Gründer-Interview

Startup Braumadl: „Vergleiche mein Bier gerne mit Milch“

Benedikt Deniffel, Gründer von Braumadl, eröffnet bald eine eigene Brauerei mit Ladenlokal im Lauinger Zentrum. Uns hat er erklärt, wieso er sein Bier gerne mit Milch vergleicht und warum er hofft, keinen VW-Bus kaufen zu müssen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Haben Sie schon immer davon geträumt, Ihr eigenes Bier zu brauen?

2009 habe ich meine Lehre bei einer großen Brauerei angefangen. An meinem ersten Tag habe ich gedacht, dass es schon toll wäre, wenn ich einmal mein eigenes Bier hätte.

Wo haben Sie mit dem Brauen angefangen und wie liefen die ersten Versuche?

Meine Mutter ist Biologie-Lehrerin und da kam ich auf die Idee, in ihrem Unterricht mein erstes Bier zu brauen – alkoholfrei natürlich. Mein erster Versuch ist aber grandios gescheitert. Das müsste 2011 oder 2012 gewesen sein. Ich habe auch immer mal wieder bei mir zuhause gebraut.

Vor zwei Jahren habe ich dann im Keller meiner Schwiegermutter in spe meine erste Anlage installiert. Der erste Sud war allerdings nichts, aber danach sind keine größeren Malheure mehr passiert. Die Rezeptur ist seitdem fast unverändert.

Was unterscheidet Ihr „Braumadl“-Bier von den Produkten der Groß-Brauereien?

Wir wollen Bier machen, wie es früher gebraut wurde und es gleichzeitig mit der Moderne verbinden. Ich vergleiche mein Bier gerne mit Milch. Braumadl ist quasi wie Frischmilch, in der alle Dinge, die für einen guten Geschmack sorgen, enthalten sind. Dadurch ist mein Bier aber auch nicht so lange haltbar. Bier wird zwar nicht schlecht, aber der Geschmack nach der Zeit schon. Das unterscheidet uns von den großen Brauereien, die auf Haltbarkeit setzen.

Wie kam es dazu, dass Sie eine Brauerei in der Lauinger Innenstadt eröffnen?

Das war eine recht spontane Entscheidung. Ich habe einen Ort zum Brauen gesucht und dann ein Angebot für den Laden der ehemaligen Metzgerei Steinle bekommen. Ich musste die Chance ergreifen und meinen Traum verwirklichen. Jeder andere wäre wahrscheinlich weggelaufen, da der Laden in einem miserablen Zustand war.

Im Fasching hatten Sie am Hexentanz und am Sonntag zum Umzug in Lauingen zum ersten Mal geöffnet. Wie lief die inoffizielle Eröffnung?

Wir haben uns dafür extra in der Camba Old Factory in Gundelfingen eingemietet und dort ein spezielles Faschingsbier gebraut. Wir haben fast 2.000 Liter Bier an zwei Tagen verkauft. Das hat mir gezeigt, dass unser Produkt gut ankommt.

Wann ist die offizielle Eröffnung geplant?

Wir wollen in ungefähr acht Wochen eröffnen. Wir warten auch noch auf Genehmigungen, wie zum Beispiel vom Gesundheitsamt. Dann werden wir von Donnerstag- bis Sonntagabend geöffnet haben.

Was ist bis dahin noch zu tun und was erwartet die Gäste dann?

Wir brauen und verkaufen nicht nur Bier, sondern man kann sich auch zu uns in den Laden setzen und unser Bier direkt vor Ort genießen. Doch bevor es soweit ist, ist noch viel zu tun. Wir mussten die Kühlräume in Stand setzen, Toiletten einbauen, neue Böden und Wände einsetzen und das Ladengeschäft komplett erneuern. Auch unsere Möbel bauen wir selber.

Ich habe das große Glück, dass mich meine Freunde und Familie unterstützen. Ich kann die Arbeit also auf ziemliche viele Schultern verteilen. Das ist Gold wert und macht Braumadl auch aus. Aber finanziell stemme ich alles alleine.

Welche Bier-Sorten wird es geben?

Vier Sorten: Das Helle „Original Braumadl“, ein Weißbier, ein Dunkles und ein Indian Pale Ale. Ich habe aber auch geplant, jeden Monat ein Sonderbier rauszubringen.

Haben Sie vor all Ihre Energie in Braumadl zu stecken?

Ich arbeite Vollzeit in einem Günzburger Unternehmen. Braumadl ist nicht darauf ausgelegt, dass ich kündige. Mein Fokus liegt nicht auf der Rentabilität, sondern auf dem Geschmack.

Mit viel Kaffee, wenig Schlaf und durch die Unterstützung meiner Freunde und Familie kriege ich meinen Vollzeitjob und Braumadl unter einen Hut. Unter der Woche werde ich aber eine Hilfskraft einstellen, die mich beim Brauen und Flaschen abfüllen unterstützt.

Wo sehen Sie Braumadl in den nächsten Jahren?

Wenn es in fünf Jahren noch nicht läuft und das Geld nicht stimmt, verkaufe ich Braumadl. Das habe ich meiner Freundin versprochen. Mit dem Geld kaufe ich mir dann einen VW-Bus und verreise mit ihr.

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2009 habe ich meine Lehre bei einer großen Brauerei angefangen. An meinem ersten Tag habe ich gedacht, dass es schon toll wäre, wenn ich einmal mein eigenes Bier hätte.

Wo haben Sie mit dem Brauen angefangen und wie liefen die ersten Versuche?

Meine Mutter ist Biologie-Lehrerin und da kam ich auf die Idee, in ihrem Unterricht mein erstes Bier zu brauen – alkoholfrei natürlich. Mein erster Versuch ist aber grandios gescheitert. Das müsste 2011 oder 2012 gewesen sein. Ich habe auch immer mal wieder bei mir zuhause gebraut.

Vor zwei Jahren habe ich dann im Keller meiner Schwiegermutter in spe meine erste Anlage installiert. Der erste Sud war allerdings nichts, aber danach sind keine größeren Malheure mehr passiert. Die Rezeptur ist seitdem fast unverändert.

Was unterscheidet Ihr „Braumadl“-Bier von den Produkten der Groß-Brauereien?

Wir wollen Bier machen, wie es früher gebraut wurde und es gleichzeitig mit der Moderne verbinden. Ich vergleiche mein Bier gerne mit Milch. Braumadl ist quasi wie Frischmilch, in der alle Dinge, die für einen guten Geschmack sorgen, enthalten sind. Dadurch ist mein Bier aber auch nicht so lange haltbar. Bier wird zwar nicht schlecht, aber der Geschmack nach der Zeit schon. Das unterscheidet uns von den großen Brauereien, die auf Haltbarkeit setzen.

Wie kam es dazu, dass Sie eine Brauerei in der Lauinger Innenstadt eröffnen?

Das war eine recht spontane Entscheidung. Ich habe einen Ort zum Brauen gesucht und dann ein Angebot für den Laden der ehemaligen Metzgerei Steinle bekommen. Ich musste die Chance ergreifen und meinen Traum verwirklichen. Jeder andere wäre wahrscheinlich weggelaufen, da der Laden in einem miserablen Zustand war.

Im Fasching hatten Sie am Hexentanz und am Sonntag zum Umzug in Lauingen zum ersten Mal geöffnet. Wie lief die inoffizielle Eröffnung?

Wir haben uns dafür extra in der Camba Old Factory in Gundelfingen eingemietet und dort ein spezielles Faschingsbier gebraut. Wir haben fast 2.000 Liter Bier an zwei Tagen verkauft. Das hat mir gezeigt, dass unser Produkt gut ankommt.

Wann ist die offizielle Eröffnung geplant?

Wir wollen in ungefähr acht Wochen eröffnen. Wir warten auch noch auf Genehmigungen, wie zum Beispiel vom Gesundheitsamt. Dann werden wir von Donnerstag- bis Sonntagabend geöffnet haben.

Was ist bis dahin noch zu tun und was erwartet die Gäste dann?

Wir brauen und verkaufen nicht nur Bier, sondern man kann sich auch zu uns in den Laden setzen und unser Bier direkt vor Ort genießen. Doch bevor es soweit ist, ist noch viel zu tun. Wir mussten die Kühlräume in Stand setzen, Toiletten einbauen, neue Böden und Wände einsetzen und das Ladengeschäft komplett erneuern. Auch unsere Möbel bauen wir selber.

Ich habe das große Glück, dass mich meine Freunde und Familie unterstützen. Ich kann die Arbeit also auf ziemliche viele Schultern verteilen. Das ist Gold wert und macht Braumadl auch aus. Aber finanziell stemme ich alles alleine.

Welche Bier-Sorten wird es geben?

Vier Sorten: Das Helle „Original Braumadl“, ein Weißbier, ein Dunkles und ein Indian Pale Ale. Ich habe aber auch geplant, jeden Monat ein Sonderbier rauszubringen.

Haben Sie vor all Ihre Energie in Braumadl zu stecken?

Ich arbeite Vollzeit in einem Günzburger Unternehmen. Braumadl ist nicht darauf ausgelegt, dass ich kündige. Mein Fokus liegt nicht auf der Rentabilität, sondern auf dem Geschmack.

Mit viel Kaffee, wenig Schlaf und durch die Unterstützung meiner Freunde und Familie kriege ich meinen Vollzeitjob und Braumadl unter einen Hut. Unter der Woche werde ich aber eine Hilfskraft einstellen, die mich beim Brauen und Flaschen abfüllen unterstützt.

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