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Nach der angekündigten Schließung der Varta Micro Production in Nördlingen spitzt sich die Lage beim Batteriehersteller weiter zu. Eine Gruppe wichtiger Gläubiger will das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen und setzt auf eine neue Eigentümerstruktur. Hintergrund ist die angespannte Finanzlage des Unternehmens.
Wie aus einer Mitteilung der sogenannten Ad-hoc-Gläubigergruppe hervorgeht, sehen die finanzierenden Banken und Investoren keine wirtschaftliche Perspektive mehr für Varta in seiner bisherigen Struktur. Zu der Gruppe gehören unter anderem die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox.
Nach Angaben der Gläubiger kommt eine Analyse der Unternehmensberatung FTI zu dem Ergebnis, dass Varta kurzfristig einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich hat. Hinzu komme erheblicher weiterer Kapitalbedarf, um den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen.
Trotz intensiver Gespräche habe sich bislang kein Investor oder anderer Beteiligter bereit erklärt, die fehlenden Finanzmittel bereitzustellen. Die Gläubiger sehen deshalb die Herauslösung und Stabilisierung des Geschäftsbereichs Consumer Batteries als tragfähigsten Weg. Dafür wollen sie ihre vertraglichen Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen der Restrukturierung von 2024 ausüben. Die Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher und weiterer Genehmigungen.
Während die Gläubiger auf eine Neuordnung des Konzerns setzen, gibt es offenbar Pläne, einzelne Geschäftsbereiche zu erhalten. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, will der österreichische Investor Michael Tojner mit seiner Montana-Gruppe versuchen, die Microbattery-Sparte sowie das Solutionsgeschäft aus einem weiteren Sanierungsverfahren herauszulösen.
Als wesentlichen Grund für die aktuelle Entwicklung nannte Tojner gegenüber der Augsburger Allgemeinen den Verlust des Großkunden Apple. Zudem verwies er auf hohe Energiepreise, steigende Lohnkosten und den Wettbewerbsdruck asiatischer Hersteller.
Varta kämpft bereits seit Längerem mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Um eine Insolvenz abzuwenden, leitete der Batteriehersteller im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) ein. Im Zuge der Restrukturierung wurden die bisherigen Aktionäre aus dem Unternehmen gedrängt und eine neue Eigentümerstruktur geschaffen. Anfang April 2025 erklärte Varta die monatelange Neuaufstellung für abgeschlossen.
Mit dem Verlust des Großkunden Apple verschärfte sich die Lage jedoch erneut. Die Schließung der Varta Micro Production in Nördlingen und der Wegfall wichtiger Umsätze erhöhten den Druck auf den Konzern zusätzlich.