition in Aussicht gestellt. Modernisierte Lifte, ein Hotel und eine Tiefgarage waren geplant. Doch die Pläne wurden nie umgesetzt. Das Amtsgericht Kempten bestellte am 2. November 2017 schließlich Florian Zistler von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Grüntenlifte Betriebs-GmbH in Rettenberg/Kranzegg. Wallimann sicherte zu diesem Zeitpunkt immer noch zu, in den kommenden Wochen genügend Geld zur Sanierung der Lifte überweisen zu wollen. Doch auch zwei Wochen später war dies noch nicht der Fall. Seither wurde an Alternativ-Konzepten gearbeitet. Die entsprechenden Mittel müssen bereitgestellt werden, um die Zahlungsunfähigkeit der Grüntenlifte Betriebs-GmbH zu beseitigen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben