Interview mit Ferdinand Munk

120 Jahre Günzburger Steigtechnik – So war der Weg nach oben

Die Günzburger Steigtechnik hat sich von einer Wagnerei zu einem Innovationstreiber für Leitern, Rollgerüste, Sonderkonstruktionen und Rettungstechnik entwickelt. Im Interview verriet uns Geschäftsführer Ferdinand Munk, was sich bis heute nicht verändert hat und was er den Unternehmensgründer gerne einmal fragen würde.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie hat alles angefangen? 

Ferdinand Munk: Los ging es 1889 mit einer Wagnerei. Doch schon bald kamen Garten- und Feuerwehrleitern aus Holz. Feuerwehrleitern sind nach wie vor ein wichtiges Standbein unseres Unternehmens, manche sind sogar noch heute aus Holz.

Ihr Urgroßvater Leopold fuhr anfangs mit dem Fahrrad durch die Dörfer und sein Sohn Ludwig später mit dem Motorrad, um ihre Produkte an den Mann zu bringen. Wie sieht der Vertrieb heute aus?

Der direkte Draht zu unseren Kunden war damals erfolgsentscheidend und ist uns nach wie vor sehr wichtig. Unsere Leitern werden über den Fachhandel vertrieben. Daher betreiben wir zwölf Außendienstniederlassungen. So haben wir auch das Ohr am Markt und unterstützen den Fachhandel bei der Projektierung.

Was bedeutet für Sie Pioniergeist?

Für mich bedeutet Pioniergeist, Mut zu haben, neue Wege zu gehen und etwas Neues zu machen. Ich selbst bin ein Mann der Tat. Aber ich wäge Risiken vorher genau ab, um nicht blind in etwas hineinzulaufen. Ich trage schließlich Verantwortung für meine Familie, meine Mitarbeiter und die nachhaltige Entwicklung wie auch Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

Sie starteten erst mit einer eigenen Firma und übernahmen dann den Betrieb Ihres Vaters. Wie kam es zu diesem Schritt?

Ich gründete 1982 die Firma Ferdinand Munk Leiternbau und spezialisierte mich auf die Herstellung von Leitern aus Aluminium. Der Betrieb meines Vaters war auf Holzleitern ausgerichtet. Es war von Anfang an geplant, die Unternehmen irgendwann zusammenzuführen. Durch seinen frühen Tod habe ich bereits 1992 die Leitung der Leopold Munk KG übernommen. Kaum zwei Jahre später kam es zur Fusion – die Günzburger Steigtechnik war geboren.

Was waren die größten Herausforderungen?

Das war wohl der Aufbau eines Vertriebsnetzes. Wir waren anfangs sehr regional tätig und wollten uns national wie auch international aufstellen.

Wie viele Unternehmer stoßen auch wir immer wieder auf bürokratische Hürden. Derzeit fordern uns die Themen Big Data und Digitalisierung heraus.

Was macht Ihrer Meinung nach den Erfolg von Familienunternehmen aus?

Der Inhaber steht fest hinter seinem Unternehmen und seinen Mitarbeitern – auch mit seinem Gesicht. Er sieht jeden Tag die Menschen, für die er Verantwortung übernommen hat. Investoren hingegen vertreten meist nur ihre eigenen Interessen.

Steht die nächste Generation schon in den Startlöchern?

Erfreulicherweise ja. Alle meiner vier Kinder sind bereits ins Unternehmen involviert und in verschiedenen Funktionen und Abteilungen tätig.

Was waren Ihre größten Meilensteine?

Wir haben es immer geschafft, moderne Fertigungstechnologien einzusetzen und sukzessive unseren Standort zu erweitern. Besonders stolz bin ich auf unsere „made in Germany“- Philosophie. Wir produzieren nach wie vor in Deutschland –  und das wird auch so bleiben.

Gibt es etwas, was sich bis heute nicht verändert hat?

Ganz klar: Unsere Werte. Dazu zählen Treue zum Standort, Traditionsbewusstsein, und dass wir die Innovationsführerschaft anstreben. Wir leben nach den klassischen Werten eines Familienunternehmens und stehen als Inhaberfamilie hinter unserem Unternehmen. Wir sind mit und in der Region verwurzelt und übernehmen soziale wie auch gesellschaftliche Verantwortung. Auch die Treue zum Standort und unser Traditionsbewusstsein leben wir heute wie damals

Was sind die Gründe für diese starke Verwurzlung in der Region?

Unsere Produktion ist in Günzburg zentralisiert. Das bringt einige Vorteile mit sich, wie kurze Transportwege. Es gibt an unserem Standort immer noch Reserveflächen, so dass wir uns nicht nach neuen Grundstücken umschauen müssen. Außerdem unterstützt uns die Kommune sehr bei allen Themen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es uns hier nicht an Fachkräften mangelt.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Wir wollen weiterhin moderne und sichere Arbeitsplätze schaffen. Besonders liegt uns dabei die Ausbildung von Nachwuchskräfte am Herzen. In Zukunft wollen wir zudem den Standort und unsere Technologie- und Innovationsführerschaft weiter ausbauen.

Dabei  wollen wir weiterhin moderne und sichere Arbeitsplätze schaffen. Besonders liegt uns die Ausbildung von Nachwuchskräften am Herzen.

Gibt es etwas, dass Sie den Gründer des Unternehmens gerne einmal gefragt hätten?

„Wie hast du den Mut gefunden, in den damals schwierigen Zeiten, ein Familienunternehmen zu gründen?“

Tatsächlich war es schon immer ein Traum von mir, dass alle Generationen einmal hier im Unternehmen zusammenkommen. Dann könnte ich allen zeigen, wie sich die Günzburger Steigtechnik über die Jahre hinweg entwickelt hat und wo sie heute steht.

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Die Günzburger Steigtechnik hat sich von einer Wagnerei zu einem Innovationstreiber für Leitern, Rollgerüste, Sonderkonstruktionen und Rettungstechnik entwickelt. Im Interview verriet uns Geschäftsführer Ferdinand Munk, was sich bis heute nicht verändert hat und was er den Unternehmensgründer gerne einmal fragen würde.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie hat alles angefangen? 

Ferdinand Munk: Los ging es 1889 mit einer Wagnerei. Doch schon bald kamen Garten- und Feuerwehrleitern aus Holz. Feuerwehrleitern sind nach wie vor ein wichtiges Standbein unseres Unternehmens, manche sind sogar noch heute aus Holz.

Ihr Urgroßvater Leopold fuhr anfangs mit dem Fahrrad durch die Dörfer und sein Sohn Ludwig später mit dem Motorrad, um ihre Produkte an den Mann zu bringen. Wie sieht der Vertrieb heute aus?

Der direkte Draht zu unseren Kunden war damals erfolgsentscheidend und ist uns nach wie vor sehr wichtig. Unsere Leitern werden über den Fachhandel vertrieben. Daher betreiben wir zwölf Außendienstniederlassungen. So haben wir auch das Ohr am Markt und unterstützen den Fachhandel bei der Projektierung.

Was bedeutet für Sie Pioniergeist?

Für mich bedeutet Pioniergeist, Mut zu haben, neue Wege zu gehen und etwas Neues zu machen. Ich selbst bin ein Mann der Tat. Aber ich wäge Risiken vorher genau ab, um nicht blind in etwas hineinzulaufen. Ich trage schließlich Verantwortung für meine Familie, meine Mitarbeiter und die nachhaltige Entwicklung wie auch Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

Sie starteten erst mit einer eigenen Firma und übernahmen dann den Betrieb Ihres Vaters. Wie kam es zu diesem Schritt?

Ich gründete 1982 die Firma Ferdinand Munk Leiternbau und spezialisierte mich auf die Herstellung von Leitern aus Aluminium. Der Betrieb meines Vaters war auf Holzleitern ausgerichtet. Es war von Anfang an geplant, die Unternehmen irgendwann zusammenzuführen. Durch seinen frühen Tod habe ich bereits 1992 die Leitung der Leopold Munk KG übernommen. Kaum zwei Jahre später kam es zur Fusion – die Günzburger Steigtechnik war geboren.

Was waren die größten Herausforderungen?

Das war wohl der Aufbau eines Vertriebsnetzes. Wir waren anfangs sehr regional tätig und wollten uns national wie auch international aufstellen.

Wie viele Unternehmer stoßen auch wir immer wieder auf bürokratische Hürden. Derzeit fordern uns die Themen Big Data und Digitalisierung heraus.

Was macht Ihrer Meinung nach den Erfolg von Familienunternehmen aus?

Der Inhaber steht fest hinter seinem Unternehmen und seinen Mitarbeitern – auch mit seinem Gesicht. Er sieht jeden Tag die Menschen, für die er Verantwortung übernommen hat. Investoren hingegen vertreten meist nur ihre eigenen Interessen.

Steht die nächste Generation schon in den Startlöchern?

Erfreulicherweise ja. Alle meiner vier Kinder sind bereits ins Unternehmen involviert und in verschiedenen Funktionen und Abteilungen tätig.

Was waren Ihre größten Meilensteine?

Wir haben es immer geschafft, moderne Fertigungstechnologien einzusetzen und sukzessive unseren Standort zu erweitern. Besonders stolz bin ich auf unsere „made in Germany“- Philosophie. Wir produzieren nach wie vor in Deutschland –  und das wird auch so bleiben.

Gibt es etwas, was sich bis heute nicht verändert hat?

Ganz klar: Unsere Werte. Dazu zählen Treue zum Standort, Traditionsbewusstsein, und dass wir die Innovationsführerschaft anstreben. Wir leben nach den klassischen Werten eines Familienunternehmens und stehen als Inhaberfamilie hinter unserem Unternehmen. Wir sind mit und in der Region verwurzelt und übernehmen soziale wie auch gesellschaftliche Verantwortung. Auch die Treue zum Standort und unser Traditionsbewusstsein leben wir heute wie damals

Was sind die Gründe für diese starke Verwurzlung in der Region?

Unsere Produktion ist in Günzburg zentralisiert. Das bringt einige Vorteile mit sich, wie kurze Transportwege. Es gibt an unserem Standort immer noch Reserveflächen, so dass wir uns nicht nach neuen Grundstücken umschauen müssen. Außerdem unterstützt uns die Kommune sehr bei allen Themen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es uns hier nicht an Fachkräften mangelt.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Wir wollen weiterhin moderne und sichere Arbeitsplätze schaffen. Besonders liegt uns dabei die Ausbildung von Nachwuchskräfte am Herzen. In Zukunft wollen wir zudem den Standort und unsere Technologie- und Innovationsführerschaft weiter ausbauen.

Dabei  wollen wir weiterhin moderne und sichere Arbeitsplätze schaffen. Besonders liegt uns die Ausbildung von Nachwuchskräften am Herzen.

Gibt es etwas, dass Sie den Gründer des Unternehmens gerne einmal gefragt hätten?

„Wie hast du den Mut gefunden, in den damals schwierigen Zeiten, ein Familienunternehmen zu gründen?“

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