Gammelfleisch-Skandal

Gammelfleisch-Skandal

Die drei Angeklagten im Wertinger Gammelfleisch -Skandal stehen ab dem heutigen Freitag um neun Uhr vor dem Landgericht in Augsburg. Der Wertinger Wolfgang L. gilt als Schlüsselfigur.

Der offizielle Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet „gewerbsmäßiger Betrug und Inverkehr-Bringen nicht sicherer Lebensmittel“. Wolfgang L. und seinen beiden ehemaligen Geschäftspartnern aus Nord-Deutschland wird vorgeworfen, Schlachtabfälle als Dönerfleisch verkauft zu haben. Die Augsburger Allgemeine berichtet, L. und seine Partner hätten insgesamt 22 Mal Fleisch der „Kategorie 3“ (Schlachtabfälle) als essbar etikettiert und verkauft.

150.000 Kilo Gammelfleisch für 190.000 Euro

Insgesamt handelte es sich um 150.000 Kilogramm Gammelfleisch, das für 190.000 Euro den Besitzer wechselte. Tiefgefroren wurde es auf dem Fabrikgelände in Wertingen zwischengelagert, bevor es meist nach Berlin verkauft wurde. Dort wurde es zwischen 2006 und August 2007 in den zahllosen Döner-Buden als Imbiss verarbeitet. Erst dann flog die Praxis von L. und seinen Partnern auf.

Kühlwagenfahrer enttarnt Gammelfleisch-Skandal

Miroslaw Strecker, Fahrer eines Kühlwagens, hatte L. beim Umetikettieren von Gammelfleisch erwischt und angezeigt. Gegenüber Antenne Bayern berichtete Strecker, er habe auf dem Fleisch einen Stempel gesehen, es sei für menschlichen Verzehr nicht geeignet. Vor seinen Augen hätte L. diesen Stempel entfernt. Für seine Courage wurde Strecker vom damaligen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) mit der „Goldenen Plakette“ ausgezeichnet.

Vier Jahre Wartezeit bis zum Fleisch-Prozess

Der Gammelfleisch-Skandal erreichte auch überregional, zumeist als „Döner-Skandal“, traurige Popularität. Seit mehr als vier Jahren wartet der Wertinger L. auf seinen Prozess. Zwischenzeitlich konnte L. seinen Vater, der ebenfalls wegen Hygiene-Vergehen im Fleischhandel verurteilt wurde, vor dem Amtsgericht unterstützen (B4BSCHWABEN berichtete). Das Landgericht zeigte sich wegen der Fülle an Wirtschafts-Straftaten zuletzt überfordert. Zu diesem Zweck wurde erst Anfang 2011 eine weitere Strafkammer eingeführt. Den Vorsitz führt Wolfgang Natale (42), der auch in dieser Verhandlung Urteil spricht.

Vier Verhandlungstage anberaumt

Neben L. sitzen auch seine beiden norddeutschen Geschäftspartner Helmut R. und Jürgen D. auf der Anklagebank. Welches Strafmaß für das Vergehen angedacht ist, ist noch nicht abzusehen. Verhandelt werden soll an vier Tagen: Nach dem heutigen Freitag noch am kommenden Mittwoch (18. Mai), am 7. Juni und am 15. Juni. Prozessbeginn ist um neun Uhr, die Verhandlung findet in Saal 180 (3. Stock) im Augsburger Landgericht statt.

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