Solarfolie

Lechwerke und Heliatek starten Pilotversuch in Donauwörth

Die Solarfolie wird auf die Fassade geklebt. Foto: LEW / Timian Hopf
Am Getreidesilo der Schneller Mühle in Donauwörth schimmert ein bläuliches Rechteck. Was es damit auf sich hat, und wie LEW hieran beteiligt ist.

Gerade für Industrie- und Gewerbebauten sind Fassadeninstallationen eine Möglichkeit zur Eigenstromerzeugung aus Sonnenenergie: „Fabrik- oder Lagerhallen beispielsweise verfügen oft über große Fassadenflächen, deren PV-Potential bisher viel zu wenig genutzt wird“, sagt Martin Krammer, Projektverantwortlicher von LEW. Daher gibt es nun am Getreidesilo der Schneller Mühle in Donauwörth in rund 20 Metern Höhe eine bläuliche, rund 230 Qadratmeter große Solarfolie.

Langzeittest in Donawörth

Es handelt sich um 120 HeliaSol®-Elemente, von Heliatek aus Dresden. Gemeinsam mit den Lechwerken (LEW) wird die Technologie im Rahmen eines Langzeittests erstmals auf rauem Beton, in einer solchen Höhe und auf so großer Fläche untersucht. Die Anlage hat eine Leistung von rund 10 kWp und produziert etwa 4.400 kWh Strom im Jahr. Die Schneller Mühle wird den produzierten Strom für den laufenden Betrieb verwenden. Die Ergebnisse fließen in die Heliatek-Produktentwicklung und -optimierung im Hinblick auf den geplanten Start der Serienproduktion im kommenden Jahr. Außerdem versprechen sich die Projektpartner Erkenntnisse zu den weiteren Einsatzmöglichkeiten.

Folien sollen umweltfreundlich und felxibel sein

Im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen ist die Solarfolie sehr leicht und biegsam. Dadurch kann sie auf unterschiedlichste Fassadenformen und -oberflächen angebracht werden. Anders als die bekannten Dachmodule verlieren die Folien bei hohen Temperaturen außerdem nicht an Leistung. Daher benötigen sie keinen Lüftungsabstand zur Kühlung, sondern können direkt auf die Fassade geklebt werden. „Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass Aufwand und Kosten für die energetische Aufwertung von Gebäuden geringer sind als bei herkömmlichen PV- Modulen“, erklärt Michael Meißner, Ingenieur Produktentwicklung bei Heliatek. Zudem sind die Folien umweltfreundlich: Sie bestehen aus organischem Material und werden ohne giftige Stoffe oder Schwermetalle hergestellt.

Optimale Bedingungen an der Mühle

Für den Pilotversuch eignet sich die Fassade der Schneller Mühle sehr gut: „Aufgrund der Höhe des Getreidesilos gibt es einerseits keinen Schattenwurf von umgebenden Gebäuden, gleichzeitig verspricht die Südausrichtung der Fassade viele Sonnenstunden, die für die Stromerzeugung genutzt werden können“, sagt LEW-Spezialist Martin Krammer.

„Mühlen waren die ersten Einsatzgebiete für erneuerbare Energien. An diese Tradition wollen wir anknüpfen und überlegen daher schon seit Jahren, in eine PV-Anlage zu investieren“, so Michael Schneller, Inhaber der Schneller Mühle. Bei der Silofassade habe man solche Projekte bisher jedoch nicht angreifen können: „Bei gewöhnlichen PV-Modulen hätten wir aufwendige Bohrungen vornehmen müssen und die hätten das Gebäude womöglich nachhaltig beschädigt.“ Bei HeliaSol® ist das nicht der Fall: Ähnlich wie beim Tapezieren werden die sechs Meter langen und rund 32 Zentimeter breiten Bahnen nach einer Reinigung und Grundierung der Fassade einfach angeklebt.

Folie bereits in Duisburg getestet

Ein ähnliches Projekt haben Heliatek und innogy im vergangenen Jahr am Duisburger Hafen umgesetzt. Dabei wurden insgesamt 185 Quadratmeter der Solarfolie auf die Metallfassade einer Lagerhalle angebracht. Auch an der LEW-Betriebsstelle in Augsburg-Oberhausen sind die Klebefolien auf einer kleinen Fassadenfläche bereits im Einsatz. Mit dem Pilotversuch in Donauwörth werden bisherige Erfahrungen nun erweitert.

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Es handelt sich um 120 HeliaSol®-Elemente, von Heliatek aus Dresden. Gemeinsam mit den Lechwerken (LEW) wird die Technologie im Rahmen eines Langzeittests erstmals auf rauem Beton, in einer solchen Höhe und auf so großer Fläche untersucht. Die Anlage hat eine Leistung von rund 10 kWp und produziert etwa 4.400 kWh Strom im Jahr. Die Schneller Mühle wird den produzierten Strom für den laufenden Betrieb verwenden. Die Ergebnisse fließen in die Heliatek-Produktentwicklung und -optimierung im Hinblick auf den geplanten Start der Serienproduktion im kommenden Jahr. Außerdem versprechen sich die Projektpartner Erkenntnisse zu den weiteren Einsatzmöglichkeiten.

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