B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Die Streiks der Milchindustrie halten das Allgäu fest im Griff
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten Region Allgäu

Die Streiks der Milchindustrie halten das Allgäu fest im Griff

 Die Milchbrnache im Allgäu streikt. Foto: Gewerkschaft NGG

Beim Streit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und den Arbeitgebern konnte in der ersten Verhandlungsrunde Ende September keine Einigung erzielt werden. Der Forderungen von pauschal 150 Euro mehr Gehalt und eine bessere Altersvorsorge für die Beschäftigten stellten die Arbeitgeber eine Erhöhung von 2 Prozent entgegen. Nicht genug, wie die Gewerkschaft NGG entschied. Jetzt wird im Allgäu gestreikt.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Die Tarifverhandlungen in der bayerischen Milchwirtschaft konnten nicht in der ersten Runde am 24. September 2015 entschieden werden. Arbeitgeber stellten den Forderungen der Gewerkschaft NahrungGenuss-Gaststätten (NGG) ein nicht akzeptiertes Gegenangebot vor. Nun rief die Gewerkschaft bayernweit zu Warnstreiks auf. Die ersten Betriebe standen bereits still.

Gewerkschaft: Gute wirtschaftliche Lage soll belohnt werden

Bis zum nächsten Treffen am 29. Oktober wollen Gewerkschaft und Betriebe so ihre Anliegen deutlich machen. Mit einem Jahresumsatz von rund 10 Milliarden Euro boomt die Branche schließlich. „Die Kolleginnen und Kollegen leisten gute Arbeit – ohne sie wäre dieser wirtschaftliche Erfolg nicht möglich gewesen. Jetzt ist der Arbeitgeber in der Pflicht, uns ein gutes Angebot zu unterbreiten. Besser als das der ersten Verhandlungsrunde. Mit dem ‚Magerangebot‘ von 2 Prozent, lassen wir uns auf jeden Fall nicht abspeisen!“, betonte Claudia Weixler, Geschäftsführerin der NGG Region Allgäu und Mitglied der Tarifkommission. Die Lohnkosten machen momentan nur 6,4 Prozent vom Umsatz aus, erklärt sie weiter.

NGG fordert mehr Geld und eine bessere Altersvorsorge

„Wir fordern 150 Euro mehr für alle. Neben der Lohnerhöhung fordern wir auch deutliche Verbesserungen in der tariflichen Altersvorsorge“, so Freddy Adjan, Landesvorsitzender der NGG in Bayern und Verhandlungsführer. Letztere soll von 700 Euro auf 1.000 Euro im Jahr aufgestockt werden. „Dass die Arbeitgeber vor allem zu unserer Forderung nach einem pauschalen Erhöhungsbetrag von 150 Euro für alle Beschäftigten ein klares Nein formuliert haben, ist auf Empörung gestoßen“, so Adjan weiter.

Streikwelle betrifft viele Teile Bayerns

Den Anfang der Streikwelle machte die Edelweiß GmbH & Co. KG in Kempten. Auch die Beschäftigten der Früh- und Spätschicht der Molkerei Bauer und des Bauer Frischdienstes legten die Arbeit nieder. Bergader in Waging am See, Hochland in Heimenkirch, sowie die Belegschaft des Wendelstein Käsewerks im oberbayerischen Bad Aibling folgten dem Warnstreikaufruf der NGG ebenfalls. „Unsere Forderungen werden breit unterstützt und das wird auch nicht die letzte Aktion gewesen sein – weitere Betriebe werden folgen“, gab Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim, bekannt.

Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Zehn Cent mehr für Butter

Gute Arbeit sollte entsprechend entlohnt werden. Dass Milchprodukte mehr wert sind, haben auch Discounter schon erkannt. So erhöhte Aldi zum Monatsbeginn den Verbraucherpreis für Trinkmilch um vier, den für Butter um zehn Cent und reagiert auf die Streiks der Bauern im Sommer. „Dies ist für die Bauern ein erstes wichtiges Signal. Wir erwarten, dass sich der Lebensmitteleinzelhandel noch weiter seiner Verantwortung für die wirtschaftliche Situation der Bauernfamilien bewusst wird. Denn Trinkmilch und Butter decken nur einen Teil der Erlöse unserer Bauern ab. Bei anderen Milchprodukten, Fleisch und anderen Lebensmitteln muss nachgezogen werden. Es muss endlich Schluss sein mit der ruinösen Preisgestaltung“, lobte Bauernpräsident Walter Heidl diese Entscheidung. Nun soll diese Wertschätzung auch auf den Lohnzetteln der Produzenten wiedergespiegelt werden, fordert die Gewerkschaft.

Landwirtschaft bedroht: Auch Sanktionen gegen Russland drücken den Preis

Um die Zukunft der Branche zu sichern, dürfen Molkereiprodukte nicht zu Ramschware werden, erklärt auch die NGG. Der Milchpreis fiel in diesem Jahr von 50 auf 30 Cent, bedingt durch den russischen Importstopps für EU-Lebensmittel. Die Sanktionen schaden vor allem den kleineren und mittleren Betrieben. „Aufgrund der begrenzten politischen Wirkung der Maßnahmen gegenüber Russland sowie negativer Erfahrungen mit Sanktionen generell, wie gegenüber dem Iran oder Kuba, ist es jetzt an der Zeit, sich ernsthaft zu fragen, ob sich das international stark verflochtene Deutschland damit nicht ins eigene Fleisch schneidet. Die Rückgänge in einzelnen, gerade mittelständisch geprägten Branchen sollten uns ein Warnsignal sein“, erklärt auch Marco Altinger, Präsident des Bundes der Selbständigen Bayern (BDS). Dies betrifft nicht nur die Milch-, sondern die gesamte Landwirtschaft Bayerns.

Artikel zum gleichen Thema