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Varta stellt Inolvenzantrag – auch Nördlinger Standort betroffen
Batteriehersteller

Varta stellt Inolvenzantrag – auch Nördlinger Standort betroffen

Archivbild. Auch der Nördlinger Standort von Varta ist von der Insolvenz betroffen. Foto: Varta
Archivbild. Auch der Nördlinger Standort von Varta ist von der Insolvenz betroffen. Foto: Varta

Der Batteriekonzern Varta hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt . Betroffen sind auch mehrere Tochtergesellschaften. Das sind die Hintergründe.

Varta ist vor allem bekannt für seine Haushaltsbatterien. Doch hinter den Kulissen kämpft der traditionsreiche Batteriehersteller seit Jahren ums Überleben. Nun hat die Varta AG beim zuständigen Amtsgericht die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind neben der Konzernmutter auch mehrere Tochtergesellschaften – darunter die Varta Micro Production GmbH in Nördlingen.

Bereits am Donnerstag hatte B4BSCHWABEN.de über die Pläne der Gläubiger berichtet, den Konzern umfassend neu aufzustellen und Teile des Geschäfts auszugliedern. Mit dem nun gestellten Insolvenzantrag folgt der nächste Schritt in der Sanierung des Batterieherstellers.

Mehrere Gesellschaften betroffen

Wie das Unternehmen mitteilt, sind aufgrund zahlreicher konzerninterner Verflechtungen neben der Varta AG auch die Varta Microbattery GmbH in Ellwangen, die Varta Micro Production GmbH in Nördlingen sowie die Varta Storage GmbH betroffen. Für die Varta Microbattery GmbH soll ebenfalls ein Verfahren in Eigenverwaltung beantragt werden.

Nicht betroffen ist dagegen der Geschäftsbereich Varta Consumer Batteries mit den bekannten Haushaltsbatterien. Die Sparte sei rechtlich und operativ vom übrigen Konzern getrennt und finanziell eigenständig aufgestellt.

Finanzierungslücke ab 2027

Als Ursache für den Insolvenzantrag nennt Varta eine strukturelle Finanzierungslücke, die sich im Rahmen der aktualisierten Unternehmensplanung ergeben habe. Auslöser seien deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie der Verlust eines Ankerkunden. Zudem erschwerten komplexe Konzernstrukturen mit zahlreichen internen Verflechtungen die Umsetzung notwendiger Sanierungsmaßnahmen.

Nach Unternehmensangaben besteht derzeit keine akute Zahlungsunfähigkeit. Vielmehr habe die aktualisierte Planung insbesondere mit Blick auf die Unternehmensentwicklung ab 2027 eine insolvenzrechtlich relevante Überschuldungssituation ergeben.

Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden

Trotz des Insolvenzantrags soll die operative Tätigkeit uneingeschränkt fortgeführt werden. Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner könnten weiterhin auf die gewohnten Leistungen und Services vertrauen. Auch die Löhne und Gehälter der Beschäftigten würden im Rahmen des Insolvenzverfahrens weitergezahlt.

„Dieser leider unvermeidbare Schritt macht mich persönlich sehr betroffen“, erklärte Vorstandschef Michael Ostermann. Vorstand und Geschäftsleitung arbeiteten mit Hochdruck daran, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens zu ermöglichen. Der Markt für Energiespeicher sei weiterhin eine Zukunftsbranche und benötige starke heimische Anbieter wie Varta.

Weiterer Rückschlag für den Standort Nördlingen

Für den Standort Nördlingen ist die Entwicklung ein weiterer schwerer Einschnitt. Bereits im Mai hatte Varta angekündigt, die Varta Micro Production GmbH zu schließen, nachdem ein wichtiger Großkunde die Zusammenarbeit beendet hatte. Nach Informationen der Augsburger Allgemeinen handelt es sich dabei um den US-Technologiekonzern Apple. Rund 350 Arbeitsplätze sind von der Schließung betroffen.

Mit dem nun beantragten Insolvenzverfahren verschärft sich die Krise des Batterieherstellers weiter. Noch im Zuge der Restrukturierung nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) hatte Varta Anfang 2025 erklärt, die Neuaufstellung des Konzerns abgeschlossen zu haben. Nun soll das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die Grundlage für eine erneute Sanierung und die Fortführung des Unternehmens schaffen.

Varta kündigte an, zeitnah über die weiteren Schritte im Verfahren zu informieren.

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