Stadt Kaufbeuren

Medizinische Versorgung in Kaufbeuren überdurchschnittlich gut

Symbolbild. Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Erst kürzlich wurde der aktuelle Versorgungs-Atlas der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns veröffentlicht. Demnach erfreut sich Kaufbeuren an einer überdurchschnittlich guten ärztlichen Versorgung.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

„Jede Erhebung fasst die Daten auf etwas andere Art und Weise zusammen und setzt sie anders in Relation. Aber unter dem Strich sehen wir, dass wir bei der ärztlichen Versorgung in Kaufbeuren vor allem für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind. Besonders erfreulich ist, dass der Generationenwechsel bei den Hausärzten offensichtlich in vollem Gang ist und gut funktioniert“, freut sich Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse über die guten Ergebnisse der Stadt. Dennoch betrachtet er das Ergebnis mit Vorsicht.

Kaufbeuren hat mehr Ärzte als durch die Bedarfsplanungs-Richtlinie benötigt

In der Erhebung wurde für den Bereich Kaufbeuren bei der Versorgung mit Hausärzten ein Wert von 120 Prozent ermittelt. Rein statistisch bedeutet das, dass Kaufbeuren überversorgt ist. Denn ein Versorgungsgrad von 100 Prozent bedeutet, dass die Anzahl der tätigen Ärzte genau dem angestrebten Wert entspricht. Mit 120 Prozent liegt Kaufbeuren schwabenweit auf dem vierten Platz. Die ersten drei Plätze belegten Oberstdorf mit 175 Prozent, Aichach mit 133 Prozent und Füssen mit 123 Prozent. Basis dieser Erhebung ist die sogenannte Bedarfsplanung zur ambulanten vertragsärztlichen Versorgung. Zum Planungsbereich Kaufbeuren zählen auch umliegende Gemeinden im Westen, Norden und Osten. Als Quelle dienten hierfür die Versorgungsatlanten der Jahre 2015 und 2016 der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.

Viele junge Ärzte in Kaufbeuren

Darüber hinaus hat sich die Ärzteschaft in Kaufbeuren im Vergleich zum Vorjahr deutlich verjüngt. Diese Entwicklung ist erfreulich, da sie die Gefahr einer Versorgungslücke minimiert. Denn in den nächsten Jahren werden zahlreiche Ärzte in Ruhestand gehen. So sind bayernweit rund 35 Prozent der niedergelassenen Hausärzte älter als 60.

Fast jeder vierte Hausarzt in Kaufbeuren ist unter 45 Jahren

In Kaufbeuren waren im Jahr 2015 noch 39 Prozent der Hausärzte über 60 Jahre alt. Im letzten Jahr ist diese Zahl jedoch auf knapp 31 Prozent gesunken. Dementsprechend ist auch die Zahl der jüngeren Hausärzte deutlich gestiegen. Der Anteil der Mediziner unter 45 Jahren nahm innerhalb des letzten Jahres von knapp 14 auf fast 24 Prozent zu. Fast jeder vierte Hausarzt im Planungsbereich Kaufbeuren ist heute also unter 45 Jahre alt. Damit sind die Kaufbeurer Hausärzte deutlich jünger als der schwäbische und bayerische Durchschnitt, wo nur rund 15 Prozent unter 45 Jahren sind.

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