Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH

Trotz Produktionssteigerung: Kernkraftwerk Gundremmingen kaum mehr wirtschaftlich

Das Kernkraftwerk Gundremmingen blickt auf ein gutes Jahr 2015 zurück - trotz schwieriger Lage. Foto: KKW Gundremmingen

Das Kernkraftwerk Gundremmingen (KGG) wirft einen Blick zurück auf das letzte Jahr. Die Produktion konnte erfolgreich gesteigert werden. Doch die gesunkenen Großhandelspreise drücken auf die Wirtschaftlichkeit des KGG. Außerdem hat das Kraftwerk mit dem Abbau der Mitarbeiter in Block B begonnen.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Im laufenden Jahr wird das Kernkraftwerk Gundremmingen (KGG) insgesamt 39 Millionen Euro investieren. Das Geld fließt in Wartung, Prüfung und Modernisierung der Anlage. Damit und mit einem Gutachten hofft das Kraftwerk, die Diskussionen um das KGG zu beenden.

Stromproduktion in Block B und C wurde auf 21,2 Milliarden Kilowattstunden Strom gesteigert

 „Auch wenn wir uns auf die Zeit nach der Abschaltung von Block B vorbereiten: Die sichere und zuverlässige Stromerzeugung steht für uns nach wie vor an erster Stelle“, so Michael Trobitz, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen. 2015 ist die Stromproduktion in Block B und C um 700 Millionen auf insgesamt 21,2 Milliarden Kilowattstunden Strom gesteigert worden. Damit können rund sechs Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Energie versorgt werden.

KGG kann kaum mehr wirtschaftlich betrieben werden

Doch die kaufmännische Geschäftsführerin Gabriele Strehlau sieht nicht nur die guten Produktionsergebnisse. Denn wegen der stark gesunkenen Großhandelspreise sei das Kraftwerk kaum mehr wirtschaftlich zu betreiben. „Wir brauchen dringend Marktbedingungen, die eine faire Partnerschaft von konventionellen Kraftwerken und erneuerbaren Energien ermöglichen“, fordert die Geschäftsführerin. Dazu braucht es laut Strehlau vor allem ein Marktdesign, mit dem dringend notwendige Backup-Kapazitäten wirtschaftlich bereitgestellt werden können. „Das kann nach unserer Auffassung am besten in einem marktbasierten Kapazitätsmarkt erfolgen, dem dezentralen Leistungsmarkt“, erklärt Strehlau. 

GRS prüft ZUNA Nachkühlsystem auf Erdbebensicherheit

Insgesamt 39 Millionen Euro investiert das Kernkraftwerk Gundremmingen 2016 in Wartung, Prüfung und Modernisierung. Damit wird die Anlage in einem technisch einwandfreien Zustand gehalten. Trobitz verwies auf das Ergebnis einer aktuellen gutachterlichen Stellungnahme der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS). Den Auftrag dafür erteilte das Bundesumweltministerium. Es sollte geprüft werden, ob das Nachkühlsystem ZUNA ausreichend gegen schwerste Erdbeben geschützt ist und so dem Anspruch an ein vollwertiges Sicherheitssystem gerecht wird. ZUNA ist „als einem Sicherheitssystem gleichwertig anzusehen“, urteilt die GRS. „Das deckt sich mit unserer Bewertung“, betont der Kraftwerksleiter. „Ich hoffe, dass damit die leidige und überflüssige Diskussion ein Ende hat“, so Trobitz abschließend.

30 Millionen Euro Aufträge gehen an Unternehmer aus der Region

Trotz allem wird das Kraftwerk seiner Rolle als Wirtschaftsmotor weiterhin gerecht. Pro Jahr gehen Aufträge mit einem Umsatzvolumen von rund 146 Millionen Euro an Partnerfirmen. Davon gehen rund 30 Millionen Euro an Auftragnehmer aus der Region. Auch die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften nimmt das Kraftwerk ernst. Aktuell sind 28 Auszubildende im Kernkraftwerk beschäftigt. Neun weitere folgen im September. Auch das Thema Arbeitssicherheit wird großgeschrieben. Seit 600 Tagen gab es im Kernkraftwerk keinen Arbeitsunfall mehr, der zu Ausfallzeiten geführt hätte.

„Wir sind froh, dass wir den erforderlichen Stellenabbau gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträglich gestalten können“

In Vorbereitung auf Abschaltung und Abbau hat ein Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen eingesetzt. Die Zahl der direkt bei KGG oder dem Mutterkonzern RWE beschäftigten Mitarbeiter lag Ende 2015 bei 674. Das sind etwa 25 weniger als vor Jahresfrist. Die Zahl der dauerhaft im Kraftwerk tätigen Mitarbeiter von Partnerfirmen hat sich im gleichen Zeitraum um 50 auf rund 250 verringert. „Wir liegen im Plan und sind froh, dass wir den erforderlichen Stellenabbau gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträglich gestalten können“, so Gabriele Strehlau.

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Stromproduktion in Block B und C wurde auf 21,2 Milliarden Kilowattstunden Strom gesteigert

 „Auch wenn wir uns auf die Zeit nach der Abschaltung von Block B vorbereiten: Die sichere und zuverlässige Stromerzeugung steht für uns nach wie vor an erster Stelle“, so Michael Trobitz, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen. 2015 ist die Stromproduktion in Block B und C um 700 Millionen auf insgesamt 21,2 Milliarden Kilowattstunden Strom gesteigert worden. Damit können rund sechs Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Energie versorgt werden.

KGG kann kaum mehr wirtschaftlich betrieben werden

Doch die kaufmännische Geschäftsführerin Gabriele Strehlau sieht nicht nur die guten Produktionsergebnisse. Denn wegen der stark gesunkenen Großhandelspreise sei das Kraftwerk kaum mehr wirtschaftlich zu betreiben. „Wir brauchen dringend Marktbedingungen, die eine faire Partnerschaft von konventionellen Kraftwerken und erneuerbaren Energien ermöglichen“, fordert die Geschäftsführerin. Dazu braucht es laut Strehlau vor allem ein Marktdesign, mit dem dringend notwendige Backup-Kapazitäten wirtschaftlich bereitgestellt werden können. „Das kann nach unserer Auffassung am besten in einem marktbasierten Kapazitätsmarkt erfolgen, dem dezentralen Leistungsmarkt“, erklärt Strehlau. 

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Insgesamt 39 Millionen Euro investiert das Kernkraftwerk Gundremmingen 2016 in Wartung, Prüfung und Modernisierung. Damit wird die Anlage in einem technisch einwandfreien Zustand gehalten. Trobitz verwies auf das Ergebnis einer aktuellen gutachterlichen Stellungnahme der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS). Den Auftrag dafür erteilte das Bundesumweltministerium. Es sollte geprüft werden, ob das Nachkühlsystem ZUNA ausreichend gegen schwerste Erdbeben geschützt ist und so dem Anspruch an ein vollwertiges Sicherheitssystem gerecht wird. ZUNA ist „als einem Sicherheitssystem gleichwertig anzusehen“, urteilt die GRS. „Das deckt sich mit unserer Bewertung“, betont der Kraftwerksleiter. „Ich hoffe, dass damit die leidige und überflüssige Diskussion ein Ende hat“, so Trobitz abschließend.

30 Millionen Euro Aufträge gehen an Unternehmer aus der Region

Trotz allem wird das Kraftwerk seiner Rolle als Wirtschaftsmotor weiterhin gerecht. Pro Jahr gehen Aufträge mit einem Umsatzvolumen von rund 146 Millionen Euro an Partnerfirmen. Davon gehen rund 30 Millionen Euro an Auftragnehmer aus der Region. Auch die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften nimmt das Kraftwerk ernst. Aktuell sind 28 Auszubildende im Kernkraftwerk beschäftigt. Neun weitere folgen im September. Auch das Thema Arbeitssicherheit wird großgeschrieben. Seit 600 Tagen gab es im Kernkraftwerk keinen Arbeitsunfall mehr, der zu Ausfallzeiten geführt hätte.

„Wir sind froh, dass wir den erforderlichen Stellenabbau gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträglich gestalten können“

In Vorbereitung auf Abschaltung und Abbau hat ein Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen eingesetzt. Die Zahl der direkt bei KGG oder dem Mutterkonzern RWE beschäftigten Mitarbeiter lag Ende 2015 bei 674. Das sind etwa 25 weniger als vor Jahresfrist. Die Zahl der dauerhaft im Kraftwerk tätigen Mitarbeiter von Partnerfirmen hat sich im gleichen Zeitraum um 50 auf rund 250 verringert. „Wir liegen im Plan und sind froh, dass wir den erforderlichen Stellenabbau gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträglich gestalten können“, so Gabriele Strehlau.

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