Warnstreikwelle

Die bayerische Milchwirtschaft im Allgäu hat erneut gestreikt

Am 5. Oktober wurde in Obergünzburg bei der J.M. Gabler-Saliter Milchwerk gestreikt. Einen Tag später ebenso bei Edelweiss in Kempten. Was die Mitarbeiter erreichen wollten.

Die Warnstreikwelle in der bayerischen Milchwirtschaft ging am 5. Oktober in Obergünzburg weiter. Rund 50 Streikende der J.M. Gabler-Saliter Milchwerk GmbH & Co. KG unterstützten die Entgeltforderung ihrer Gewerkschaft NGG. Nach Nestlé in Biessenhofen am 01. Oktober und dem Milchwerk Bad Wörishofen am 02. Oktober ist dies nun der dritte Warnstreik im Allgäu in den letzten drei Arbeitstagen.

Am 6. Oktober hat sich auch Edelweiss in Kempten angeschlossen. Rund 150 Streikende versammelten sich ab 12:00 Uhr auf dem Mitarbeiterparkplatz um der Tarifforderung der Gewerkschaft NGG Nachdruck zu verleihen. Damit ist dies der vierte Warnstreik.

Das haben die Mitarbeiter im Streik gefordert

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Die Friedenspflicht im Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und dem Arbeitgeberverband der Bayerischen Ernährungswirtschaft e.V. (abe) hatte am 01. Oktober um 0:00 Uhr geendet, nachdem die NGG-Tarifkommission am 10. September das Angebot der Arbeitgeberseite von 1,5 Prozent abgelehnt hatte. Die NGG hatte eine Lohnerhöhung von 6 Prozent, mindestens aber 190 Euro gefordert.

Einsatz während der Pandemie solle belohnt werden

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Die Beschäftigten in Obergünzburg blieben trotz Regen und kalten Temperaturen vor den Toren und unterstützten lautstark das Vorgehen ihrer Tarifkommission. „1,5 Prozent sind zu wenig für den Einsatz, den die Kolleginnen und Kollegen, auch während der Corona-Pandemie gezeigt haben. Die Arbeitgeber betonen gerne die Wertschätzung für diese Leistung. Aber dieses Angebot sagt eindeutig etwas anderes“, sagte Joschka Ebel von der NGG auf der Streikkundgebung. Das unterstützten auch die Solidaritätsbesuche aus anderen Betrieben im Allgäu.

Wirtschaftliche Lage der Branche sei „sehr gut“

Die wirtschaftliche Lage in der Branche sei insgesamt sehr gut. Manche Betriebe haben in Krisenzeiten sogar ein kräftiges Plus erwirtschaften können. „Diese Branche kann es sich leisten, den Beschäftigten eine ordentliche Lohnerhöhung zu zahlen! Wer, wenn nicht die Menschen aus diesen Branchen, in denen es gut läuft soll die Wirtschaft denn ankurbeln in solchen Krisenzeiten?“ betonte Ebel weiter. Weitere Betriebe aus ganz Bayern werden sollen in den nächsten Tagen, bis zum 08. Oktober, dem Tag der zweiten Verhandlung mit Warnstreiks folgen.

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