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Entsteht in Modelshausen ein Treibstofflager für Raketen?
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Interview

Entsteht in Modelshausen ein Treibstofflager für Raketen?

Der Sitz der Raketenmodellbau Klima GmbH in Emersacker. Foto: Raketenmodellbau Klima GmbH

Die Nachfrage nach Modellraketen ist gestiegen. Gute Nachrichten für die Raketenmodellbau Klima GmbH aus Emersacker. So gut, dass das Unternehmen jetzt ein neues Pulverlager bauen möchte. Geschäftsführer Robert Klima erklärt im Interview, was genau geplant ist – und ob sich jemand vor Explosionen fürchten muss.

B4B WIRTSCHAFTLEBEN SCHWABEN: Herr Klima, seit fast 30 Jahren produziert Ihr Unternehmen in Emersacker unter anderem Modellraketen. Warum entschieden Sie sich gerade in der Corona-Zeit zur Expansion?

Robert Klima: Die Nachfrage für unsere Produkte ist trotz Corona immer weiter gestiegen. So stark, dass wir in der Corona-Zeit sogar schon drei neue Mitarbeiter eingestellt haben. Wir haben über 20 Jahre mit einem Hersteller aus den USA zusammengearbeitet und den Europavertrieb gemacht. Nachdem wir die amerikanische Firma nach einem Übernahmeangebot nicht übernommen haben, entschieden wir uns, die komplette Produktion in Emersacker selbst zu fertigen. Unsere Produkte haben sich in kürzester Zeit durch hohe Qualität und sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis auf dem Markt etabliert. Die hohe Nachfrage macht uns ein Problem.

Ein Problem welcher Art?

Konkret geht es um die Herstellung von den Treibsätzen der Modellraketen. Die benötigen Pulver. Dieses haben wir bislang im Sommer bei gutem Wetter produziert, da es im Freien hergestellt wird. Es wird anschließend zügig weiterverarbeitet da wir keine Lagermöglichkeit dafür haben. Im Winter klappt das aber nicht, da es hier viel zu kalt und zu feucht ist. Das heißt, wir müssen im Sommer mehr Pulver produzieren und es einlagern. Dazu möchten wir jetzt einen Bunker in Modelshausen im Landkreis Dillingen errichten.

Auf dem gelände dieser Sandgrube in Modelshausen, Landkreis Dillingen, soll der neue Bunker der Raketenmodellbau Klima GmbH aus Emersacker entstehen. Foto: Raketenmodellbau Klima GmbH

Ein Lager mit Pulver für Raketentreibsätzen klingt nach keinem ungefährlichen Vorhaben…

Natürlich sind für das Pulver besondere Sicherheitsvorkehrungen nötig. Deshalb wird unser Bunker mit dicken Betonwänden gebaut. Und wie für Bunker üblich, wird er sich auch unter der Erde befinden. Im Lager selbst gibt es praktisch keine Gefahren für eine ungewollte Zündung, da es außer Beton nicht mal Strom gibt. Sollte dennoch etwas gewaltig schieflaufen, könnte im schlimmsten Fall höchstens die Türe aus dem Bunker gesprengt werden.

Also doch eine Gefahrenquelle für Anwohner?

Nein. Denn der Bunker liegt in keinem Wohngebiet und auch weit entfernt von Straßen. Die nächsten Wohnhäuser sind weiter als der gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsabstand entfernt. Anwohner haben deshalb, was Gefahren angeht, die vom Pulver ausgehen, nichts zu befürchten.

Das heißt, Sie haben sich bereits einen bestimmten Bauplatz ausgesucht?

Richtig. Wenn alle Genehmigungen da sind, bauen wir auf dem Gebiet einer alten Sandgrube . Wenn wir fertig sind, wird das umliegende Gebiet in eine Art Biotop umgewandelt. Hierzu möchten wir die übrigen Sandflächen mit Erde verfüllen und dort verschiedene Pflanzen ansiedeln. Somit möchten wir nicht nur unsere Wirtschaftlichkeit steigern, sondern auch der Natur etwas Gutes tun.

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