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Zeit sparen und Leben retten
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Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Zeit sparen und Leben retten

 OB Stefan Bosse informierte sich beim Rundgang über die Chest Pain Unit genau über die Abläufe in der Praxis. Foto: klinikum ost

Das Klinikum Kaufbeuren weihte vergangene Woche die neue Notfallstation für Menschen mit unklaren Brustschmerzen ein. Mit der Chest Pain Unit (Brustschmerzen-Einheit) können Brustschmerzen genauer identifiziert und bei einem tatsächlichen Herzinfarkt so viel Zeit gespart werden. Wenn die Patienten nach einem Herzinfarkt lebend das Krankenhaus erreichen, haben die Leidenden eine gute Chance auf eine Genesung. Mittlerweile konnte die Sterblichkeitsrate von 40 auf zehn Prozent gesenkt werden.  

Rund 600 Menschen erleiden jährlich im Ostallgäu einen Herzinfarkt. Wenn diese Patienten lebend das Krankenhaus erreichen, haben sie auch eine gute Chance, zu überleben. Für über 20 Prozent der Herzinfarktpatienten jedoch kommt jede Hilfe zu spät, meist, weil sie zu spät gerufen, bzw. zu spät in Anspruch genommen wurde. Fakt ist, dass die Patienten ihren Brustschmerz häufig anderen Erkrankungen wie Rückenproblemen, Magenschmerzen oder auch einer Rheumaerkrankung zuordnen und gar nicht an einen Herzinfarkt denken. Aus diesen Grund hat das Klinikum Kaufbeuren mit Bezug des B-Traktes im vergangen September eine Notfallstation für Menschen mit unklaren Beschwerden eingerichtet. Die sogenannte Chest Pain Unit (CPU), zu Deutsch Brustschmerz-Einheit, soll unklare Brustschmerzen richtig einordnen, Patienten mit Herzinfarkt schnell identifizieren und so zu einer lebensrettenden Behandlung führen.

„Zeit ist Herzmuskel“

Am Mittwoch wurde die Chest Pain Unit bei einem Festakt offiziell eingeweiht. Hierbei überreichte Vorstand Dr. Joachim Klasen unter großem Lob und Dank dem Kardiologie-Team das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.  „Zeit ist Herzmuskel“, appellierte PD Dr. Marcus Koller in seinem Vortrag an die Bürger, bei unklarem Brustschmerz nicht lange zu warten.   Entweder solle man den Notarzt unter der deutschlandweiten Notrufnummer 112 rufen, oder direkt in die Chest Pain Unit kommen. „Man braucht keinen Überweisungsschein vom Hausarzt“, klärte Koller auf. Um keine wertvolle Zeit zu verlieren, sei es möglich, sich selbst einzuweisen. Im Krankenhaus angekommen, erhalte der Patient innerhalb von 10 Minuten ein EKG, das von einem erfahrenen Kardiologen befunden würde. Auch kleine Herzinfarkte, die im EKG nicht zu erkennen sind, können mit Hilfe eines Bluttests sicher diagnostiziert werden.

Hervorragende Versorgung  bei Herzinfarkten

Ziel sei es, in standardisierten diagnostischen Abläufen mit minimalster zeitlicher Verzögerung zu überprüfen, ob eine Herzerkrankung ursächlich für die Brustschmerzen ist. Während früher die Mortalität im Falle eines Herzinfarkts bei rund 40 % lag, konnte die Sterblichkeit mittlerweile auf unter 10 Prozent gesenkt werden, wenn der Patient lebend das Krankenhaus erreicht. „Das liegt an den großen Fortschritten in der Herzkathetertechnik sowie an den perfekt funktionierenden Netzwerken, ohne die diese Entwicklung nicht möglich geworden wäre“, so Koller. Komme heute der Rettungswagen zu einem Patienten mit Herzinfarkt, so könne mittels telemetrischer EKG-Geräte das aktuelle Patienten-EKG vom Notfallort direkt ins Notfallzentrum gesendet werden. Mit der Chest Pain Unit wolle man nun die Patienten erreichen, die ihren Brustschmerz nicht einem Herzinfarkt zuordneten.  Für OB Stefan Bosse ist die Chest Pain Unit ein weiterer Beweis dafür, dass sich die Politik unbedingt aus dem operativen Geschäft heraushalten müsse. „Dann entsteht viel Kreativität, wie man hier sieht“, so der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende mit großem Dank für das beispielhafte Engagement an Dr. Koller und sein Team, ohne die es die Chest Pain Unit nicht gäbe.

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