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IHK Schwaben: Dadurch wird der Export im Donau-Ries belastet
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Umfrage

IHK Schwaben: Dadurch wird der Export im Donau-Ries belastet

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Andreas Dirr, Vorsitzender der IHK Regionalversammlung Donau-Ries. Foto: IHK Schwaben
Michael Ermark B4B Wirtschaftsleben Schwaben vmm Wirtschaftsverlag
Von Michael Ermark

Das Donau-Ries ist eine Export-Region. Corona belastet diesen Handel ins Ausland aber in einem enormen Maße. Doch Hemmnisse sehen die nordschwäbischen Unternehmen auch anderswo.

Zähe Brexit-Verhandlungen, weltweite Handelskonflikte und eine Pandemie, die zeitweise ganze Lieferketten lahmlegte: Die exportorientiere Wirtschaft im Landkreis Donau-Ries zeigte sich trotz großer Herausforderungen im vergangenen Jahr robust. Das belegt die Zahl der Außenhandelsdokumente, die die IHK Schwaben für das Jahr 2020 ausgestellt hat. „Viele Unternehmen aus der Region sind breit aufgestellt und verfügen über stabile Geschäftsbeziehungen in alle Welt“, erklärte Andreas Dirr, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries. „Das macht sie resilient gegen Krisen aller Art. Genau davon profitieren unsere Unternehmen nun.“

Exporthandel ist im Donau-Ries wieder im Aufschwung

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Die IHK Schwaben hat im Jahr 2020 mehr als 55.300 Exportdokumente ausgestellt. Dabei handelt es sich vor allem um Ursprungszeugnisse oder bescheinigte Handelsrechnungen – Dokumente, die bei Warenlieferungen ins Ausland in vielen Staaten zwingend vorliegen müssen. Die Zahl ist somit wichtiger Indikator für den Umfang der Außenhandelsaktivitäten der heimischen Wirtschaft. Sie ist im vergangenen Jahr leicht rückläufig gewesen, erreichte aber trotz aller Krisenmeldungen schwabenweit 85 Prozent des Vorjahresniveaus. Allein im Landkreis Donau-Ries wurden fast 4.800 Exportdokumente beantragt. „Das belegt, dass die Unternehmen zwar den allgemeinen konjunkturellen Abschwung zu spüren bekamen. Sie konnten aber den befürchteten massiven Einbruch beim Export überwiegend abwenden“, sagt Stefan Schweitzer, Prokurist der GEDA GmbH und Vorstandsmitglied der Regionalversammlung. Bayernweit waren die Exportzahlen 2020 um mehr als 11 Prozent eingebrochen, wie die aktuelle Auswertung des Landesamts für Statistik zeigt. Zuletzt war aber wieder ein deutlicher Aufwärtstrend spürbar, der sich auch für Bayerisch-Schwaben abzeichnet.

Abgesagte Messen und Reisebeschränkungen hemmen Export

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Der Außenhandel hat für die bayerisch-schwäbische Wirtschaft einen hohen Stellenwert. Rund 3.000 Unternehmen sind auf ausländischen Märkten aktiv. Mehr als jeden zweiten Euro verdient die heimische Industrie im Ausland. Vor allem der Maschinenbau, der Sonstige Fahrzeugbau, die Logistik oder Infrastruktur, aber auch die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie sind in Nordschwaben stark vom internationalen Geschäft geprägt. China, die USA und der europäische Binnenmarkt sind die wichtigsten Handelsregionen. Sie alle sind jedoch von der Corona-Krise betroffen. Den Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben machen dabei besonders die ausgefallenen Messen und die Reisebeschränkungen zu schaffen. In der jährlichen bundesweiten IHK-Umfrage „Going International“ nannte jeweils ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben dies als größte Hemmnisse. „Den Unternehmen fehlt dadurch die Möglichkeit, im direkten Austausch mit den Partnern neue Projekte anzustoßen und Aufträge zu akquirieren“, erläutert Schweitzer. Auch die aufgrund der Corona-Krise geringere Nachfrage und verschobenen Investitionen belasten das Geschäft. Jedes fünfte Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben gab in der Umfrage an, unter Lieferkettenschwierigkeiten zu leiden. Darauf reagierten die Betriebe, indem sie ihre Lager aufstockten oder zusätzliche Lieferanten für sich gewannen. Die Verlagerung der Produktion ins eigene Unternehmen spielt dagegen kaum eine Rolle.

Handel ins Vereinigte Königreich skeptisch bewertet

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42 Prozent der befragten bayerisch-schwäbischen Unternehmen berichteten auch abseits der Corona-Krise von einer Zunahme der Hemmnisse im internationalen Geschäft. Der Brexit spielt dabei eine große Rolle. Ein Drittel der Unternehmen rechnet damit, dass sich die eigene Geschäftslage wegen des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU weiter verschlechtern wird. Trotz des mit Großbritanniens vereinbarten Abkommens bereiten vor allem die Zollabwicklung und die Logistikprobleme Sorgen. „Es ist wichtig, dass jetzt auch noch die letzten Unsicherheiten, die das Freihandelsabkommen gelassen haben, beseitigt werden“, sagte Dirr. Die Unternehmen wollen weiter an ihrem UK-Geschäft festhalten. Zwei Drittel planen laut der Umfrage keine Verlagerung ihrer Investitionstätigkeiten weg von der Insel.

Andreas Dir: Bürokratie belastet die Wirtschaft

Generell sehen die Unternehmen die verstärkten Sicherheits- und Zertifizierungsanforderungen im internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr als größte Hemmnisse für ihr Geschäft. „Die Bürokratie führt zu unnötigen Reibungsverlusten und belastet die Wirtschaft in dieser schwierigen Situation zusätzlich. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, kommentiert Dirr. Trotzdem blicken die exportorientierten Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft, wie die Konjunkturumfrage der IHK Schwaben zeigt. Die Nachfrage insbesondere aus China zieht derzeit stark an. 40 Prozent der Unternehmen erwarten bei ihren Geschäften mit Fernost einen Umsatzzuwachs. Dagegen schwächeln die europäischen Märkte weiter. Daran wird sich nach Einschätzung der befragten Unternehmen in den kommenden Monaten wenig ändern. Für das USA-Geschäft rechnet der überwiegende Teil der Unternehmen mit einem leichten Aufwärtstrend.