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Prof. Töpfer beim Wirtschaftsforum der Sparkasse
Sparkasse Günzburg-Krumbach

Prof. Töpfer beim Wirtschaftsforum der Sparkasse

Die Sparkasse Günzburg-Krumbach präsentierte bei ihrem diesjährigen Wirtschaftsforum wieder einen hochkarätigen Referenten. Der frühere Bundesumweltminister und heutige Direktor des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit in Potsdam, Prof. Dr. Klaus Töpfer, sprach in der vollbesetzten Kundenhalle der Sparkasse in Krumbach zum Thema: „Die Energiewende als Chance für die deutsche Wirtschaft“.

Töpfer ist für sein persönliches Engagement in Sachen Umwelt und nachhaltige Entwicklung bekannt. Nicht ohne Grund war er im Frühjahr dieses Jahres zum Vorsitzenden der von der Bundesregierung eingesetzten Ethik-Kommission für eine sichere Energie-Versorgung nach der Nuklear-Katastrophe von Fukushima berufen worden. Schon bei der Begrüßung der rund 250 interessierten Zuhörer war der Vorstands-Vorsitzende der Sparkasse Walter Pache auf die besondere Aktualität des Themas eingegangen. „Als wir uns vor rund einem Jahr mit der Planung des Wirtschaftsforums 2011 beschäftigten, konnte niemand erahnen, dass es in Deutschland in so kurzer Zeit zu einem Umdenken in Sachen Energie kommen würde“, so Pache von der Sparkasse Günzburg-Krumbach.

„Es gibt keine Entwicklung ohne Energie“

Prof. Dr. Klaus Töpfer, der sich selbst als „Botschafter der Energiewende“ sieht, begann seinen Vortrag mit einer Vision. Als Großvater mache er sich Gedanken, wie seine Enkel wohl im Jahr 2050 leben werden. Mit dann 45 Jahren seien sie im besten Alter, teilen sich die Erde mit circa 9,5 Milliarden Menschen und müssten sich mit einem rapiden Bevölkerungs-Wachstum in Afrika und auf dem indischen Subkontinent auseinandersetzen, während in Europa die Bevölkerung schrumpfe. Wird es genügend Nahrungsmittel für die Menschen geben und wie wird es um die Umwelt und die Energie-Versorgung bestellt sein? Düstere Prognosen oder Mut zur Zuversicht? Bei Töpfer überwiegt eindeutig Letzteres. Er zitierte in diesem Zusammenhang Papst Paul VI., der gesagt hatte: „Entwicklung ist der neue Begriff von Frieden“. Damit diese vielen Menschen sich auf diesem Planeten wohlfühlen können, bedarf es großer Entwicklungen. „Aber es gibt keine Entwicklung ohne Energie – und hier liegt unsere Chance“, so Prof. Dr. Klaus Töpfer.

Deutschland und seine Forschung mit an der Spitze der Welt

Deutschland als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt verfüge über gute technische Voraussetzungen und stehe mit seiner Forschung mit an der Spitze in der Welt. Laut Töpfer stützen wir uns heute bei der Energie-Gewinnung mit über 75 Prozent auf fossile Quellen. Öl, Kohle und Gas sind aber nur noch begrenzt vorhanden und werden daher ständig teurer. Daher rückt die Frage der Effizienz stark in den Vordergrund. Die Frage müsse lauten: „Wer baut die sparsamsten und effizientesten Anlagen, wenn Kernkraft nicht mehr in Frage kommt?“ Die Forschung bringt neue Techniken und schafft neue Arbeitsplätze und ermöglicht somit neues Wachstum. Das Thema Klimaschutz entwickelt sich mehr und mehr zum Nebenprodukt.

„Wir müssen alles tun, um neue Energie-Quellen zu finden, die bezahlbar sind“

Prof. Dr. Klaus Töpfer konnte von seinem enormen Wissen über die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge und seinem großen Erfahrungsschatz überzeugen. Gewürzt mit der nötigen Portion Humor gelang es ihm, auch komplexe Zusammenhänge in einfachen und verständlichen Worten darzustellen. Nach Tschernobyl sei das Umweltministerium eingerichtet worden. Jetzt nach Fukushima stehe die Welt wie damals vor dem gleichen Problem: „Wir müssen alles tun, anstatt der Kernkraft neue Energie-Quellen zu finden, die bezahlbar sind.“ Deutschland sei in dieser Hinsicht nicht schlecht aufgestellt und habe im Gegensatz zu anderen Ländern seine Hausaufgaben gemacht. Forschung und Technik seien führend. Außerdem sei die Bereitschaft vorhanden, Sonnen- und Windkraft-Anlagen zu errichten. „Wir sollten nicht das tun, was andere auch schon machen. Wir müssen den anderen voraus sein“, so die klare Aussage von Klimaexperten Töpfer. Im Grunde sei die Energiewende bisher eine „Elektrizitäts-Erzeugungswende“. Neue Techniken, wie zum Beispiel Pump-Speicherwerke, intelligente Netze bei Strom und Gas, Schaffung von Gasspeichern und Ausbau der Geothermie würden noch weitere bedeutende Entwicklungs-Märkte schaffen. „Das Denken von heute nützt nichts für die Fragen von morgen“, präzisiert Töpfer die richtige Einstellung zur Energiewende. Es gäbe Lösungen, die auf der ganzen Welt gebraucht werden und die gelte es zu finden. So betrachtet, sei die notwendige Energiewende letztlich ein klares wirtschaftliches Thema, das vielfältige Chancen bietet, die es zu nutzen gilt.

Weitere Informationen unter www.sparkasse-guenzburg-krumbach.de

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