Corona-Krise

BVMW Donau-Ries: Mittelstand erwartet massive Umsatzverluste

Der deutsche Mittelstand ist stark von der Corona-Krise betroffen. Der Kreisverband Mittelstand BVMW Donau-Ries stellt deshalb politische Forderungen an die Bundesregierung, um die Unternehmen zu unterstützen.

„Der deutsche Mittelstand erwartet in Folge der Corona-Krise massive Umsatzverluste. Über 40 Prozent der Mittelständler befürchten Umsatzrückgänge von bis zu 30 Prozent, knapp 45 Prozent rechnen sogar mit mehr als 60 Prozent Umsatzverlust“, erklärt Michael Heilig, Leiter des Kreisverbandes Mittelstand BVMW Donau-Ries zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Mittelstand. Diese dargestellten Werte ergab eine Umfrage unter rund 2.500 Mitgliedsunternehmen des BVMW.

Betriebe unzufrieden über staatliche Krisen-Hilfen


Über Kredite und Steuerstundungen hinaus benötigen zudem mehr als die Hälfte der Klein- und Mittelbetriebe direkte Finanzhilfen. Äußerst unzufrieden zeigen sich die Mittelständler mit der staatlichen Hilfe in der Krise, mehr als drei Viertel schätzen diese als nicht ausreichend ein – ein Hauptgrund sei die schleppende Umsetzung.

Rückerstattung der Steuern und Soli-Abschaffung

In dieser Extremsituation erwartet der Mittelstand von der Politik umfassende steuerliche Entlastungen. Die sofortige und vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags (Soli) für alle wäre eine Maßnahme mit hoher Wirkung und Symbolkraft. Außerdem sollten die Anfang März vorausgezahlten Steuern rückerstattet werden. Ohne schnell wirksame Maßnahmen zur Liquiditätssicherung droht auch in Region ein wirtschaftlicher Rückschlag.

„Wir haben Hinweise, dass viele Prozesse zur Lösung oder zumindest zur schnellen Hilfe für die Unternehmen schleppend und bürokratisch verlaufen. Die Liste der politischen Forderungen des BVMW wird immer länger“, resümiert Michael Heilig.

Politische Forderungen des BVMW


Allgemein müsse betont werden, dass die Bundesregierung in diesen Zeiten im Grundsatz richtig agiert. Um jedoch eine effektive Unterstützung zu gewähren, sollte zeitnah bereits eine erste Überprüfung der Hilfspakete vorgenommen werden. Sollte festgestellt werden, dass die Mittel nicht wie geplant genutzt werden, sind schnelle und vor allem unbürokratische Anpassungen vorzunehmen.

Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags

An erster Stelle werde die Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags zum 1. Januar 2020 gefordert. Diese Kernforderung des BVMW würde unmittelbar und unbürokratisch betroffene Unternehmen unterstützen und Milliarden an Investitionen freisetzen.

Kurzarbeit ausdehnen

Das Bundesarbeitsministerium habe die Möglichkeit den Bezugszeitraum des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate auszudehnen. Zudem sollte die Erstattung der fälligen Sozialversicherungsbeiträge, welche aktuell bereits von der Bundesregierung beschlossen wurde, ebenfalls auf 24 Monate ausgedehnt werden. Die Bearbeitung der Anträge sowie die Rückerstattung sollte zügig vonstattengehen, um die Liquidität der Unternehmen nicht zu gefährden. Außerdem solle Unternehmern den Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen in der Kurzarbeit während der Corona-Krise erleichtert werden.

Liquidität sichern

Die Liquidität der Unternehmen muss gesichert sein. Für einige schwer betroffenen Branchen, wie beispielsweise Logistik, Messebau oder Tourismus, greift die Beantragung von Kurzarbeit nicht weit genug, hier muss Liquidität über weitere Kanäle bereitgestellt werden. 

Rückerstattung der vorausgezahlten Steuern

Anfang März mussten die Unternehmen die Steuervorauszahlung für die kommenden drei Monate leisten, diese sollte aufgrund der aktuellen Lage rückerstattet werden. Dieses Instrument ist neben der Stundung ein weiteres gutes Mittel zur Liquiditätssicherung.

Eingeschränkte Rückzahlungspflicht von Krediten

Sich zum Beispiel durch einen Überbrückungskredit zu verschulden, insbesondere wenn man die Auftragslage nicht absehen kann und Zeiten wie diese ohnehin schon unsicher sind, müsse den Selbstständigen möglichst viele Sicherheiten gegeben werden. Dazu zählt auch eine eingeschränkte Rückzahlungspflicht von Krediten – andernfalls werden wohl die wenigsten wirklich auf dieses Mittel zurückgreifen können.

Verringerung von Energiekosten

Im Angesicht einer sich zuspitzenden Wirtschaftskrise fordert der BVMW sowohl die Stromsteuer als auch die EEG-Umlage temporär nicht zu erheben und stattdessen auszusetzen.

Zeitlich beschränkte Aussetzung von Außenzöllen

Die Corona-Krise stellt eine noch nie dagewesene Gefahr für das erfolgreiche Auslandsgeschäft mittelständischer Unternehmer dar und bedroht die Rolle Deutschlands als Global Player im Welthandel. Durch die zunehmende Abschottung des europäischen Kontinents werden bestehende Lieferketten vor eine schwere Probe gestellt. Deshalb muss die Bundesregierung auf europäischer Ebene darauf drängen, bestehende Handelshemmnisse mit Drittstaaten nicht nur abzubauen, sondern vorerst existierende Zölle gar auszusetzen.  

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Über Kredite und Steuerstundungen hinaus benötigen zudem mehr als die Hälfte der Klein- und Mittelbetriebe direkte Finanzhilfen. Äußerst unzufrieden zeigen sich die Mittelständler mit der staatlichen Hilfe in der Krise, mehr als drei Viertel schätzen diese als nicht ausreichend ein – ein Hauptgrund sei die schleppende Umsetzung.

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„Wir haben Hinweise, dass viele Prozesse zur Lösung oder zumindest zur schnellen Hilfe für die Unternehmen schleppend und bürokratisch verlaufen. Die Liste der politischen Forderungen des BVMW wird immer länger“, resümiert Michael Heilig.

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Allgemein müsse betont werden, dass die Bundesregierung in diesen Zeiten im Grundsatz richtig agiert. Um jedoch eine effektive Unterstützung zu gewähren, sollte zeitnah bereits eine erste Überprüfung der Hilfspakete vorgenommen werden. Sollte festgestellt werden, dass die Mittel nicht wie geplant genutzt werden, sind schnelle und vor allem unbürokratische Anpassungen vorzunehmen.

Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags

An erster Stelle werde die Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags zum 1. Januar 2020 gefordert. Diese Kernforderung des BVMW würde unmittelbar und unbürokratisch betroffene Unternehmen unterstützen und Milliarden an Investitionen freisetzen.

Kurzarbeit ausdehnen

Das Bundesarbeitsministerium habe die Möglichkeit den Bezugszeitraum des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate auszudehnen. Zudem sollte die Erstattung der fälligen Sozialversicherungsbeiträge, welche aktuell bereits von der Bundesregierung beschlossen wurde, ebenfalls auf 24 Monate ausgedehnt werden. Die Bearbeitung der Anträge sowie die Rückerstattung sollte zügig vonstattengehen, um die Liquidität der Unternehmen nicht zu gefährden. Außerdem solle Unternehmern den Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen in der Kurzarbeit während der Corona-Krise erleichtert werden.

Liquidität sichern

Die Liquidität der Unternehmen muss gesichert sein. Für einige schwer betroffenen Branchen, wie beispielsweise Logistik, Messebau oder Tourismus, greift die Beantragung von Kurzarbeit nicht weit genug, hier muss Liquidität über weitere Kanäle bereitgestellt werden. 

Rückerstattung der vorausgezahlten Steuern

Anfang März mussten die Unternehmen die Steuervorauszahlung für die kommenden drei Monate leisten, diese sollte aufgrund der aktuellen Lage rückerstattet werden. Dieses Instrument ist neben der Stundung ein weiteres gutes Mittel zur Liquiditätssicherung.

Eingeschränkte Rückzahlungspflicht von Krediten

Sich zum Beispiel durch einen Überbrückungskredit zu verschulden, insbesondere wenn man die Auftragslage nicht absehen kann und Zeiten wie diese ohnehin schon unsicher sind, müsse den Selbstständigen möglichst viele Sicherheiten gegeben werden. Dazu zählt auch eine eingeschränkte Rückzahlungspflicht von Krediten – andernfalls werden wohl die wenigsten wirklich auf dieses Mittel zurückgreifen können.

Verringerung von Energiekosten

Im Angesicht einer sich zuspitzenden Wirtschaftskrise fordert der BVMW sowohl die Stromsteuer als auch die EEG-Umlage temporär nicht zu erheben und stattdessen auszusetzen.

Zeitlich beschränkte Aussetzung von Außenzöllen

Die Corona-Krise stellt eine noch nie dagewesene Gefahr für das erfolgreiche Auslandsgeschäft mittelständischer Unternehmer dar und bedroht die Rolle Deutschlands als Global Player im Welthandel. Durch die zunehmende Abschottung des europäischen Kontinents werden bestehende Lieferketten vor eine schwere Probe gestellt. Deshalb muss die Bundesregierung auf europäischer Ebene darauf drängen, bestehende Handelshemmnisse mit Drittstaaten nicht nur abzubauen, sondern vorerst existierende Zölle gar auszusetzen.  

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