B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

B4B Schwaben
 / 
B4B Nachrichten  / 
Varmeco: Wie lässt sich ein bestehendes Heizsystem klimafreundlich umbauen?
Selbstversuch

Varmeco: Wie lässt sich ein bestehendes Heizsystem klimafreundlich umbauen?

Die neuen PVT-Module auf dem Verwaltungsgebäude der varmeco
Die neuen PVT-Module auf dem Verwaltungsgebäude der Varmeco. Foto: Varmeco

In einem Selbstversuch baut Varmeco die unternehmenseigenen Heizsysteme in eine klimafreundliche Alternative um. Dabei passen sie sich bewusst den Schwerstbedingungen an. Wie das Projekt ablaufen soll.

Der Wandel hin zu klimafreundlicher Wärmeversorgung stellt viele Bestandsgebäude vor große Herausforderungen. Genau hier möchte Varmeco aus Kaufbeuren im Ostallgäu ansetzen. Als Entwickler und Hersteller heiztechnischer Produkte sowie Spezialist für intelligentes Wärmemanagement modernisiert das Unternehmen seine eigene Heiztechnik grundlegend. Ziel ist es, neue Lösungen nicht nur zu entwickeln, sondern sie im eigenen Betrieb unter realistischen Bedingungen zu erproben. 

Modernisierung im laufenden Betrieb 

Im Zuge des Modernisierungsprojekts hat Varmeco sein bisheriges Erdgas-Blockheizkraftwerk vollständig demontiert. Erhalten geblieben sind der Heizspeicher, das Heiz- und Warmwassernetz sowie die bestehende Solarthermieanlage. Ergänzt wurde das System um zwei Wärmepumpen und PVT-Kollektoren, deren Wärme in einem neu installierten 3.000-Liter-Niedertemperaturspeicher zwischengespeichert wird. 

Zusätzlich wurde der vorhandenen eXergiemaschine eine weitere ihrer Art zur Seite gestellt. Beide nutzen die Temperaturen des Niedertemperaturspeichers und heben diese auf ein besser nutzbares Niveau an. Dieses Zusammenspiel soll einen besonders effizienten Betrieb der Wärmepumpen ermöglichen. Für Ausfallsituationen steht ein Holzpellet-Kessel als Backup bereit. Eine neue Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 180 kWp sorgt für einen hohen Autarkiegrad der strombetriebenen Wärmelösung. Die Anlage versorgt Verwaltung, Produktion und das Lager mit Wärme und Warmwasser - und das effizient und CO₂-frei. 

Bewusstes Experiment unter erschwerten Bedingungen 

Bei der Umsetzung entschied sich Varmeco bewusst gegen den einfachsten Weg. „Der Umbau von Bestandsanlagen bringt oft Herausforderungen mit sich“, erklärt Geschäftsführer Philipp Stockklausner, der das Projekt verantwortet. Statt die bestehende Hydraulik vollständig zu erneuern, ließ das Unternehmen das System weiterwachsen. Ziel war es, Bedingungen nachzubilden, wie sie häufig bei der Sanierung von Wohngebäuden oder Hotels auftreten. Diese seien selten optimal.

So werden beispielsweise die hohen Temperaturen der Solarthermie und die Niedertemperaturwärme der neuen PVT-Kollektoren über zwei unterschiedliche Solarstationen auf eine gemeinsame Leitung gekoppelt. Auch der Parallelbetrieb von zwei eXergiemaschinen zur Temperaturanhebung auf über 60 Grad ist eher untypisch und würde bei einer Neuanlage normalerweise vermieden werden. 

Erkenntnisse für zukünftige Lösungen 

Die Auswertung des Projekts ist für den Sommer 2026 geplant. Bis dahin soll analysiert werden, wie gut das Management der eigenen Heiztechnik unter diesen Bedingungen funktioniert. Im Idealfall priorisiert das System die Solarwärme, lässt die Wärmepumpen nur seltener laufen und kommt ganz ohne den Einsatz des Pelletkessels aus. Unabhängig vom Ergebnis sieht Varmeco den Selbstversuch als wichtigen Lernprozess. „Was auch immer bei diesem Selbstversuch herauskommt, wird uns helfen, die Regelungstechnik unserer Produkte zu optimieren“, so Stockklausner. 

Artikel zum gleichen Thema